Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Besseres Timing entscheidend

+
Irgendwo ganz unten liegt Mitch Stephens.

Rosenheim - Gegen Bad Nauheim haben die Starbulls noch die Maximalanzahl von sieben Spielen gebraucht. Gegen Peiting allerdings haben sie einen Zahn zugelegt.

Nachdem die Starbulls Rosenheim im Viertelfinale gegen Bad Nauheim noch die Maximalzahl von sieben Spielen zum Weiterkommen gebraucht hatten, beschleunigten sie im weiteren Play-off-Verlauf das Tempo ganz enorm.

Während Herne im Halbfinale mit einem einzigen Heimsieg wenigstens noch einen kleinen Stolperstein legen konnte, mussten die Peitinger dem Steer-Team in der Mindestanzahl von drei Begegnungen die Oberliga-Meisterschaft überlassen. Und hatten dabei zweimal auf eigenem Eis das Nachsehen, obwohl die Starbulls seit der Spielzeit 2005/06 keine zwei Spiele hintereinander in Peiting gewinnen konnten.

Lesen Sie auch:

Glückwunsch! Die Region gratuliert den Starbulls

Wahnsinn! Starbulls sind Meister

Starbulls holen das Ding!

Riesensause mit den Starbulls

"Lena" tröstet, Zach gratuliert

Die Rosenheimer Bilanz der letzten vier Jahre vor dem Play-off: ein Overtime-Sieg, acht Niederlagen. Aber wie sagt man? Das Timing macht's! Drei große Fragezeichen gab es vor der Finalserie. Erstens: Wie würden die Starbulls Libor Dibelka ausschalten können? Der Tscheche war in den letzten beiden Jahren das Schreckgespenst Nummer eins für Claus Dalpiaz & Co. Sechs Treffer im Vorjahr, zwei Doppelpacks heuer in der Vorrunde - nur gut, dass der Peitinger Supersturm mit Dibelka, Michael Fröhlich und Ales Kreuzer durch die Verletzung des Letzteren beeinträchtigt war! Es funktionierte: Zwar traf Dibelka in den ersten beiden Finalspielen je einmal, aber das reichte nicht, weil die Starbulls in der Breite wesentlich besser besetzt waren. Im entscheidenden Spiel machte Dibelka keinen einzigen Scorerpunkt, wobei alle vier Peitinger Tore durch Verteidiger fielen!

Starbulls feiern den Aufstieg in die 2. Liga

 © Ziegler
 © Ziegler
 © Ziegler
 © Ziegler
 © Ziegler
 © Ziegler
 © Ziegler
 © Ziegler
 © Ziegler
 © Ziegler
 © Ziegler
 © Ziegler
 © Ziegler
 © Ziegler
 © Ziegler
 © Ziegler
 © Ziegler
 © Ziegler
 © Ziegler
 © Ziegler
 © Ziegler
 © Ziegler
 © Ziegler
 © Ziegler
 © Ziegler
 © Ziegler
 © Ziegler
 © Ziegler
 © Ziegler
 © Ziegler
 © Ziegler

Zweitens: Wie reagiert man in Über- und Unterzahl? Rosenheim und Peiting gehörten in der Vorrunde sowohl bei eigenem als auch gegnerischem Powerplay zu den Spitzenteams der Liga. Im Play-off vor dem Finale sah es da schon anders aus. Die Starbulls hatten mit unter zehn Prozent Erfolgsquote das schlechteste Powerplay außer den torlosen Landsbergern und rangierten mit 81 Prozent Unterzahlquote auch nur im Mittelfeld. Bei Peiting funktionierte die Überzahl mit 14,6 Prozent nur etwas besser, aber im Penalty-Killing war das Sulak-Team mit fast 95 Prozent „Kill-Faktor“ einsame Spitze. Schwarze Aussichten also für das zuletzt schwächelnde Überzahlspiel!

Und das Resultat? Die Starbulls machten aus nur 14 Powerplayphasen vier meist entscheidende Tore (28,6 Prozent), darunter die ersten beiden im ersten Auswärtsspiel und den Treffer, der letztendlich die Meisterschaft besiegelte. Peiting dagegen schaffte aus neun Powerplays nur ein einziges Tor (11,1 Prozent). Wie gesagt: das Timing!

Und drittens: die Overtime. Die Starbulls mussten vor der Finalrunde zehnmal in die Verlängerung, siegten dreimal, verloren viermal aus dem Spiel heraus und gewannen nur eins von drei Penalty-Schießen. Eigentlich eine ganz ordentliche Bilanz, aber nicht, wenn man sie mit der des Gegners verglich. Peiting hatte von elf Verlängerungen nur eine einzige verloren (!) und dabei alle sechs Penalty-Shootouts für sich entschieden! Advantage Peiting! Und was passiert? In den ersten beiden Spielen verpassen Dibelka und Co. trotz zweier Treffer ohne Torwart, jeweils in der vorletzten Spielminute, eine Verlängerung nur knapp, und als es ihnen im letzten Spiel nach 1:4-Rückstand doch noch gelingt, lautet das Resultat: Mitch Stephens eins, Peiting nuuuullll! Wie war das mit dem Timing?

Auch im Finale setzte sich ein Muster fort, das nur in einem einzigen von 14 Rosenheimer Play-off-Spielen gebrochen wurde: Wer das erste Tor schießt, gewinnt. Und wieder waren es die üblichen Verdächtigen: Stephan Gottwald sorgte fünfmal im Playoff für das 1:0 (auch am Sonntag wieder), neunmal in der gesamten Saison und weitere sechsmal für das erste Rosenheimer Tor, wenn der Gegner bereits in Führung lag. Im Heimspiel war es Marius Möchel, der mit fünf 1:0-Toren (davon zwei im Playoff) Zweiter in dieser Rubrik wurde. Nur Alan Reader (im ersten Spiel) fiel etwas aus der Rolle, war es doch sein allererstes 1:0 im Starbulls-Dress.

Beileibe nicht zu den „üblichen Verdächtigen“ unter den Torjägern zählt der „Heimspielheld“ Konstantin Firsanov. In den letzten 16 Begegnungen hatte er (bei zuletzt stark reduzierter Eiszeit) nur ein einziges Assist vorzuweisen und für die Starbulls nur gegen Füssen getroffen (ein Team, dessen Spieler seit Wochen im Urlaub sind). Dann rutschte er durch Alan Readers Verletzung ins Lineup und bewies mit zwei Nachschüssen seine in Rosenheim noch unentdeckten Vollstrecker-Qualitäten, um im nächsten Spiel noch einen weiteren Treffer draufzulegen, womit er in nur zwei Spielen seine Torausbeute mehr als verdoppelte. Auch solche Geschichten schreibt das Play-off.

Was aber vielleicht entscheidend für die sensationelle Meisterschaft war (von Platz fünf aus, genau wie – die langjährigen Fans werden sich erinnern – die erste deutsche Meisterschaft 1982), war das Zusammenrücken als Mannschaft und die neu entdeckte Konsequenz im Defensivspiel. Zahlenbeweis gefällig? Nach dem 2:6-Heimdesaster im vierten Viertelfinalspiel, als ein weiteres unrühmliches Saisonende nur mehr Tage entfernt schien, bis zum 5:4 am Sonntag ließen Claus Dalpiaz und seine Kameraden in neun Spielen nur noch 17 Gegentore zu, nie mehr als zwei in der regulären Spielzeit. Es war dies die defensiv erfolgreichste Phase seit September/Oktober 2008, als Dalpiaz und Olli Häusler abwechselnd in neun Begegnungen nur 16-mal den Puck aus dem Netz holen mussten.

Ist es da nicht angebracht, ein letztes Mal das Timing zu erwähnen?

Manfred Eder/Oberbayerisches Volksblatt

Kommentare