Watschn von Poldi/Kapitän schimpft: „Er muss viel lernen“

Ballack: Zoff nach Hammer-Tor

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Michael Ballack bejubelt mit seinen Teamkollegen seinen Treffer zum 1:0.

Jogi Löw schnaufte tief durch und ballte ganz verhalten die Fäuste. Es war die pure Erleichterung, die dem Bundestrainer nach dem Schlusspfiff anzumerken war.

Ballack mit einem 30-Meter-Hammer und ein walisisches Eigentor sorgten für den mühsamen 2:0-Sieg in Cardiff. In der WM-Quali läuft weiter alles nach Plan. Aber nur, was die Ergebnisse betrifft – denn noch vor dem Abpfiff gab es einen handfesten Krach im deutschen Team! 

Auslöser: Lukas Podolski, der eine taktische Anweisung von Michael Ballack ignorierte und seinem Kapitän eine kräftige Watschn verpasste. Ballack sauer: „Er ist ein junger Spieler und muss noch viel lernen. Aber dass er handgreiflich wird, geht natürlich nicht.“ Das sah auch Bundestrainer Löw so, der nach dem Spiel eine interne Aussprache ankündigte. Nicht das einzige Problem für den Bundestrainer, denn auch gegen Wales, den 60sten der Weltrangliste, schafften es Jogis Jungs nur selten, Dominanz aufzubauen. Zaubern? Beileibe nicht! Das 2:0 gegen Wales – es war ein typischer Arbeitssieg. Immerhin: Damit bleibt Deutschland Tabellenführer in der Gruppe, vor Russland, die am Mittwoch nur knapp mit 1:0 in Liechtenstein gewannen. Deshalb ist der Sieg gegen Wales so wichtig: Sollte das Spiel am 10. Oktober in Russland das entscheidende Spiel um Platz eins sein, würde Deutschland ein Unentschieden reichen. 

Eine Überraschung gab es schon vor dem Anpfiff. Bundestrainer Löw trat gegen die defensiven Waliser nur mit einer Spitze an: Mario Gomez. Lukas Podolski rutschte aus dem Sturm ins linke Mittelfeld, Simon Rolfes und Thomas Hitzlsperger gaben die Doppel-Sechs. Ballack sollte hinter den Spitzen für Torgefahr sorgen. Schon nach elf Minuten hatte sich Löws Umstellung gelohnt. Einwurf auf links, der Ball kommt zu Ballack, der hält aus 30 Metern einfach mal drauf – mit 108 km/h schlägt der Ball im Winkel ein! 1:0 – was für ein Hammer von Michael Ballack! Ein Start, wie er besser kaum laufen konnte.

Doch danach kam herzlich wenig. Im Gegenteil, nach 20 Minuten wurde Wales stärker, hatte eine Riesenchance zum Ausgleich. Doch Enke rettete die Führung mit einer Weltklasse-Parade. Fünf Minuten später wieder Riesendusel: Ledley läuft mit Tempo auf Tasci zu, der rutscht im Strafraum aus, legt sich quer vor den walisischen Stürmer und spielt liegend den Ball mit der Hand. Ledley fällt über ihn – quasi ein „Doppelfoul“. Schiri Hauge lässt aber weiterlaufen.

Es blieb dabei: Zwar hatten die Deutschen mehr Ballbesitz, echten Druck konnten sie jedoch nicht aufbauen. Es gab zwar noch ein paar Chancen (Gomez, Poldi), glanzvoll war das aber nicht. Kein Wunder, dass Jogi Löw ziemlich angefressen in der Kabine verschwand. Co-Trainer Hansi Flick zur Pause: „Wir dürfen uns nicht auf dem 1:0 ausruhen, sondern müssen das 2:0 nachlegen!“ Gesagt, getan. Drei Minuten nach der Pause setzt sich Gomez durch, passt flach nach innen, wo Williams den Ball zum 2:0 ins eigene Tor verlängert. Nach 691 Minuten ohne Tor endlich ein Erfolgserlebnis für Gomez – auch wenn es nur ein „halbes“ Tor war. Doch auch die nun komfortable Führung brachte keine Sicherheit ins deutsche Spiel. Enke rettete sensationell gegen Earnshaw (56.), Wales blieb ebenbürtig. Fazit: Die Ergebnisse stimmen, vieles andere nicht…

jj, ta

Quelle: rosenheim24.de

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