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Bremen rätselt: Was ist nur mit Özil los?

Mesut Özil steckt in einem Formtief
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Mesut Özil steckt in einem Formtief

Enschede - Als Klaus Allofs die Krise des Mesut Özil zu ergründen suchte, schlich der Nationalspieler in seinem Rücken kommentarlos zum Mannschaftsbus. Erklärungsversuche:

Zu seinem erschreckend schwachen Auftritt bei Werder Bremens 0:1 (0:1) in Enschede mochte Özil sich nicht äußern. Es war fast ein bisschen symptomatisch, denn auch auf dem Platz übernimmt der hochbegabte Mittelfeldstratege derzeit keine Verantwortung. Der in der Hinrunde glänzende Jungstar war im Europa- League-Hinspiel beim niederländischen Erstligisten FC Twente ein Totalausfall - Mitspieler und Fans warten verzweifelt auf Besserung.

“Er ist nicht so in Form“, kommentierte Allofs vorsichtig. “Man kann darüber spekulieren, woran es liegt.“ Und genau das passiert in Bremen seit Wochen. Zum einen geht es um die Frage, ob Özil das Werben internationaler Großclubs verwirrt oder ob er Werders Angebot zur Verlängerung des 2011 auslaufenden Vertrages annimmt. Allofs betonte nochmals: “Es geht nicht darum, ob er nach der Saison geht oder nicht geht. Wir wollen ihn länger binden.“

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Bei Schalke 04 gehört Höwedes bereits zu den Stützen des Teams
Auch Mesut Özil soll der Kampagne vor der WM sein Gesicht geben
Auch Mesut Özil soll der Werbekampagne vor der WM sein Gesicht geben © dpa
Nutella-Fluch
Er ist der DFB-Überflieger des Jahres 2009 © Getty
Nutella-Fluch
Auch Mats Hummels, bisher Leistungsträger der U21, ist ab sofort Nutella-Boy © Getty
Nutella-Fluch
Mats Hummels © Getty
Nutella-Fluch
...und schließlich mischt auch Manuel Neuer mit, der schon früher im Fernsehen Nutella aufs Brot schmierte © dpa
Süße Haselnusscreme und süße Jung-Nationalspieler - eigentlich eine Kombination, die passt. Doch wie jetzt Jermaine Jones ereilte viele Nutella-Boys nach dem TV-Spot der Karriere-Knick. © dpa
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JERMAINE JONES: Der Schalker durfte in einem TV-Spot ran und auch dreimal für Deutschland in Freundschaftsspielen auflaufen. © dpa
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Dann wurde er von Joachim Löw ausgebootet, entschied sich, zur US-Nationalelf zu wechseln und mit diversen zweifelhaften Äußerungen gegen Löw, seine Kollegen und die deutsche Mentalität die Öffentlichkeit gegen sich aufzubringen. © dpa
Nutella-Fluch
TIM BOROWSKI: Der damalige Bremer Leistungsträger war bei der WM 2006 Deutschlands "zwölfter Mann", wurde immer gleich eingewechselt, wenn Jürgen Klinsmann frischen Schwung brauchte. Mit seiner Vorlage auf Miroslav Klose im Viertelfinale gegen Argentinien brachte er Deutschland in die Verlängerung. © dpa
Nutella-Fluch
Nach seinem zwischenzeitlichen Wechsel zum FC Bayern ist er auch im Verein nur noch Ergänzungsspieler. Und in der Nationalmannschaft längst außen vor. © dpa
Nutella-Fluch
ANDREAS HINKEL: Der Rechtsverteidiger (hinten) war einer der "jungen Wilden" beim VfB Stuttgart und entfesselte entlang der Seitenlinie unter Rudi Völler (r.) auch im DFB-Trikot mächtig Wirbel. Zunächst. © dpa
Nutella-Fluch
Zum FC Sevilla würde er aber wohl nicht noch einmal wechseln. Von 2006 bis 2008 lernte er im sonnigen Spanien die Schattenseiten einer Fußball-Karriere kennen. Inzwischen darf er aber nicht nur im Verein (jetzt SC Freiburg) wieder regelmäßig ran, sondern auch im Deutschland-Jersey. © dpa
Nutella-Fluch
KEVIN KURANYI: Der junge Himmelsstürmer vom VfB Stuttgart debütierte unter Rudi Völler in der Nationalmannschaft und begeisterte auch dort mit Treffern wie am Fließband. © dpa
Nutella-Fluch
Später war er in der Nationalelf nur noch Ergänzungsspieler. Schließlich der Eklat: Als er mal wieder bei einem DFB-Spiel nur einen Tribünenplatz inne hatte, verließ er wortlos das Stadion und wurde von Joachim Löw aus der Nationalmannschaft geworfen. © dpa
Nutella-Fluch
BENJAMIN LAUTH: Er sorgte beim TSV 1860 München für Furore, schoss nicht nur Tore, sondern zog auch Sympathien auf sich und wurde in die Nationalelf berufen. © dpa
Nutella-Fluch
Nach dem Spot kam der große Karriere-Knick. Weder beim HSV, noch beim VfB Stuttgart oder Hannover 96 konnte er an alte Leistungen anknüpfen. Erst seit seiner Rückkehr in die Heimat zum TSV 1860 München läuft's wieder besser bei "Benny-Bomber" - allerdings eben in der zweiten Liga statt in der Nationalelf. © dpa
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TOBIAS WEIS: Nach einer furiosen Hinrunde mit 1899 Hoffenheim hat Joachim Löw auch den "Kraichgau-Gattuso" nominiert. Prompt durfte er sich auf der Mattscheibe auch Haselnusscreme aufs Brot schmieren. © dpa
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Danach konnte er sich zunächst die Nationalelf-Karriere abschmieren und wurde nicht mehr eingeladen. © dpa
Nutella-Fluch
NICHT ABGESCHMIERT: Keiner weiß, wie sie es machen, aber einige scheinen nach einem TV-Spot dem vermeintlichen "Nutella-Fluch" hartnäckig zu trotzen und (noch?) ohne große Karriere-Knicks auszukommen. So etwa Arne Friedrich © dpa
Nutella-Fluch
oder Marcell Jansen. Mal sehen, ob Höwedes, Neuer, Özil und Hummels den Bann brechen können © dpa

Zum anderen geht es um die Frage, wie Özil den öffentliche Wirbel um seine neue Freundin wegsteckt, die im Bremer Umland eine gewisse Bekanntheit besitzt: Sie ist die Schwester von Popsternchen Sarah Connor und war zuvor bereits mit anderen Werder-Spielern liiert.

“Es sind viele Dinge passiert, die Einfluss nehmen können“, sagte Allofs. “Es kann mit allem zusammenhängen.“ Der Clubchef schob allerdings nach: “Es kann aber auch einfach an fehlender Kraft liegen.“ Özil hatte nach der U21-Europameisterschaft nur eine kurze Pause und eine fulminante Hinrunde mit vielen zusätzlichen Spielen in der Europa League sowie in der Nationalmannschaft.

“Man sieht bei ihm genau hin. Er hat die Messlatte sehr hoch gelegt“, sagte Allofs über den jungen Spieler, der bei vielen Beobachtern wegen seines teilweise gezeigten Zauber-Fußballs als neuer deutscher Starspieler gilt. Özil bewies eindrucksvoll, dass er ein ganz außergewöhnliches Balltalent besitzt. Er war oft “in der Lage, den Unterschied auszumachen“, wie Trainer Thomas Schaaf es nennt. Nach der Niederlage in Enschede wollte Schaaf die Leistung von Özil, den er in der 67. Minute vom Platz nahm, aber nicht kommentieren: “Ich mache hier keine Einzelkritik.“

Es wäre unfair, die Niederlage in Enschede allein mit Özils Krise zu erklären. Auffällig war aber, dass er den Torschützen Theo Janssen (39.) bei dessen Dribbling vor dem Schuss nicht attackierte und nur neben ihm herlief. Erschwerend kommt hinzu, dass der Nationalspieler sich in der Offensive nicht durchsetzen konnte, Zweikämpfe vermied oder verlor und viele Fehlpässe spielte. “Man muss Geduld haben“, sagte Allofs, “er wird da früher oder später rauskommen - ich hoffe früher.“ Am besten schon am Sonntag gegen Bundesliga-Tabellenführer Bayer Leverkusen. Spätestens aber im Rückspiel am kommenden Donnerstag gegen Twente Enschede, wenn Werder das 0:1 aufholen muss.

dpa

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