22. Bundesliga-Spieltag

Traum-Start für Slomka - VfB im Abstiegsstrudel

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Der HSV fährt gegen Dortmund den ersten Sieg in 2014 ein.

München - Der 22. Spieltag bescherte Mirko Slomka ein gelungenes Debüt in Hamburg. Stuttgart rutscht hingegen immer tiefer in die Krise. In Nürnberg werden gleich drei Elfmeter verschossen - die Zusammenfassung:

Beim Debüt des neuen Trainers Mirko Slomka hat der Hamburger SV seine Niederlagenserie in der Fußball-Bundesliga gestoppt. Die Hanseaten gewannen im ersten Spiel unter dem Nachfolger des vor einer Woche entlassenen Bert van Marwijk völlig überraschend am Samstag mit 3:0 (1:0) gegen den Champions-League-Finalisten Borussia Dortmund und rückten mit nun 19 Punkten auf den Relegationsplatz vor. Für den HSV war es am 22. Spieltag der erste Sieg nach sieben Niederlagen in Serie. Vorletzter ist nun der SC Freiburg (18), der gegen den FC Augsburg 2:4 (1:1) verlor.


Lage für Stuttgart immer bedrohlicher

Am Tabellenende liegt weiterhin Eintracht Braunschweig. Die Niedersachsen verloren trotz Überzahl und einer 1:0-Führung das Kellerduell beim 1. FC Nürnberg (23) 1:2 (1:0). Immer bedrohlicher wird es für den VfB Stuttgart (19), der gegen Hertha BSC 1:2 (1:1) verlor und zum siebten Mal in Serie verlor.

Borussia Mönchengladbach muss unterdessen weiter auf den ersten Sieg im Jahr 2014 warten. Die Elf von Lucien Favre spielte trotz einer 2:0-Führung nur 2:2 (2:0) gegen 1899 Hoffenheim und verpasste damit, bis auf vier Punkte an einen Champions-League-Platz heranzurücken. Der Vierte FC Schalke 04 war am Freitag nicht über ein 0:0 gegen den FSV Mainz 05 hinausgekommen.


Nach den Chaos-Wochen mit den vielen Pleiten, der Entlassung von van Marwijk und den Rücktritten von fünf Aufsichtsratsmitgliedern ließ Petr Jiracek die HSV-Fans und den neuen Coach Mirko Slomka mal wieder jubeln. Der Tscheche, in der Vergangenheit häufig nur Ersatz, traf nach Zuspiel von Pierre-Michel Lasogga zur Hamburger Führung (42.). Lasogga erhöhte anschließend mit seinem elften Saisontor gar auf 2:0 (58.), ehe Hakan Calhanoglu für den Schlusspunkt sorgte (90.+1). Damit könnte sich der Dortmunder Rückstand auf den Zweiten Bayer Leverkusen wieder auf vier Punkte vergrößern, sollten die Rheinländer beim am Samstagabend VfL Wolfsburg gewinnen.

Traumtore in letzter Minute: Bilder & Videos

Last-Minute-Treffer
Thiagos Zaubertor - ausgerechnet in der 93. Minute - gegen den VfB Stuttgart sorgte beim FC Bayern für großen Jubel. Doch der Spanier ist nicht der einzige, dem kurz vor Abpfiff ein wunderschöner Treffer gelang. Hier geht es zum Thiago-Scherenschlag. © picture alliance / dpa
Last-Minute-Treffer
Es ist einer der bekanntesten Last-Minute-Treffer der Bundesliga. Patrick Andersons Freistoß gegen den HSV 2001 zum 1:1-Ausgleich, der die Schalker ins Tal der Tränen beförderte und die Münchner zum Meister machte. Hier geht's zum Video. © picture-alliance / dpa
Last-Minute-Treffer
Ein Tor, an das sich ebenfalls die Bayern-Fans noch gerne erinnern. Arjen Robben lässt in der 90. Minute Roman Weidenfeller keine Chance und krönt die Münchner damit zum König von Europa. Hier geht's zum Gänsehaut-Moment. © dpa
Last-Minute-Treffer
David Beckham zirkelte in der Qualifikation zur WM 2002 einen Freistoß in den Winkel. Der traumhafte Treffer brachte die "Three Lions" direkt nach Südkorea und Japan, während hingegen Deutschland in die Relegation musste. Hier geht's zum Freistoß-Tor von "Becks". © dpa
Last-Minute-Treffer
Kevin Großkreutz rutschte aus und traf den Ball dadurch so, dass das Leder in einer unberechenbaren Flugbahn in die Ecke flog und Marseilles Keeper Mandanda ohne Chance war. Der BVB zog mit diesem Treffer 2013 ins Achtelfinale der Champions League ein, sonst wäre nach der Vorrunde Schluss gewesen. Hier geht's zum Tor. © dpa
Last-Minute-Treffer
2012 holten die Borussen zum ersten Mal in ihrer Vereinsgeschichte das Double - auch dank Ilkay Gündogan. Der Nationalspieler erzielte mit seinem "Ping-Pong-Tor" in der 120. Minute gegen Zweitligist Greuther Fürth das Siegtor, das gleichzeitig auch den Einzug ins Finale bedeutete. Dort vermöbelten die Schwarz-Gelben den FC Bayern mit 5:2. Hier geht's zum Slapstick-Treffer. © dpa
Last-Minute-Treffer
Es war neben dem Siegtor im WM-Finale einer der wichtigsten Treffer seiner Karriere. Andres Iniesta nahm gegen den FC Chelsea im Halbfinale der Champions League 2009 Maß und traf kurz vor Schluss zum 1:1-Ausgleich. Dank des Zaubertors zog das Team von Pep Guardiola ins Finale ein und demütigte dort Manchester United mit 3:1. Hier geht's zu seinem Treffer. © dpa
Last-Minute-Treffer
Drei Jahre später war das Glück dann auf der Seite des FC Chelsea. Im "Drama dahoam" stieg Didier Drogba nach Chelseas einziger Ecke am höchsten und wuchtet das Leder ins Tor. Der Ausgleich brachte die "Blues" in die Verlängerung und ins Elfmeterschießen, wo man den FC Bayern im eigenen Stadion schlug. Hier geht's zum Ausgleichstor von Drogba. © picture alliance / dpa
Last-Minute-Treffer
Manchester City spielte zu Hause im Derby gegen United. Kurz vor Schluss stand es 2:2, ehe Robin van Persie zum Freistoß antrat. Der Niederländer hielt drauf und machte in der Nachspielzeit den viel umjubelten Siegtreffer für die "Red Devils". Hier geht's zu seinem Treffer. © dpa
Last-Minute-Treffer
Oliver Neuville machte sich bei der WM 2006 unsterblich. Mit seinem Treffer gegen Polen in der 90. Minute schwappte eine Euphorie-Welle über Deutschland, die als "Sommermärchen" in die Geschichte einging. Hier geht's zum Wahnsinns-Tor © dpa
Last-Minute-Treffer
David Alaba bewahrte sein Land in der WM-Qualifikation mit dem 2:2 vor einer Niederlage gegen Irland. Der Bayern-Spieler traf dabei sehenswert von der Strafraumgrenze mit einem satten Linksschuss. Hier sehen Sie seinen Treffer. © dpa
Last-Minute-Treffer
Sergio Aguero machte die "Citizens" zum ersten Mal nach 44 Jahren wieder zum englischen Meister. Mit seinem schön herausgespielten Siegtreffer in der 93. Minute überholte City damit den Nachbarn aus United und ließ das ganze Etihad-Stadium toben. Hier geht's zum Meister-Tor. © picture alliance / dpa

In der vergangenen Woche hatte sich der HSV noch beim 2:3 in Braunschweig blamiert. Die Niedersachsen gaben indes den nächsten Big Point leichtfertig aus der Hand, als sie gleich zweimal vom Elfmeterpunkt an Club-Torhüter Raphael Schäfer scheiterten. Domi Kumbela vergab dabei sechs Minuten nach seinem Führungstor (34.) ebenso kläglich einen Strafstoß wie Ermin Bicakcic in der zweiten Halbzeit (63.). Stattdessen drehten die Nürnberger in Unterzahl das Spiel. FCN-Abwehrchef Per Nilsson hatte bereits im ersten Durchgang die Rote Karte nach einer Notbremse gesehen (32.). In der zweiten Halbzeit drehte der Club durch einen Doppelschlag von Hiroshi Kiyotake (46.) und Tomas Pekhart (47.) das Spiel. Kiyotake hätte gar auf 3:1 erhöhen können, doch der Japaner sorgte für den dritten verschossenen Strafstoß in diesem verrückten Spiel (68.). mit den drei Fehlschüssen sorgten die Clubs gar für ein Novum in der Bundesliga.

In Stuttgart geriet der VfB durch ein Tor des Berliners Lewan Kobiaschwili wieder früh ins Hintertreffen (5.), Arthur Boka schaffte vor der Pause den Ausgleich (45.). Sandro Wagner versetzte dem VfB aber in der 87. Minute den K.o., bevor der Hertha-Stürmer noch die Gelb-Rote Karte sah (90.+2).

Hin und Her ging es in Freiburg. Nach dem frühen Rückstand durch Tobias Werner (7.) drehten Jonathan Schmid (17.) und Admir Mehmedi für die Gastgeber das Spiel. Doch die Freude währte nicht lange. Augsburg antwortete mit Toren von Paul Verhaegh (78.), Halil Altintop (84.) und Andre Hahn (90.+4) eiskalt. Die Gladbacher Tore gegen Hoffenheim erzielten Patrick Herrmann (4.) und Tony Jantschke (18.). Doch zum ersten Sieg in der Rückrunde reichte es nicht, denn Hoffenheim kam durch Roberto Firmino (56.) und Sejad Salihovic per Foulelfmeter (82.) noch zum Punktgewinn.

dpa

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