Höhenflieger "heiß" auf mehr

FC Augsburg: Eher Europa als Ausverkauf

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Stefan Reuter.

Augsburg - Stuttgart, Nürnberg, Freiburg, Hannover - die nächsten vier Gegner könnten den FC Augsburg noch mehr Richtung Europa voranbringen. Manager Reuter und Trainer Weinzierl haben andere Pläne und Sorgen.

Die Frage nach Europa entlockt Markus Weinzierl immer noch nur ein müdes Lächeln. „Das wäre falsch“, antwortet der Erfolgstrainer des FC Augsburg bestimmt und empfiehlt allen beim FC Augsburg, bei internationalen Fußball-Träumereien „den Ball flach zu halten“. Auch Manager Stefan Reuter winkt nach dem Vereinsrekord von sieben Bundesligapartien ohne Niederlage unverändert ab: „Wir brauchen am Ende drei Mannschaften, die hinter uns stehen.“

Zumindest am Klassenverbleib muss beim Tabellenneunten nach 19 Spielen mit 28 Punkten keiner mehr zweifeln. Elf Zähler beträgt der Abstand auf Relegationsplatz 16, nur zwei dagegen fehlen auf Platz sechs und damit die Europa League. Das Überraschungsteam genießt den unverhofften Höhenflug und will den aktuellen Lauf fortsetzen. „Wir müssen dranbleiben, die Jungs sind heiß“, erklärte Mittelfeldspieler Daniel Baier mit Blick auf die nächste Aufgabe an diesem Sonntag beim VfB Stuttgart: „Das ist für uns das nächste Highlight!“

Stuttgart bildet den Auftakt von vier Spielen, die zeigen werden, wohin die Reise des FCA am Ende führen könnte. Es folgen Nürnberg (15.), Freiburg (16.) und Hannover (10.). Alle vier Gegner sind in der Tabelle schlechter platziert als der FC Augsburg. Die Favoritenrolle ist neu, aber beim jüngsten 3:1 gegen Werder Bremen wurden ihr die Augsburger in beeindruckender Art und Weise gerecht. „Wir sind dabei, uns Respekt und Anerkennung zu erarbeiten“, sagte Weinzierl stolz über die veränderte Stellung des FCA in der Liga.

Für internationale Träume sei dennoch „nicht der richtige Zeitpunkt“, betonte Realist Reuter vor den wegweisenden Wochen. Das Ziel des Managers, der neben Coach Weinzierl maßgeblichen Anteil an dem Augsburger Aufschwung hat, lautet nach zwei Jahren Zittern im Abstiegskampf: „Wir wollen ein stabiler Bundesligist werden.“

Einfach wird das nicht für den Verein, der in der Etattabelle der Bundesliga zusammen mit dem SC Freiburg und Aufsteiger Eintracht Braunschweig die letzten Plätze einnimmt. „Wir müssen schrittweise unser Budget erhöhen“, erklärte Reuter. Denn die Profis sollen für ihre sportlichen Erfolge auch finanziell belohnt werden. Zudem muss sich der Club für Abwerbeversuche wappnen, die der Manager für unvermeidlich hält. „Wir wissen, dass das eine oder andere auf uns zukommt“, sagte Reuter voraus.

Die Leistungen junger Spieler mit Entwicklungspotenzial wie André Hahn (23), Matthias Ostrzolek (23) oder Kevin Vogt (22) bleiben in der Liga nicht verborgen. Besonders Rechtsaußen Hahn hat sich in den Blickpunkt gedribbelt und geschossen (7 Saisontore). „Sicher sind Anfragen da“, bestätigte Andreas Hahn, Vater und Berater seines bis 2016 an den FCA gebundenen Filius, der „Augsburger Allgemeinen“.

„Außer dem FC Bayern gibt es keine Mannschaft in Deutschland, die nicht hin und wieder einen Spieler verliert, weil er den nächsten Schritt macht, weil er mehr Geld verdienen kann“, sagte Reuter, der diese Mechanismen bestens von seiner eigenen Profi-Karriere kennt. Furcht vor einem Ausverkauf beim FCA habe er aber nicht, sagte der Manager: „Der Großteil unserer Spieler hat langfristige Verträge. Wir haben keine Gefahr, dass die Mannschaft auseinanderbricht.“ Eher droht wohl tatsächlich Europa...

dpa

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