Kampf bleibt unbelohnt

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Die neue EgeTrans-Arena in Bietigheim ist ein echtes Schmuckkästchen.
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Bietigheim - Das Endergebnis klingt deutlich, doch so schlecht, wie das Resultat vermuten lässt, waren die Starbulls bei ihrem Gastspiel in Baden-Württemberg gewiss nicht.

Zwar verloren die Rosenheimer Eishockeyspieler in der funkelnagelneuen EgeTrans-Arena beim Spitzenreiter Bietigheim Steelers letztlich mit 2:5 (0:3, 2:1, 0:1), doch sie hätten anfangs einerseits selbst führen müssen und gaben sich andererseits auch nach einem zwischenzeitlichen 0:4-Rückstand noch nicht geschlagen, was zweifellos für die Moral der Truppe spricht - zumal die Oberbayern die Reise in den Norden Stuttgarts ohne Keeper Pasi Häkkinen (nach wie vor Leistenprobleme), Niko Senger (Verstauchung), Marcus Marsall (wieder Probleme mit dem verletzten Fuß), Michael Fröhlich (krank) und den gesperrten Beppo Frank hatten antreten müssen.

Starbulls im ersten Drittel besser

Vor 2.351 Zuschauern im neuen Bietigheimer "Schmuckkästchen" begannen die Starbulls ohne Furcht vor dem Tabellenführer, waren im ersten Drittel klar die bessere Mannschaft und hatten selbst durch Matt Caruana und vor allem Gregory Squires, der an einem sensationellen Save von Steelers-Keeper Joey Vollmer scheiterte, große, ja teils hundertprozentige Chancen zur Führung.

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Dann aber zeigten die Gastgeber ihre große individuelle Klasse und bewiesen, warum sie im Powerplay derzeit das beste Team der Liga sind - allerdings auch mit Unterstützung von Schiedsrichter Marian Rohatsch. Beim 1:0 durch Mark Heatley nach einem Schuss von Markus Gleich übersah er beim folgenden Getümmel vor dem Tor ein Torraumabseits (9.). Beim zweiten Bietigheimer Treffer durch den vielleicht besten Verteidiger der Liga, Marcus Sommerfeld, saß Bryan Schmidt auf der Strafbank - die zwei Minuten hätte in dieser Szene allerdings ein Bietigheimer bekommen müssen (14.). Kurz vor Drittelende kam es dann noch dicker, als Squires sich im gegnerischen Drittel einen unnötigen Scheibenverlust leistete und der folgende Konter - es war bis dahin die vielleicht vierte Bietigheimer Chance - durch PJ Fenton eiskalt abgeschlossen wurde - Häkkinen-Vertreter Mayer sah da nicht gerade glücklich aus (18.).

Große Moral nach 0:4-Rückstand

Im Mitteldrittel sah zunächst alles nach der endgültigen Entscheidung aus, als Steelers-Kapitän Marcel Rodman erst an Mayer scheiterte, doch den Abpraller dann aus spitzem Winkel zum 4:0 unter die Latte schaufelte (23.). Danach verflachte die Partie kurzzeitig, ehe die Starbulls ab der 30. Minute große Moral bewiesen. Nach einem Foul von Bastian Steingroß verwandelte Fabian Zick den fälligen Penalty eiskalt zum 4:1 (32.). Als Dominic Auger den Ex-Münchner Vollmer in der 37. Minute mit einem verdeckten Schuss zum 4:2 überwand, war die Hoffnung bei den Spielern und den rund 50 mitgereisten Rosenheimer Fans endgültig zurück.

Musste nach den Ausfällen von Niko Senger und Beppo Frank wieder als Verteidiger aushelfen: Michael Baindl.  

Die Starbulls versuchten im letzten Drittel dann noch einmal alles und waren phasenweise auch nah dran an einem dritten Treffer. "Dann wäre es mit Sicherheit noch einmal ein anderes Spiel geworden", musste Steelers-Coach Ken Gaudet einräumen. Doch es zeigte sich auch, dass die Bietigheimer auch in der Defensive große Klasse besitzen und derzeit absolut zurecht an der Tabellenspitze der Bundesliga stehen. Für den Schlusspunkt sorgte St. Jaques in der 58. Minute, der nach einem schweren Stellungsfehler von Ryan del Monte (musste sich dafür von Franz Steer auf der Bank einige deftige Worte anhören) nur noch einschieben musste. Zu diesem Zeitpunkt spielten die Starbulls wieder nur zu viert, weil Robert Schopf wegen eines hohen Stocks gegen St. Jaques eine kleinliche, aber wohl korrekte Spieldauerstrafe kassiert hatte.

Am Dienstag DEB-Pokal-Halbfinale

"Wir haben sehr gut begonnen, dann aber zwei Powerplaytore kassiert. Da hat man gesehen, dass Bietigheim individuell ganz stark ist. Sie haben ihre Chancen eiskalt ausgenützt. Meine Mannschaft hat aber bis zum Schluss gekämpft und versucht, Druck aufzubauen. Nach der Spieldauerstrafe war die Messe aber gelesen", bilanzierte Starbulls-Coach Steer, für dessen Team es in der Liga am Freitag (19.30 Uhr, Kathrein-Stadion) mit einem Heimspiel gegen die Lausitzer Füchse weitergeht. Zeit zum Ausruhen bleibt aber dennoch nicht, denn bereits am Dienstag steht die nächste Reise an: Ab 20 Uhr gastieren die Grün-Weißen in der Schwenninger Helios-Arena, wo sie bei den Wild Wings um den Einzug ins DEB-Pokalfinale kämpfen.

Das Spiel in der Statistik:

Bietigheim Steelers - Starbulls Rosenheim 5:2 (3:0, 1:2, 1:0)

Tore: 1:0 (9.) Mark Heatley (Marcus Sommerfeld, Markus Gleich - Überzahl-Tor), 2:0 (14.) Marcus Sommerfeld (Mark Heatley, Chris St. Jacques - Überzahl-Tor), 3:0 (18.) PJ Fenton (David Rodman, Marcel Rodman), 4:0 (23.) Marcel Rodman (Alexander Genze, Rene Schoofs), 4:1 (32.) Fabian Zick (Penalty), 4:2 (37.) Dominic Auger (Gregory Squires, Dominik Daxlberger), 5:2 (58.) Chris St. Jacques (David Rodman, Rene Schoofs - Überzahl-Tor).

Schiedsrichter: Marian Rohatsch (Lindau).

Strafen: Bietigheim 4 - Rosenheim 10 plus Spieldauerstrafe für Robert Schopf.

Zuschauer: 2.351.

Martin Weidner

Quelle: rosenheim24.de

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