Dank an Hoeneß und Beckenbauer

FC Bayern feiert sich: "Beste Zeit der Geschichte"

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Karl-Heinz Rummenigge, der Vorstandsvorsitzende der FC Bayern München AG, auf der Jahreshauptversammlung im Audi Dome. 

München - Der FC Bayern schreibt weiter schwarze Zahlen. Die sportliche Übermacht hat ihren Preis - der Münchner Luxuskader ist teuer. Dank und Applaus gibt es für zwei abwesende Vereinslegenden.

Der FC Bayern sonnt sich im sportlichen und finanziellen Erfolg und hält zu seinen Vereinsikonen Uli Hoeneß und Franz Beckenbauer. „Wir erleben die beste Zeit in der Geschichte des FC Bayern“, schwärmte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge in seinem Bericht auf der Jahreshauptversammlung des deutschen Fußball-Branchenführers und erntete großen Beifall.

Auch zwei prominente Abwesende wurden am Freitagabend im Audi Dome besonders belobigt und erhielten Applaus der 2590 anwesenden Mitglieder: Hoeneß und Beckenbauer. „Ich darf mich an dieser Stelle bei Uli bedanken“, sagte Rummenigge gerichtet an den Ex-Präsidenten, der weiterhin eine Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung verbüßt. Seit 2. Januar arbeitet der 63 Jahre alte Hoeneß als Freigänger in der Nachwuchsabteilung der Bayern. „Er hat frischen Wind reingebracht.“

Aufmunternde Worte und Applaus gab es ebenfalls für Beckenbauer, der in der Affäre um die Vergabe der Fußball-WM 2006 an Deutschland ins Zwielicht geraten ist. „Franz macht gerade eine schwere Zeit durch. Man versucht ihn bei dem unter Verdacht stehen Sommermärchen 2006 exklusiv die Schuld zuzuschieben. Ich glaube, dass das nicht fair ist“, sagte Rummenigge. Der ehemalige Nationalmannschafts-Kapitän forderte auch den DFB auf, mit seiner Galionsfigur Beckenbauer anders umzugehen und „nicht den Finger noch tiefer in die Wunde zu legen“.

Vereinspräsident Karl Hopfner hatte zuvor eine „Vorverurteilung“ des langjährigen Spielers, Trainers und Präsidenten des FC Bayern beklagt und versprochen: „Franz Beckenbauer ist zurecht unser Ehrenpräsident - und wird es auch bleiben.“

Auf ein „Zuckerl“ in Form von Vertragsverlängerungen, speziell mit Trainer Pep Guardiola oder Stars wie Jérôme Boateng, mussten die Mitglieder bei der Zusammenkunft wie angekündigt verzichten. Dafür konnte der in der Bundesliga sportlich übermächtige FC Bayern erneut Zahlen verkünden, die ihn auch finanziell weiterhin als klare Nummer 1 ausweisen. In der vergangen Meistersaison hat der Rekordchampion einen Rekordgewinn von 23,8 Millionen Euro erzielt. Das operative Ergebnis des Konzerns vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) betrug nie zuvor erreichte 111,3 Millionen Euro, wie der Verein bei seiner Jahreshauptversammlung am Freitagabend in München bekanntgab.

Der Umsatz lag im Geschäftsjahr 20s14/15 mit 523,7 Millionen Euro zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte über einer halben Milliarde Euro. In der Saison zuvor war er um noch fünf Millionen Euro höher ausgefallen. „Maximaler sportlicher Erfolg bei wirtschaftlicher Solidität - das ist unsere Maxime“, erklärte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Jan-Christian Dreesen.

Die größten Einnahmequellen waren der Spielbetrieb mit 137,6 Millionen Euro, Sponsoring und Vermarktung (113,9 Mio) sowie das Merchandising (Trikotverkauf etc.) mit 101,7 Millionen Euro. Auf der Ausgabenseite dominierten angesichts des mit Topstars besetzten Luxuskaders die Personalkosten mit 227,3 Millionen Euro. Um den Angriff der reichen englischen Vereine auf die eigenen Topstars abwehren zu können, forderte Rummenigge eine deutlichen Anstieg der TV-Einnahmen in Deutschland. „Unsere Spieler erhalten bereits jetzt dramatische Angebote der englischen Clubs“, mahnte Rummenigge.

Die Jahreshauptversammlung des FC Bayern im Ticker zum Nachlesen.

dpa

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