Reus lobt Stürmer

Dortmund feiert Super-Lewa: "Weltklasse"

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Robert Lewandowski erzielte zwei Tore gegen Freiburg.

Dortmund - Zwei Tore schoss er selbst, an den drei anderen war er beteiligt. Der künftige Münchner Lewandowski zeigte, dass er für seinen jetzigen Verein alles gibt. Das will er auch am Dienstag beweisen.

Von den Zuschauern gefeiert, von den Mitspielern gelobt. Das 5:0 (2:0) von Borussia Dortmund über den chancenlosen SC Freiburg bereitete auch Robert Lewandowski mächtig Spaß. Obwohl der polnische Nationalspieler nur wider Willen bis zum Saisonende beim BVB spielt, schlüpfte er bei der jüngsten Gala der Dortmunder Torfabrik in die Rolle des Hauptdarstellers und war an allen Treffern beteiligt. Vor allem sein Lupfer zum 3:0 ließ die Herzen von Fußball-Ästheten höherschlagen. „Das war schlichtweg Weltklasse. Es gibt nur wenige, die das so machen“, schwärmte Lewandowskis kongenialer Sturmpartner Marco Reus.


Nur wenige Tage nach seiner Ankündigung, im Januar endlich einen Vertrag beim FC Bayern zu unterschreiben, spielte Lewandowski groß auf. Sein Doppelpack in der 58. und 70. Minute beseitigte alle Zweifel, dass der künftige Münchner seine restliche Zeit beim Revierclub nur noch lustlos zu Ende bringt. Zusammen mit dem Mainzer Nicolai Müller und dem Hoffenheimer Anthony Modeste (jeweils 6) führt er die Bundesliga-Torjägerliste an. „Es stimmt, es macht sehr viel Spaß in Dortmund. Ich gebe gern alles für Borussia“, bekannte Lewandowski in der „Bild am Sonntag“.

Sein professionelles Verhalten ist ein Grund für den Bundesliga-Höhenflug der Borussia. Mit der fast optimalen Ausbeute von 19 Punkten und 21:5-Toren steht sie nach sieben Saisonspielen besser denn je da. Das macht Mut für die schwerere Aufgabe am Dienstag in der Champions League gegen Olympique Marseille. Nationalstürmer Reus, der wie Lewandowski gegen Freiburg zweimal traf (35./45.), ist guter Dinge, den Fehlstart in die europäische Königsklasse vergessen machen zu können: „In Neapel ist uns angeblich alles abhandengekommen. So wurde es zumindest geschrieben. Aber es ist das Gute am Fußball, dass man alle drei Tage spielen kann.“


Alle Sorgen , dass die Borussia beim 1:2 in Süditalien vor zwei Wochen schweren Schaden genommen haben könnte, erwiesen sich bisher als unbegründet. Trotz der Terminhatz der vergangenen Tage und des kräftezehrenden 2:0-Pokalsieges über die Münchener „Löwen“ erst in der Verlängerung spielte sie gegen Freiburg groß auf. „Das Spiel hat gezeigt, dass wir immer mehr wollen. Ein 2:0 oder ein 3:0 reicht uns nicht“, sagte Reus. Diese Einstellung seiner Mannschaft stimmte auch Trainer Jürgen Klopp für das Duell mit den Franzosen zuversichtlich: „Dienstag wird eine Herausforderung, aber wir haben ein Heimspiel vor ausverkauftem Haus. Wir fühlen uns nicht wahnsinnig unter Druck.“

Von einer solch üppigen Punktausbeute wie die Dortmunder können die Freiburger derzeit nur träumen. Das Team von Christian Streich, das nach der Roten Karte für Fallou Diagne (45.) in Unterzahl spielte, muss weiter auf den ersten Saisonsieg warten. Mit sorgenvoller Miene kommentierte der Gäste-Trainer die neuerliche Schlappe. „Das ist kein echter Wettkampf, wenn wir mit 10 gegen 11 in Dortmund spielen müssen. Gegen so eine herausragende Mannschaft wirst du in Unterzahl seziert.“

Auch der 2:1-Pokalsieg über Stuttgart verhalf nicht zur erhofften Trendwende. „Ich dachte, wir hätten nach diesem Spiel mehr Selbstvertrauen. Dass wir es den Dortmundern so einfach machen, hätte ich nicht gedacht“, klagte Torhüter Oliver Baumann. Ähnlich deprimiert klang Fußball-Lehrer Streich: „Wenn ich nicht Trainer in Freiburg wäre, hätte mir das Zuschauen Spaß gemacht. So war es einfach nur schrecklich.“

Torschützenkönige in der Bundesliga seit 1990

2011/2012: Klaas-Jan Huntelaar (FC Schalke): 29 Tore © AP
2010/2011: Mario Gomez (FC Bayern), 28 Tore. © ap
2009/2010: Edin Dzeko (VfL Wolfsburg), 22 Tore © Getty
2008/2009: Grafite (VfL Wolfsburg), 28 Tore © Getty
2007/2008 (FC Bayern München), 24 Tore © Getty
2006/2007: Theofanis Gekas (VfL Bochum), 20 Tore © Getty
2005/2006: Miroslav Klose (Werder Bremen), 25 Tore © Getty
2004/2005: Marek Mintal (1. FC Nürnberg), 24 Tore © Getty
2003/2004: Ailton (Werder Bremen), 28 Tore © Getty
2002/2003: Giovane Elber (FC Bayern München), 21 Tore © Getty
2002/2003: Thomas Christiansen (VfL Bochum), 21 Tore © Getty
2001/2002: Martin Max (TSV 1860 München), 18 Tore © Getty
2001/2002: Marcio Amoroso (Borussia Dortmund), 18 Tore © Getty
2000/2001: Ebbe Sand (FC Schalke 04), 22 Tore © Getty
2000/2001: Sergej Barbarez (Hamburger SV), 22 Tore © Getty
1999/2000: Martin Max (TSV 1860 München), 19 Tore © Getty
1998/99: Michael Preetz (Hertha BSC), 23 Tore © Getty
1997/98: Ulf Kirsten (Bayer Leverkusen), 22 Tore © Getty
1996/97: Ulf Kirsten (Bayer Leverkusen), 22 Tore © Getty
1995/96: Fredi Bobic (VfB Stuttgart), 17 Tore © Getty
1994/95: Heiko Herrlich (Borussia Mönchengladbach), 20 Tore © 
1994/95: Mario Basler (Werder Bremen), 20 Tore © Getty
1993/94: Anthony Yeboah (Eintracht Frankfurt), 18 Tore © Getty
1993/94: Stefan Kuntz (1. FC Kaiserslautern), 18 Tore © dpa
1992/93: Anthony Yeboah (Eintracht Frankfurt), 20 Tore © dpa
1992/93: Ulf Kirsten (Bayer Leverkusen), 20 Tore © dpa
1991/92: Fritz Walter (VfB Stuttgart, links), 22 Tore © Getty
1990/91: Roland Wohlfahrt (FC Bayern München), 17 Tore © Getty
1989/90: Jörn Andersen (Eintracht Frankfurt), 18 Tore © Getty

dpa

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