Umfrage: Neubau oder Sanierung?

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Das momentan wohl schönste Eisstadion der 2. Liga: Die Helios-Arena am Schwenninger Bauchenberg bietet DEL-Standard.

Rosenheim - In Bietigheim wird derzeit eine neue Eishalle gebaut. In Rosenheim ist das Kathrein-Stadion dagegen marode. Wir wollen ihre Meinung dazu wissen. *NEU: Umfrage*

Das Eisstadion wird alt, der Brandschutz im Gebäude muss saniert werden und auch der Komfort ist mangelhaft. Die Liga-Konkurrenz zeigt, wie es besser geht:Bietet sich da nicht ein Neubau an? Die Starbulls finden "ja" und laden deshalb zu einer Infofahrt nach Bietigheim.

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Der souveräne Sieg gegen Kaufbeuren am Sonntagabend war erfreulich, aber nicht das einzige Thema der Pressekonferenz, zu dem Starbulls-Vorstand Wilhelm Graue nach dem Spiel Stellung nahm. Wieder einmal ging es um den maroden Zustand der Starbulls-Spielstätte (wir berichteten); darum, dass der Verein die Maßgabe, künftig nur noch 4.750 Zuschauer ins Stadion zu lassen, akzeptiere; darum, dass der Verein mit der Stadt im März Gespräche über die Zukunft der 40 Jahre alten Halle führen wolle; und auch darum, dass die Ausstattung des Veranstaltungsorts längst nicht mehr zeitgemäßen Standards entspreche. Einen VIP-Bereich etwa, wie andernorts fast schon die Regel, suche man in Rosenheim vergeblich. Und wo gibt es noch die Situation, dass sich die Steh- oberhalb der Sitzplätze befinden?

Ein Blick in die Stadien einiger Starbulls-Konkurrenten in der zweiten Eishockey-Bundesliga zeigt das Dilemma auf, in dem sich auch die Rosenheimer derzeit befinden: In Ratingen und Kaufbeuren sind die Eishallen wegen Baufälligkeit geschlossen. Die Sanierung würde Millionen-Beträge verschlingen. In Weißwasser, Dresden und Bietigheim-Bissingen stand man vor dem gleichen Problem, entschied sich aber gegen endlose Flickschustereien an den 60er-Jahre-Gemäuern und für Neubauten. Die kosteten zwar jeweils zwischen 15 und 18 Millionen Euro, bieten dafür aber jeglichen Komfort - für Besucher wie Sportler. Energetisch auf dem neuesten Stand, sind in den Event-Hallen auch kostspielige Reparaturmaßnahmen erst einmal Zukunftsmusik.

Der Starbulls-Chef macht keinen Hehl daraus, dass er sich einen Neubau wünschen würde. Es gebe "viele viele Argumente dafür", betont er.

Das Schwerwiegendste sei natürlich, dass sich die Vorschriften in den vergangenen 40 Jahren einfach grundlegend geändert hätten, in Fragen der Notausgänge oder Energetik würden heute komplett andere Maßstäbe angelegt als damals. Auch die derzeit heftig diskutierte Sicherheit in deutschen Stadien wäre nach Graues Ansicht mit einem Neubau in Rosenheim kein Thema mehr: "Stehplätze sind unten leichter in den Griff zu kriegen als oben."

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Doch nicht nur der Verein würde sich über zusätzliche Eisflächen freuen, glaubt Graue. "Es gibt 1.500 Hobby-Spieler in Rosenheim." Die trainierten zum Teil zu unmöglichen Zeiten oder würden "ihr Geld nach Ebbs oder Grafing tragen". Und auch touristisch könne die Region mit einer modernen Spielstätte nur gewinnen.

"Zu früh für Überlegungen"

Dass die Chancen dafür aber in naher Zukunft nicht allzu gut stehen, weiß auch der Realist Graue. Und sollte bei den Starbulls auch nur der Hauch einer Hoffnung bestanden haben, dass in Rosenheim ein neues Eisstadion gebaut wird, machte Wirtschaftsdezernent Thomas Bugl von der Stadt Rosenheim diese im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen schnell zunichte. Ihm sei nicht bekannt, dass bei der Stadt derzeit Überlegungen in Richtung Neubau laufen würden, so Bugl. Außerdem sei es zum jetzigen Zeitpunkt ohnehin viel zu früh, über dieses Thema zu sprechen. Es gebe nun einmal Forderungen infolge eines Brandschutzgutachtens, die "nicht sehr schön sind". Alles Weitere werde der Stadtrat zu gegebener Zeit zu entscheiden haben. Grundsätzlich aber gelte, dass die Stadt im Moment mit dem Klinikum und dem Kuko "ohnedies gut beschäftigt" sei.

Sein größter Weihnachtswunsch, sagt Wilhelm Graue, sei ein neues Eisstadion für Rosenheim. Dass es dafür ein kleines Wunder braucht, ist ihm klar. Bugl lässt die Starbulls aber immerhin träumen: "Wenn sie uns einen Baugrund bringen und einen Investor, dann können wir reden."

Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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