"Fußball muss sich einbringen"

Fall Hitzlsperger: Das sagt der DFB

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Thomas Hitzlsperger.

München - Der Deutsche Fußball-Bund will trotz Thomas Hitzlspergers Outing derzeit keine weiteren Vertrauenspersonen zur Unterstützung schwuler Profis einstellen.

„Der Fußball ist sich seiner gesellschaftlichen Verantwortung bewusst und muss sich mit dem, was er leisten kann, einbringen. Im Moment sehe ich allerdings keine Notwendigkeit, neue Strukturen zu schaffen“, sagte DFB-Vizepräsident Rainer Koch in einem Interview des „Münchner Merkur“ (Freitag). Beim DFB seien genügend „Ansprechpartner vorhanden“, urteilte Koch. „Es wird niemand alleingelassen.“

Hitzlspergers Weg an die Öffentlichkeit wertete der Funktionär als „mutigen, wichtigen und wegweisenden Schritt“. „Jetzt können sich andere auf ihn beziehen. Es wird so nun viel leichter, sich zu seiner eigenen Position zu bekennen“, sagte Koch und forderte eine Null-Toleranz-Politik gegen schwulenfeindliche Aussagen: „Man muss sofort die Rote Karte zeigen, wenn sich jemand gegen Hitzlspergers Weg stellt.“ Dem Respekt vor sexueller Entscheidungsfreiheit komme eine genauso große Bedeutung bei wie vor Herkunft oder Hautfarbe.

„Wichtig ist, dass der Schiedsrichter solche Beschimpfungen auf dem Platz konsequent ahndet und die Sportgerichtsbarkeit handelt, wo es möglich ist. Bei den Besuchern ist man darauf angewiesen, dass sich der Gedanke in der Menge manifestiert, dass solche Aussagen nicht in Ordnung sind“, sagte Koch.

dpa

"Respekt!" Stimmen zum Hitzlsperger-Outing

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