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288 Notrufe, zahlreiche Einsätze und eine evakuierte Regionalbahn

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Ein Wechselbad der Gefühle

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Bietigheim - Es war packend, es war dramatisch, doch am Ende machten sie den berühmten einen Fehler zuviel: Die Rede ist vom ersten Starbulls-Halbfinalauftritt im Ellental.

Vor 2.164 Zuschauern – darunter rund 50 Fans aus Oberbayern – in der nur recht spärlich besuchten EgeTrans-Arena verloren die Rosenheimer Eishockeyspieler am Abend Spiel eins der Seminfinal-Serie gegen die Bietigheim Steelers mit 4:6 (1:0, 3:3, 0:3). Beide Mannschaften gingen dabei durch ein Wechselbad der Gefühle: Erst führten die Starbulls, dann riss Bietigheim das Ruder herum, ehe Rosenheim zum Dreifachschlag ansetzte. Der Schlussabschnitt der mitreißenden und bis zur Sirene spannenden Begegnung stand dann wieder im Zeichen des Hauptrundensiegers.

Doch der Reihe nach: Die Grün-Weißen begannen ohne Robert Schopf (Beerdigung des Vaters), Andrej Strahkov und Michi Fröhlich (beide angeschlagen) hochmotiviert mit vier Reihen (bis Anfang des letzten Drittels) und überraschten den Gegner zunächst mit frühem Forechecking. Die Folge war eine anfängliche Überlegenheit, die Norman Hauner in der 5. Minute mit dem verdienten Führungstreffer krönte. Anschließend war das erste Drittel eher von Taktik und Vorsicht geprägt, allerdings steigerten sich die Hausherren dabei stetig.

Drei Starbulls-Tore in 77 Sekunden

Dass die Steelers auch richtig gut Eishockey spielen können, zeigten sie dann zu Beginn des Mittelabschnittes. In Minute 24 war zunächst der Ausgleich fällig, als Doug Andress von der blauen Linie abzog. SBR-Keeper Pasi Häkkinen schien die Scheibe bereits unter sich begraben zu haben, doch der Puck „wanderte“ wieder unter dessen Schonern hervor und PJ Fenton staubte aus kürzester Distanz zum Ausgleich ab. In der 30. und 31. Minute legten die Württemberger durch Florian Schnitzer und Rene Schoofs zwei weitere Treffer nach und schienen die nun kurzzeitig nachlässigen Gäste anschließend gut im Griff zu haben. Doch dass die Starbulls niemals aufgeben, hatten sie schon gegen Landshut mehrmals bewiesen. Diesmal schafften sie eine erneute Wende in der 35. und 36. Minute: Binnen 77 Sekunden stellten die Grün-Weißen die Anzeigetafel durch Treffer von Michi Baindl (aus kurzer Distanz nach Gottwald-Versuch reingestochert), Dominic Auger (auf Vorlage von Greg Squires und Matt Caruana) und Max Meirandres (mit der Rückhand nach der Rückkehr von der Strafbank) von 3:1 auf 3:4.

Pfostenschuss von Zick

Im letzten Drittel ging der Playoff-Wahnsinn weiter – leider zu Ungunsten der Rosenheimer. Erst traf Fabian Zick nur den Pfosten des inzwischen von Matthias Lange statt von Joey Vollmer (Wechsel zur zweiten Pause) gehüteten Steelers-Kasten (41.). Quasi im Gegenzug gelang Schnitzer mit einem „komischen“ Schuss der 4:4-Ausgleich. Und wiederum nur 21 Sekunden später führte Bietigheim wieder, als Chris St. Jaques die Scheibe zum fünften Mal im Starbulls-Kasten unterbrachte. In der Folge verpassten Fenton (Großchance) und Robin Just (vergebener Penalty) die Vorentscheidung, ehe die Starbulls stinksauer waren, als der vermeintliche Treffer von Caruana (gegen Lange nachgestochert) nicht gegeben wurde, weil die Referees bereits das Spiel unterbrochen hatten. „Da dürfen sie niemals abpfeifen“, echauffierte sich Starbulls-Coach Franz Steer, der den Schiedsrichtern Markus Krawinkel und Ramin Yazdi sonst aber eine gute Leistung attestierte. Im Finish kam das grün-weiße Powerplay wegen einer Squires-Verletzung nicht mehr so recht ins Laufen und nach einem weiteren individuellen Patzer mussten die Starbulls 52 Sekunden vor Schluss noch ein dummes Empty Net-Goal durch Schoofs zum 6:4-Endstand hinnehmen - das Match war verloren.

"Ein 5:3 hätte uns in die Karten gespielt!"

„Ich bin schon ein bißchen angefressen über die Art und Weise, wie wir die Gegentore kassiert haben“, schimpfte Steer unmittelbar nach dem Spiel, der sich aber auch über Zicks Pfostenschuss ärgerte: „Das wäre das 5:3 gewesen. Das hätte uns dann voll in die Karten gespielt.“ Fakt bleibt allerdings, dass die Starbulls dem Gegner mindestens ebenbürtig waren und phasenweise sogar die bessere Mannschaft stellten. „Wir haben nur Kleinigkeiten falsch gemacht und ansonsten ein gutes Spiel abgeliefert. Aber das hilft dir nichts, wenn du nicht als Sieger vom Eis gehst“, so Steer, der mit seiner Truppe am Freitag, 19.30 Uhr (Kathrein-Stadion), in Spiel zwei der Serie den Spieß aber gleich wieder umdrehen möchte.

Das Spiel in der Statistik:

Bietigheim Steelers – Starbulls Rosenheim 6:4 (0:1, 3:3, 3:0)

Tore: 0:1 (5.) Norman Hauner (Dominic Auger, Beppo Frank), 1:1 (24.) David Rodman (Doug Andress, PJ Fenton), 2:1 (30.) Florian Schnitzer (Doug Andress, Marcus Sommerfeld), 3:1 (31.) Rene Schoofs (Robin Just, Marcus Sommerfeld), 3:2 (35.) Michael Baindl (Stephan Gottwald), 3:3 (35.) Dominic Auger (Gregory Squires, Matthew Caruana), 3:4 (36.) Max Meirandres (Ryan del Monte, Norman Hauner), 4:4 (43.) Florian Schnitzer (Mark Heatley, Philipp Quinlan), 5:4 (43.) Chris St. Jaques (Doug Andress, David Rodman), 6:4 (60.) Rene Schoofs (David Rodman - Unterzahl-Tor, Empty Net Goal).

Schiedsrichter: Markus Krawinkel (Moers) und Ramin Yazdi (Neuss).

Strafen: Bietigheim 4 plus Spieldauerstrafe für Doug Andress - Rosenheim 6.

Zuschauer: 2.164.

Quelle: rosenheim24.de

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