Birgit Prinz - Eine bewegte Karriere

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Birgit Prinz hat Mitte August 2011 ihr Karriereende bekanntgegeben. Die Szenerie in einem Frankfurter Hotel erinnerte an den Nachmittag des 7. Juli 2011: Birgit Prinz saß in der ehemaligen Turnhalle des VfL Wolfsburg und sprach offen über ihr Seelenleben. Sie schrieb eine denkwürdige Geschichte der Frauen-Weltmeisterschaft, die in vielen Punkten nicht das wurde, was sie werden sollte.
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Vor allem nicht für Birgit Prinz. Selten hat man eine derart selbstkritische Sportlerin erlebt. Viele waren geschockt, dass eine so erfahrene und gestandene Frau von kritischer Berichterstattung derart verwundet werden kann. Prinz spielte nicht gut, sie traf nicht, sie wurde ausgewechselt, dann gar nicht mehr aufgestellt, ihre internationale Karriere endete unrühmlich auf der Ersatzbank.
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Ihre Laufbahn in der Bundesliga aber würde weitergehen, dachten viele. Nun endet auch die - bei einem Testspiel gegen den Zweitligisten Würzburg Mitte August 2011 stand Prinz das letzte Mal als Sportlerin auf dem Rasen. Beim 4:1 blieb sie wieder ohne Tor.
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Prinz ist studierte Psychologin, sie kennt die Mechanismen der Medienwelt. Und doch hat sie nie gelernt, damit umzugehen. Jahrzehnte kannte sie nur die schimmernde Seite des Sports: Prinz, die Königin des Fußballs.
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Sie gewinnt zweimal die WM, fünfmal die EM, wird dreimal Weltfußballerin des Jahres, ist deutsche Rekord-Nationalspielerin (214), Rekordtorschützin (128), WM-Torschützenkönigin (14, seit 2011 mit Marta), holt neun Meistertitel und zehn DFB-Pokalsiege mit Frankfurt. Die Liste der Bestmarken ließe sich verlängern. Prinz zog immer zwei Gegenspielerinnen auf sich, sie war das Herzstück der Offensive.
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Erst zum Ende ihrer Karriere lernte Prinz, dass Reporter die torlosen Minuten zählen, wie sie es bei jedem Stürmer tun. “Mir geht es ehrlich gesagt auf den Nerv, dass nach zwei Spielen, in denen ich nicht getroffen habe, die Diskussion schon losgeht. Ich habe dann das Gefühl, mich rechtfertigen zu müssen. Das ist einfach extrem anstrengend“, gab die Frankfurterin in einem Interview während der EM 2009 zu.
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In Finnland hatte Prinz bereits ebenso stark mit den eigenen Selbstzweifeln zu kämpfen wie in diesem Sommer. Vor zwei Jahren aber hatte es nur einen Bruchteil der Deutschen interessiert, nun war jede Lokalzeitung voll mit Schlagzeilen wie “Glücklose Prinz“ oder “Das Denkmal bröckelt“.
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“Die kritische, skeptische Seite ist einfach ein Teil von mir“, hat die 33-Jährige einmal zugegeben. Dass sie die Kontrolle über diese Seite zuletzt verlor, liegt wohl an der großen Bühne, die der Frauenfußball betreten hat. Da wollte Prinz nie hin. Die neue Dimension ihres Sports, sie passt nicht mehr zu Birgit Prinz. Die Stürmerin hat jahrelang daran gearbeitet, sich selbst das Leben leichter zu machen, lockerer zu werden.

Frankfurt/Main - Sie gilt als eine der besten Fußballerinnen aller Zeiten. Mitte August 2011 hat Birgit Prinz den Fußballschuh an den Nagel gehängt. Grund genug einen Blick auf ihre erfolgreiche Karriere zu werfen.

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