FCK bleibt in Liga zwei

Hoffenheim jubelt auf dem Betzenberg

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Hoffenheims Spieler jubeln nach dem Treffer zum 0:1 durch David Abraham in der 44. Minute.

Kaiserslautern - Nach der Erstürmung der Festung Betzenberg lagen sich die Profis der TSG 1899 Hoffenheim jubelnd in den Armen und feierten das Happy End einer Seuchensaison.

Die Chaos-Saison von 1899 Hoffenheim hat doch noch ihr Happy End gefunden, für den 1. FC Kaiserslautern ist das „Wunder vom Betzenberg“ hingegen ausgeblieben: Hoffenheim gewann das Relegations-Rückspiel um den letzten Startplatz in der Fußball-Bundesliga in der Pfalz 2:1 (1:0) und verhinderte den Absturz in die Zweitklassigkeit. Bereits das Hinspiel hatte das Team von Trainer Markus Gisdol mit 3:1 für sich entschieden.

Das „kleine Kraichgauer Fußball-Wunder“ (Gisdol) machten die Innenverteidiger David Abraham (44.) und Jannik Vestergaard (67.) jeweils per Kopfballtor (67.) perfekt - die 4600 mitgereisten Hoffenheim-Fans feierten ihr Team und Trainer Gisdol im „Hexenkessel“ Fritz-Walter-Stadion euphorisch. „Nie mehr zweite Liga“, hallte aus dem 1899-Block. Beim Tabellendritten der 2. Liga, der den direkten Wiederaufstieg verpasste, herrschte hingegen bittere Resignation. Das Freistoßtor von Alexander Baumjohann (65.) reichte nicht. Seit Wiedereinführung der Relegation im Jahr 2009 setzte sich zum dritten Mal in fünf Vergleichen der Erstligist durch.

„Wir waren sehr fokussiert und vorbereitet auf das, was uns hier erwartet hat. Über zwei Spiele hinweg waren wir die bessere Mannschaft. Trotz der kurzen Zeit haben wir unglaublich zueinander gefunden und sind ein Team geworden“, sagte Gisdol. Lauterns Trainer Franco Foda meinte: „Ich bin dennoch stolz auf meine Mannschaft. Hoffenheim hatte in gewissen Situationen mehr Klasse und Qualität, aber wir waren in beiden Spielen dran. Im Prinzip hat Hoffenheim aus wenig viel gemacht.“

Dabei vergab Hoffenheim bereits vor Abrahams Treffer die große Chance zur Vorentscheidung: Sejad Salihovic scheiterte nach 28 Minuten vom Elfmeterpunkt an FCK-Torwart Tobias Sippel, der zuvor Kevin Volland im Strafraum zu Fall gebracht hatte (27.). Beim 2:1 bei Borussia Dortmund hatte Salihovic sein Team am letzten Bundesliga-Spieltag mit zwei Elfmetertreffern noch in die Relegation geführt.

Vor 49.780 Zuschauern, die schon vor dem Anpfiff für ohrenbetäubenden Lärm sorgten, entwickelte sich auf dem legendären Betzenberg zunächst ein zerfahrenes Spiel. Schiedsrichter Florian Meyer (Burgdorf) zückte bereits nach fünf Minuten gegen Ariel Borysiuk die erste Gelbe Karte, den anschließenden Freistoß schoss Salihovic nur knapp über das Lauterer Tor (6.).

„Bastion Betzenberg - Back to Glory“, forderte der FCK-Anhang auf einem Banner, Foda hatte seine Elf für das nächste „Wunder vom Betzenberg“ auf drei Positionen umgestellt - der viermalige Meister kam aber kaum zu klaren Torgelegenheiten. „Aufstiegs-Experte“ Mohamadou Idrissou, der zuvor mit drei Vereinen den Sprung in die Bundesliga geschafft hatte, verpasste nach zehn Minuten eine Ecke von Alexander Baumjohann nur knapp.

Hoffenheim versuchte, die technische Überlegenheit auszuspielen. Volland scheiterte nach 22 Minuten noch an der kompakten FCK-Innenverteidigung, ehe er fünf Minuten später nur regelwidrig zu stoppen war. Sippel machte sein Foul beim anschließenden Strafstoß wieder wett.

Kurz vor dem Halbzeitpfiff wurde der Klassenunterschied erstmals deutlich. Zunächst scheiterte Salihovic per Kopf erneut an Sippel (42.), ehe Abraham die Hoffenheimer aus kurzer Entfernung belohnte - Gisdol, der rechtzeitig zum „Endspiel“ auf den lange verletzten Mittelfeldspieler Tobias Weis zurückgreifen konnte, hielt es kaum in seiner Coaching-Zone.

Nach der Pause zeigte sich zunächst das gleiche Bild: Kaiserslautern überzeugte zwar kämpferisch, gegen die technisch besseren Gäste fehlten aber die rechten Mittel. Eine Standardsituation brachte kurzzeitig etwas Hoffnung. Baumjohann vollendete aus 22 Metern unhaltbar für 1899-Torwart Koen Casteels, ehe Vestergaard das 2:1 erzielte.

Beim FCK überzeugten Sippel und Baumjohann, bei Hoffenheim verdienten sich Vestergaard und Volland die Bestnoten.

sid/dpa

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