BVB, VfB, HSV, Hertha

Vorschau: Traditionsklubs in der Problemzone

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Nach zwei Niederlagen in den ersten vier Saisonspielen brauchen die Dortmunder einen sieg gegen Stuttgart.

Düsseldorf - Probleme über Probleme: Borussia Dortmund muss gegen den VfB Stuttgart angesichts der Verletztenmisere weiter improvisieren. Der VfB, Hertha und der HSV suchen noch die richtige Mischung für das Erfolgsrezept.

Vier Traditionsstandorte, vier Problemzonen - der Mittwoch steht in der Fußball-Bundesliga im Zeichen der Krisenbewältigung. Borussia Dortmund plagen weiter große Personalsorgen, beim VfB Stuttgart, dem Hamburger SV und bei Hertha BSC werden vor dem 5. Spieltag Wege zum heiß ersehnten ersten Sieg gesucht.


VfB-Verantwortliche in der Kritik

In Stuttgart setzt Spielern und Verantwortlichen seit dem 0:2 gegen Hoffenheim die miserable Stimmung im Umfeld schwer zu. „Ich bin ja ein Gefühlsmensch, ich bin ja kein eiskalter Engel. Ich spüre natürlich, dass es hier überall unruhig ist“, sagte VfB-Trainer Armin Veh vor dem Auftritt bei Borussia Dortmund (20.00 Uhr/Sky). Ein Punkt und ein Tor, fünf Monate ohne Sieg und der gerade so vermiedene Abstieg brachten die Fans auf die Barrikaden. Zur Zielscheibe der Kritik wurden Torjäger Vedad Ibisevic und Sportvorstand Fredi Bobic, dessen Rücktritt gefordert wird.

Der zu Saisonbeginn zurückgekehrte Meistermacher von 2007 macht einen besonnenen Eindruck. Seine Aufgabe sei es, positives Denken zu vermitteln. „Selbstmitleid ist ein schlechter Begleiter. Nur wir können uns da rausziehen“, betonte der Fußball-Lehrer, für den die Vorzeichen für Dortmund recht simpel sind: „Aus psychologischer Sicht können wir nur gewinnen. Für uns wäre es eine richtig geile Kiste, wenn wir da was reißen könnten.“


Das wird schwierig genug. Vergangene Saison gab es ein 1:6, davor ein 0:0 und das legendäre 4:4. Der bis dato letzte Sieg gelang am 4. Februar 2007 mit 1:0. Trainer war damals Armin Veh, der drei Monate später Meister wurde - längst vergangene Zeiten. Nun muss der 53-Jährige auch noch auf Alexandru Maxim verzichten. Ibisevic, der gegen Hoffenheim krank fehlte, nehme er trotzdem mit, „weil er unbedingt will“.

Schafft Hamburg in Gladbach sein erstes Saisontor?

Mit massiven Personalproblemen hat auch Jürgen Klopp seit Wochen zu kämpfen. Neun Ausfälle waren es beim 0:2 in seinem Rekordspiel als BVB-Trainer in Mainz, wo sich auch noch Henrich Mchitarjan (Bandausriss in der Fußwurzel) verletzte. Gegen den VfB soll Neven Subotic in die Innenverteidigung zurückkehren, möglicherweise steht auch Weltmeister Mats Hummels wieder im Kader.

Auch HSV-Coach und Klopp-Kumpel Joe Zinnbauer hat im Spiel bei Borussia Mönchengladbach nicht alle Mann an Bord. Aber Kapitän Rafael van der Vaart, Marcell Jansen und Ivo Ilicevic fehlten schon beim ermutigenden 0:0 gegen den FC Bayern am vergangenen Wochenende. Schwachstelle ist die Offensive. Dass im Borussia-Park der erste Hamburger Saisontreffer fällt, will Gladbachs Granit Xhaka verhindern. „Wir wollen dafür sorgen, dass der HSV weiter torlos bleibt“, sagte der Schweizer WM-Teilnehmer.

Die Stimmung in der Hauptstadt war auch schon mal besser. Zwei Punkte lautet die magere Bilanz, und nun kommt der VfL Wolfsburg mit dem 4:1 gegen Leverkusen als Empfehlung. Gegen die „Wölfe“ verloren die Berliner die letzten beiden Heimspiele deutlich.

Traumtore in letzter Minute: Bilder & Videos

Last-Minute-Treffer
Thiagos Zaubertor - ausgerechnet in der 93. Minute - gegen den VfB Stuttgart sorgte beim FC Bayern für großen Jubel. Doch der Spanier ist nicht der einzige, dem kurz vor Abpfiff ein wunderschöner Treffer gelang. Hier geht es zum Thiago-Scherenschlag. © picture alliance / dpa
Last-Minute-Treffer
Es ist einer der bekanntesten Last-Minute-Treffer der Bundesliga. Patrick Andersons Freistoß gegen den HSV 2001 zum 1:1-Ausgleich, der die Schalker ins Tal der Tränen beförderte und die Münchner zum Meister machte. Hier geht's zum Video. © picture-alliance / dpa
Last-Minute-Treffer
Ein Tor, an das sich ebenfalls die Bayern-Fans noch gerne erinnern. Arjen Robben lässt in der 90. Minute Roman Weidenfeller keine Chance und krönt die Münchner damit zum König von Europa. Hier geht's zum Gänsehaut-Moment. © dpa
Last-Minute-Treffer
David Beckham zirkelte in der Qualifikation zur WM 2002 einen Freistoß in den Winkel. Der traumhafte Treffer brachte die "Three Lions" direkt nach Südkorea und Japan, während hingegen Deutschland in die Relegation musste. Hier geht's zum Freistoß-Tor von "Becks". © dpa
Last-Minute-Treffer
Kevin Großkreutz rutschte aus und traf den Ball dadurch so, dass das Leder in einer unberechenbaren Flugbahn in die Ecke flog und Marseilles Keeper Mandanda ohne Chance war. Der BVB zog mit diesem Treffer 2013 ins Achtelfinale der Champions League ein, sonst wäre nach der Vorrunde Schluss gewesen. Hier geht's zum Tor. © dpa
Last-Minute-Treffer
2012 holten die Borussen zum ersten Mal in ihrer Vereinsgeschichte das Double - auch dank Ilkay Gündogan. Der Nationalspieler erzielte mit seinem "Ping-Pong-Tor" in der 120. Minute gegen Zweitligist Greuther Fürth das Siegtor, das gleichzeitig auch den Einzug ins Finale bedeutete. Dort vermöbelten die Schwarz-Gelben den FC Bayern mit 5:2. Hier geht's zum Slapstick-Treffer. © dpa
Last-Minute-Treffer
Es war neben dem Siegtor im WM-Finale einer der wichtigsten Treffer seiner Karriere. Andres Iniesta nahm gegen den FC Chelsea im Halbfinale der Champions League 2009 Maß und traf kurz vor Schluss zum 1:1-Ausgleich. Dank des Zaubertors zog das Team von Pep Guardiola ins Finale ein und demütigte dort Manchester United mit 3:1. Hier geht's zu seinem Treffer. © dpa
Last-Minute-Treffer
Drei Jahre später war das Glück dann auf der Seite des FC Chelsea. Im "Drama dahoam" stieg Didier Drogba nach Chelseas einziger Ecke am höchsten und wuchtet das Leder ins Tor. Der Ausgleich brachte die "Blues" in die Verlängerung und ins Elfmeterschießen, wo man den FC Bayern im eigenen Stadion schlug. Hier geht's zum Ausgleichstor von Drogba. © picture alliance / dpa
Last-Minute-Treffer
Manchester City spielte zu Hause im Derby gegen United. Kurz vor Schluss stand es 2:2, ehe Robin van Persie zum Freistoß antrat. Der Niederländer hielt drauf und machte in der Nachspielzeit den viel umjubelten Siegtreffer für die "Red Devils". Hier geht's zu seinem Treffer. © dpa
Last-Minute-Treffer
Oliver Neuville machte sich bei der WM 2006 unsterblich. Mit seinem Treffer gegen Polen in der 90. Minute schwappte eine Euphorie-Welle über Deutschland, die als "Sommermärchen" in die Geschichte einging. Hier geht's zum Wahnsinns-Tor © dpa
Last-Minute-Treffer
David Alaba bewahrte sein Land in der WM-Qualifikation mit dem 2:2 vor einer Niederlage gegen Irland. Der Bayern-Spieler traf dabei sehenswert von der Strafraumgrenze mit einem satten Linksschuss. Hier sehen Sie seinen Treffer. © dpa
Last-Minute-Treffer
Sergio Aguero machte die "Citizens" zum ersten Mal nach 44 Jahren wieder zum englischen Meister. Mit seinem schön herausgespielten Siegtreffer in der 93. Minute überholte City damit den Nachbarn aus United und ließ das ganze Etihad-Stadium toben. Hier geht's zum Meister-Tor. © picture alliance / dpa

dpa

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