Ein Derbyabend genau nach Maß

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Rosenheim - Stadion voll, wacker gekämpft, Spiel gewonnen und die Tabellenspitze übernommen – für die Starbulls verlief der freitägliche Eishockey-Abend genau nach Wunsch. *NEU: Videos*

Video: Die Tore des Derbys

Vor 4.750 Zuschauern und damit einem ausverkauften Kathrein-Stadion setzten sich die Rosenheimer Eishockeyspieler mit 4:3 (1:1, 3:1, 0:1) gegen ihren Erzrivalen EV Landshut durch und haben damit – zumindest bis zum Sonntag – die Tabellenführung in der DEL2 genommen. Die Grün-Weißen boten gegen die favorisierten Landshuter wieder einen großen Kampf und gewannen die Begegnung – angetrieben von der „grünen Wand“ in der Mangfallkurve – letztlich durchaus verdient. Den Grundstein zum Sieg legte die Steer-Truppe im Mitteldrittel, als sie eine überragende Phase mit drei Toren in drei Minuten krönte.

Landshut mit starkem Beginn

Zu Beginn hatten allerdings die niederbayerischen Gäste klare Vorteile und kamen mehrmals brandgefährlich vor das Tor von Pasi Häkkinen, der nach seiner Super-Leistung am Dienstag in Bietigheim erneut ran durfte. „Da habe ich mir gedacht: Wenn das so weitergeht, wird das verdammt schwer heute“, meinte Trainer Franz Steer hinterher auf der Pressekonferenz.

Doch die Hausherren fingen sich und gerieten ausgerechnet in einer Phase, als es gerade besser zu werden schien, in Rückstand: In der Rundung verloren drei Rosenheimer im Zweikampf die Scheibe, die sofort zu Stephan Kronthaler in den Slot gespielt wurde. Der fackelte nicht lange und setzte diese aus halblinker Position genau ins rechte Kreuzeck (14.). Ganz wichtig aus Starbulls-Sicht war der prompte Ausgleich in Minute 16, als Max Renner abzog und traf – EVL-Keeper Brian Stewart war in dieser Szene wohl die Sicht versperrt.

Drei Starbulls-Tore in drei Minuten

Im Mittelabschnitt zeigten die Starbulls dann zehn Minuten lang Eishockey zum Zungeschnalzen. Dies krönten die Grün-Weißen mit drei Toren binnen drei Minuten: Erst erzielte Norman Hauner seine Saisontore acht und neun, als er zunächst technisch klasse mit der Rückhand ins lange Eck traf (23.) und dann wenig später im Powerplay von halbrechts erfolgreich war. Bei diesem Schuss passte nicht mehr viel zwischen Puck und Pfosten (25.). Und nur 22 Sekunden nach dem 3:1 waren die Fans endgültig aus dem Häuschen, als Fabian Zick die Scheibe auf Vorlage von Dominik Auger fulminant zum vierten Rosenheimer Tor in die Maschen hämmerte (26.).

Gästetrainer Jiri Ehrenberger hatte nun genug und nahm daraufhin erst einmal eine Auszeit. Dies beruhigte das Geschehen wieder etwas – und Landshut kam gegen Ende noch einmal stärker auf. Zum zweiten Tor benötigten die Niederbayern allerdings doppelte Überzahl: Der Torschütze war letztlich Bill Trew, der von der blauen Linie abzog und an Freund und Feind vorbei zum 4:2 traf (35.). Vorher hatte Verteidiger-Kollege Heiko Smazal bereits die Latte getroffen.

Starbulls vs. Landshut

Beine wurden am Ende schwer

In den letzten 20 Minuten wurde es aus Sicht der Starbulls mehr und mehr eine Frage des Willens. Die Beine wurden angesichts der nur drei Reihen immer schwerer, was auch erklärt, warum die Grün-Weißen trotz sechs Minuten Überzahl am Stück – unter anderem hatte Riley Armstrong nach einer hinterhältigen Attacke gegen Max Renner eine Spieldauerstrafe kassiert – nicht für die Entscheidung sorgen konnten. „Zudem war wieder keine unserer Überzahl-Reihen komplett“, erklärte Steer im Hinblick auf die Ausfälle von Staal, Weller, Hofbauer und Müller.

Von Riley Armstrong unfair niedergestreckt: Max Renner.

So wäre es am Ende beinahe noch einmal richtig eng geworden, denn 47 Sekunden vor Schluss kam Landshut zum dritten Treffer. Josh Godfrey fing sich einen missglückten Befreiungsversuch aus der Luft herunter und bediente sofort den vor dem Tor lauernden Trew, der den Puck aus kürzester Distanz in die Maschen lenkte – 4:3 (60.). Doch die Hausherren überstanden die letzten Sequenzen unbeschadet und durften sich anschließend über den "Platz an der Sonne" freuen, den sie bereits am Sonntag beim angeschlagenen Schlusslicht in Heilbronn (18.30 Uhr, Kolbenschmidt-Arena) verteidigen müssen. Realist Steer holte seine Mannen aber gleich wieder auf den Boden der Tatsachen zurück: "Das ist nur eine Momentaufnahme!"

Video: Die Pressekonferenz

Das Spiel in der Statistik:

Starbulls Rosenheim – EV Landshut 4:3 (1:1, 3:1, 0:1)

Tore: 0:1 (14.) Stephan Kronthaler (Lukas Vantuch, Stephan Daschner), 1:1 (16.) Max Renner (Andrej Strakhov, Stephan Gottwald), 2:1 (23.) Norman Hauner (Benjamin Zientek, Tyler McNeely), 3:1 (25.) Norman Hauner (Robin Weihager – Überzahl-Tor), 4:1 (26.) Fabian Zick (Dominic Auger), 4:2 (35.) Bill Trew (Heiko Smazal, Elia Ostwald – Überzahl-Tor 2), 4:3 (60.) Bill Trew (Josh Godfrey – sechster Feldspieler).

Schiedsrichter: Steffen Klau (Iserlohn).

Strafen: Rosenheim 20 – Landshut 25 plus Spieldauerstrafe für Riley Armstrong.

Zuschauer: 4.750 (ausverkauft).

redro24/mw

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Ruprecht

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