Drei Tote nach Anschlag auf Togos Nationalmannschaft

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Auf Togos Nationalmannschaft wurde ein Anschlag verübt (Archivbild).

Paris/Carbinda - Nach dem Anschlag auf die Fußball-Nationalmannschaft aus Togo kamen drei Menschen ums Leben. Der Africa-Cup wird nach Angaben der Organisatoren dennoch nicht unterbrochen.

Separatisten in der angolanischen Exklave Carbinda haben sich zu einem Feuerüberfall auf die Fußball-Nationalmannschaft bekannt. Dabei wurden mindestens drei Menschen getötet, wie der togoische Torwart Kossi Agassa am Samstag dem Pariser Sender France-Info sagte. Bei den Toten handele es sich um einen angolanischen Fahrer sowie einen Ersatztrainer und einen Sprecher der Fußballmannschaft. Ein zweiter Torwart sei so schwer verletzt worden, dass er zur Notbehandlung nach Südafrika gebracht worden sei. Zuvor hatten togoische Behörden berichtet, der angolanische Fahrer der Mannschaft sei getötet worden, und acht togoische Fußballer hätten Verletzungen erlitten.

Alle WM-Teilnehmer und ihre Kapitäne

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Schwerbewaffnete schossen am Freitag auf ihren Konvoi, nachdem dieser aus Kongo kommend die Grenze zu der ölreichen Exklave passiert hatte. Das Team aus Togo war zum Afrika-Cup nach Angola gereist und sollte am Montag in Carbinda gegen Ghana antreten.

Zu dem Überfall bekannte sich die sogenannte Befreiungsfront für Carbinda (FLEC). Diese kämpft für die Unabhängigkeit der Exklave, die wegen ihrer Erdölvorkommen für die angolanische Regierung von größter Bedeutung ist. Menschenrechtsgruppen haben dem Militär in Carbinda wiederholt Gräueltaten an der Zivilbevölkerung vorgeworfen. Ferner sollen Regierungsbeamte Erdöleinnahmen in Millionenhöhe veruntreut haben. Die Regierung in Luanda weist dies zurück.

Die Opfer des Überfalls wurden in ein Krankenhaus in der Stadt Carbinda gebracht. Die Organisatoren des Afrika-Cups betonten derweil, dass die Spiele nicht abgebrochen würden. Das Turnier, an dem 16 Mannschaften teilnehmen, beginnt am (morgigen) Sonntag. Für die angolanische Regierung ist es ein wichtiges Prestigeobjekt. In Carbinda und drei weiteren Städten wurden eigens neue Stadien gebaut.

ap

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