Der Club sucht: Hecking als Weihnachtsgeschenk?

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Dieter Hecking hat gute Chancen auf den Job

Nürnberg - Alles andere als besinnlich geht es dieser Tage beim 1. FC Nürnberg zu: Erst flog Aufstiegstrainer Michael Oenning nach 16 Monaten, nun will der “Club“ in Windeseile den Nachfolger verpflichten.

“Nach der Entlassung läuft unser Draht zu verschiedenen Trainern auf Hochtouren und wir hoffen, dass wir noch vor Weihnachten einen neuen Cheftrainer präsentieren können“, sagte Präsident Franz Schäfer. Als Top-Kandidat gilt Dieter Hecking, bis in den August noch Coach bei Hannover 96. “Jeder Trainer, der schon mal in der Bundesliga gearbeitet hat, traut es sich zu, einer Mannschaft in einer schwierigen Situation helfen zu können“, sagte der 45-Jährige.

Hecking signalisierte am Dienstag via “Nürnberger Zeitung“ Interesse, im Bayerischen Fernsehen nahm Schäfer am Montagabend sich und seine Mitstreiter in die Pflicht. “Der neue Mann hat nur wenige Tage Zeit, um sich vorzubereiten und die Mannschaft auf das Trainingslager vorzubereiten und seine Planungen zu machen. Es liegt also an uns, Tag und Nacht an dieser Entscheidung zu arbeiten“, betonte der Vereinspräsident. Man verhandele nicht nur mit einer Person, sondern “mit einigen“ Anwärtern.

Das 17. Bundesliga-Spieltag in Bildern

Der 17. Bundesliga-Spieltag in Bildern

Viele Kandidaten, so Schäfer, gebe es aber nicht. Man brauche einen Trainer der Erfahrung im Abstiegskampf und in der Bundesliga habe. “Das sind nicht allzu viele.“ Dieses Anforderungsprofil würde sicher auch auf den in dieser Saison in Bochum entlassenen Schweizer Marcel Koller zutreffen. Aber als Favorit auf den Posten beim abstiegsbedrohten Traditionsclub hat sich Hecking herauskristallisiert.

Dieser wird jedoch nur dann in die vom 2. bis 9. Januar im türkischen Belek mit einem Trainingslager beginnende Rückrunden- Vorbereitung starten, wenn die Perspektiven stimmen. “Ich werde eine neue Aufgabe aber nur dann übernehmen, wenn ich nach einem intensiven Austausch mit den Verantwortlichen das Gefühl habe, dass alles zusammenpasst“, sagte Hecking. “Der Verein muss klare Vorstellungen haben, das ist mir ganz wichtig.“ Die hat der “Club“, denn der eingeschlagene Wege mit jungen Spielern soll weitergegangen werden. “Wir dürfen nicht alles über Bord werfen, was uns stark gemacht hat“, riet Manager Martin Bader zur Fortsetzung des Jugendstils beim Altmeister.

Allerdings müssen die Franken, die nach vier Niederlagen ohne eigenen Treffer als 17. auf einem Abstiegsplatz überwintern, den Kader dringend verstärken. Denn in der Hinrunde fehlte es trotz der Talente an Qualität. Zwei, drei neue Spieler sollen kommen. Geld für Einkäufe könnte durch den Abgang von Peer Kluge, der bei Schalke 04 gehandelt wird, in die Kasse kommen. Man würde ihn jedoch nicht gerne abgeben, betonte Schäfer. Belastet wird das Budget auch durch die Trennung von Oenning, der bei den Franken immerhin noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2011 hatte.

dpa

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