"Viele reden, wir machen's"

Besser als Bayern:  Schalker Nachwuchs top

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Max Meyer ist mittlerweile Stammspieler - und hat Erfolg

Madrid - In Augsburg standen in Hälfte zwei sieben Spieler aus der eigenen Jugend für Schalke 04 auf dem Feld. Nach den Weltstars Özil und Neuer rücken ständig neue Talente  der Königsblauen nach.

Auf den Aufstellungsbogen blickt Horst Heldt mit Stolz. Die Mehrzahl der Spieler, die für Schalke 04 auf dem Platz stehen, kommen aus dem eigenen Nachwuchs - acht waren es in der Startformation im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League bei Real Madrid. „Viele reden davon, wir machen“s„, sagt der Sportvorstand.

Wie gut die Jugendabteilung der Königsblauen, die sogenannte Knappenschmiede, arbeitet, spricht sich derzeit in ganz Europa herum. Nicht nur weil der gebürtige Gelsenkirchener Mesut Özil zu einem der begehrtesten Mittelfeldspieler geworden und im Sommer für 50 Millionen Euro von Real Madrid zum FC Arsenal gewechselt ist. Oder weil Nationaltorwart Manuel Neuer, der als Junge in der Nordkurve stand, gemeinhin als bester Keeper der Welt gilt. Und auch nicht nur, weil Julian Draxler derzeit von mehreren europäischen Topklubs umworben wird.

Am Sonntag zog die nächste Generation der Schalker Talente, die aktuelle U19, in der neuen Youth League, der Champions League für Jugendliche, ins Halbfinale ein - als einzige deutsche Mannschaft. Bayern München, Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen waren schon in der Vorrunde ausgeschieden. Nach dem 3:1 beim FC Chelsea erwartet Heldt dennoch `keine Shopping Tour anderer Vereine“. Denn die Schalker können ihren Talenten vor allem eines bieten: Perspektive.

„Wir erzählen ihnen nichts vom Pferd“, sagt Heldt: „Wir zeigen ihnen, dass sie bei uns spielen können.“ Wie der 18-jährige Max Meyer, der zum Stammspieler im zentralen Mittelfeld geworden ist - trotz der Konkurrenz von Kevin-Prince Boateng oder Draxler. Wie Joel Matip, der sich trotz erheblicher Widerstände auch bei den eigenen Fans zum derzeit besten Schalker Abwehrspieler entwickelt hat. Oder Ralf Fährmann, der im zweiten Anlauf nach langer Wartezeit doch noch zum Neuer-Nachfolger geworden ist.

Dass Schalke Nachwuchsspieler hervorragend ausbildet, ist nicht neu. Heldt liegt eine Studie vor, die belegt, dass kein anderer Klub mehr Bundesliga- und Zweitligaspieler hervorgebracht hat. Nun stellen sie auch einen Großteil der eigenen Profimannschaft. Nicht nur sportlich ist die Arbeit der Knappenschmiede ein Erfolg, auch wirtschaftlich. „Manuel Neuers Verkauf hat über 30 Millionen Euro gebracht, damit kann die Nachwuchsabteilung auf Jahre hin arbeiten“, sagt Heldt.

Eine durchgängige Erfolgsgeschichte ist die königsblaue Jugendarbeit aber nicht. „Vor drei Jahren mussten wir alles komplett umkrempeln“, berichtet Heldt. Damals hatte Schalke die Zertifizierung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wegen grober Mängel nicht mehr erhalten. Personal wurde ausgetauscht, neue Trainer mit Fußballlehrerlizenz wurden verpflichtet, mehr Hauptamtliche eingestellt. Prompt gab es wieder das Maximum von drei Sternen.

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Und die nächste Generation wartet schon. Drei Talente stattete Schalke jüngst mit Profiverträgen aus, von einem wird besonders viel erwartet: Donis Avdijaj unterschrieb bis 2019, angeblich mit einer Ausstiegsklausel und einer festgelegten Ablösesumme, die noch höher ist als bei Draxler (45,5 Millionen Euro). 44 Tore in nur einer B-Jugendsaison haben auch namhafte ausländische Klubs auf den Stürmer aufmerksam gemacht. Trainer Jens Keller ließ ihn in Katar im Januar schon mal mittrainieren.

SID

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