Bayern feiern bis halb fünf - Gomez ärgert sich

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Schon das Spiel war für die Bayern ein Fest

München - Mit reichlich Toren beschenkt spazierte ein vergnügter Uli Hoeneß durch die Stadion-Gänge - und die anschließende Jahresabschlussfeier der Mannschaft am malerisch verschneiten Tegernsee dauerte bis in die frühen Morgenstunden.

Bis halb fünf sei es gegangen, berichtete der neue Präsident dann am Sonntagvormittag von einem “hervorragenden“ adventlichen Beisammensein. 14 Tore in zuletzt drei Pflichtspielen, dazu seit zehn Liga-Partien ohne Niederlage: Die weihnachtliche Welt des Rekordmeisters ist wieder in Ordnung. “Wir haben eine gute Ausgangsposition in allen drei Wettbewerben“, sagte das Oberhaupt des FC Bayern München nach dem 5:2-Erfolg zum Hinrunden-Ausklang gegen Hertha BSC.

Nach dem Schützenfest gegen die überforderten Berliner feierten nicht nur die Spieler, sondern auch die Fans nach einem wahrlich turbulentem Jahr. Und Bastian Schweinsteiger nährte die Träume per Videobotschaft im frostigen Fußball-Tempel. “Ich hoffe, wir können noch viele Titel sammeln“, wünschte der herausragende Mittelfeldmann für das neue Jahr. Zur Freude von Hoeneß, der sich dann etwas von der Mannschaft zurückziehen wird. “Jetzt ist Urlaub und am 1. Januar fängt das Präsidentenamt richtig an“, sagte der Ende November gewählte Vereinschef im DSF.

Zwar tun die kurzen Weihnachtsferien allen gut, aber gerne weitergespielt hätten die Münchner auch. “Ich ärgere mich, dass Weihnachten kommt, denn ich denke, wir hätten auch die nächsten Spiele so weitergespielt“, sagte der Torjäger nach sechs Treffern in sechs Begegnungen nacheinander. “Wir dürfen uns jetzt auch nicht aufhalten lassen von der Winterpause. Noch sind wir nicht auf Platz eins und so lange wir da nicht sind, sind wir auch nicht gut genug.“

Natürlich war ein Gegner wie die Hertha, die weiter beharrlich den Negativ-Rekord von Tasmania Berlin aus der Saison 1965/66 jagt, kein Maßstab. Beeindruckend waren die letzten Wochen aber schon. Und wenn dann noch Franck Ribéry zum Start in die Rückrunden-Vorbereitung am 3. Januar in Dubai wieder zurückkommt, dürfte der Konkurrenz um Herbstmeister Bayer Leverkusen Angst und Bange werden. “Ich denke, dass wir mit Franck Ribéry wahrscheinlich noch besseres leisten können. Und wenn wir besseres leisten als die letzten Wochen haben wir große Chancen etwas zu holen - einen Titel meine ich“, sagte Louis van Gaal, dessen Position laut Hoeneß “nie gefährdet“ war.

Ribéry wird zurück erwartet, dagegen darf Luca Toni sogar zum Nulltarif gehen. “Wir sind bereit, ihn ablösefrei auszuleihen oder zu verkaufen“, versicherte Hoeneß. Die wiedergefundene Ruhe soll durch nichts gefährdet werden - und durch einen Wechsel des abwanderungswilligen Stürmers würde auch ein Topverdiener von der Gehaltsliste verschwinden.

Van Gaal, Nachfolger des gescheiterten Jürgen Klinsmann und dessen nun in Leverkusen gefeierten Münchner Interims-Trainers Jupp Heynckes, beendete die Hinrunde mit Höhen und Tiefen doch noch als Gewinner. Nur vier Adventssonntage zuvor hatte es nach drei Liga- Unentschieden und einer Niederlage gegen Bordeaux nach Missstimmung ausgesehen. “Mit diesem Kader muss man deutscher Meister werden und das Ziel streben wir nach wie vor an“, sagte Hoeneß.

Dafür soll die Tormaschine sorgen, die diesmal Daniel van Buyten (16. Minute), Gomez (31.), Arjen Robben (33.), Thomas Müller (60.) und Ivica Olic (77.) anwarfen. Beim Hinrunden-Abschluss sahen Hoeneß & Co. auch großzügig über die Fehler bei den “dämlichen Gegentoren“ (Jörg Butt) hinweg, die Adrion Ramos (71.) und Raffael (90.) erzielten.

Die Münchner wollen die Winterpause nutzen, um den Kader auszudünnen. Dagegen brauchen die Berliner neues Personal. Nach Theofanis Gekas (Leverkusen) und dem am Sonntag verpflichteten Lewan Kobiaschwili (Schalke) soll der Tscheche Roman Hubnik kommen. “Wenn man Pantelic, Voronin und Simunic holt, dann könnte das reichen“, klang Torhüter Jaroslav Drobny skeptisch im Abstiegskampf und erinnerte an die drei Abgänge. Kapitän Arne Friedrich glaubt indes an den Klassenverbleib: “Aber eine Vorrunde mit sechs Punkten ist unterirdisch.“

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