34. Bundesliga-Spieltag

Saisonfinale: Wer überlebt im Abstiegskrimi?

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Auf HSV-Torjäger Pierre-Michel Lasogga ruhen die Hamburger Hoffnungen.

Hamburg - Showdown im Tabellenkeller: In Hamburg, Nürnberg und Braunschweig kämpfen drei Traditionsklubs bis zur letzten Sekunde um den Rettungsanker Relegation.

12. Mai 1990, Viertel nach Fünf, der Volkspark bebt: Nach einem Treffer von Jan Furtok in der 88. Minute feiert eine ganze Stadt den Klassenerhalt des Hamburger SV. Das 1:0 gegen Waldhof Mannheim bedeutet die Rettung am letzten Spieltag. Quasi in letzter Sekunde. 24 Jahre später soll sich Geschichte wiederholen - diesmal in Mainz.

„Der Dino darf nicht absteigen“, sagte HSV-Trainer Mirko Slomka vor der Partie beim FSV Mainz 05 am Samstag (15.30 Uhr/Sky) und stellte unmissverständlich klar: „Wir haben die Nase vorn und wollen uns das nicht mehr nehmen lassen.“ Die Hanseaten gehen mit ihren 27 Punkten zwar als Favorit in den Showdown im Tabellenkeller, doch der 1. FC Nürnberg (26 Zähler) und Eintracht Braunschweig (25) sitzen dem Bundesliga-Urgestein im Nacken und sind selber heiß auf den Relegationsplatz.

Schwere Bürde für Lasogga

Beim HSV sind es in der schwersten Krise der 127-jährigen Vereinsgeschichte Fotos wie das vom jubelnden Furtok, die aus den Archiven gekramt werden. Nach zuletzt vier Niederlagen in Folge und einer schrecklichen Saison ruhen inzwischen alle Hoffnungen auf dem genesenen Top-Torjäger Pierre-Michel Lasogga (zwölf Saisontore in 19 Spielen) und Trainer Slomka. Sie sollen den alten Bildern neues Leben einhauchen.

Slomka hat schließlich Erfahrung als Retter. 2010 feierte er, damals noch als Coach bei Hannover 96, am letzten Spieltag ein 3:0 beim VfL Bochum und sicherte den Niedersachsen damit in letzter Sekunde den Klassenerhalt. Im Jahr darauf führte Slomka 96 in die Europa League.

Ruhe ist Slomkas oberstes Gebot

„Aus meiner Erfahrung heraus weiß ich, dass ich jetzt vor allem Ruhe ausstrahlen muss“, sagte Slomka. In Mainz müsse sich sein Team auf das Wesentliche besinnen. „Wir müssen die Partie gewinnen, weil wir nicht wissen, was auf den anderen Plätzen passiert.“ Es existiere zwar auch ein Plan B - der „aber nur in meinem Kopf“, sagte Slomka.

Mut schöpft der Trainer trotz der desaströsen Serie von zuletzt acht Auswärtspleiten in Folge aus den letzten Auftritten in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt: Dort gab in den vergangenen sechs Partien drei Siege und drei Remis. Zudem sitzt am Samstag Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz als Edelfan und Glücksbringer auf der Tribüne.

Lieberknecht hofft auf das Wunder

Auch in Braunschweig ist der Glaube an den Klassenerhalt nicht zu erschüttern. Trainer Torsten Lieberknecht hofft vor dem Spiel bei 1899 Hoffenheim auf die Wiederholung der Ereignisse von 2008, als die Eintracht am letzten Spieltag den Absturz in die 4. Liga verhinderte. „Vielleicht wiederholt sich ja am Samstag die Geschichte“, meinte Lieberknecht.

Der 40-Jährige hat vor dem Abstiegsfinale im Kraichgau eine „Endspielstimmung“ rund um sein Team ausgemacht. „Die Mannschaft will den Sieg und das Wunder schaffen“, sagte Lieberknecht. Der letzte und in dieser Saison bislang einzige Erfolg der Eintracht auf fremdem Platz liegt allerdings über sieben Monate zurück. Am 5. Oktober (8. Spieltag) gewannen die Löwen beim VfL Wolfsburg mit 2:0.

Statistik spricht für HSV

Mit einem ähnlich emotionalen Auftritt wie Lieberknecht hat auch Nürnbergs Interimstrainer Roger Prinzen den Glauben an den Bundesliga-Verbleib des Clubs beschworen. „Ihr könnt mich für verrückt erklären, aber ich glaube an diese Chance, dass wir es schaffen. Wir müssen Krieger sein“, sagte Prinzen mit Blick auf das schwere Gastspiel bei Schalke 04.

Glaubt man nicht Prinzen, sondern der Statistik, kann am Ende aber eigentlich nur der HSV die Nase vorn haben. Denn zusammen gezählt haben die drei Abstiegskandidaten die letzten 14 Spiele allesamt verloren - und so könnten die Hamburger selbst im Falle ihrer fünften Niederlage in Folge am Ende über den Relegationsplatz jubeln.

sid

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