"Sonst kann ich hier nicht trainieren"

Guardiola hält an seiner Spielidee fest

Pep Guardiola hat seine Spielphilosophie verteidigt.
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Pep Guardiola hat seine Spielphilosophie verteidigt.

München - Pep Guardiola wird auch in Zukunft an seiner auf Ballbesitz ausgerichteten Philosophie festhalten. Eine Alternative sieht der Spanier auch in Zukunft nicht.

Bayern Münchens Trainer Pep Guardiola will trotz der 0:4-Klatsche im Champions-League-Halbfinale gegen Real Madrid seinen Weg ohne Wenn und Aber fortsetzen und an seiner Spielphilosophie festhalten. „Nach der Niederlage gegen Real bin ich von meiner Idee umso mehr überzeugt“, sagte Guardiola vor dem Bundesligaspiel des Rekordmeisters am Samstag (15.30 Uhr/Sky) beim Hamburger SV unmissverständlich.

Egal ob gegen den HSV, „gegen Stuttgart, im DFB-Pokal-Finale, nächstes Jahr: Wir werden mit meinen Ideen spielen. Sonst kann ich nicht hier trainieren - wenn ich etwas sagen müsste, was ich nicht fühle“, unterstrich der 43 Jahre alte Spanier, für den Ballbesitz alles bedeutet: „Egal in welchem Verein der Welt: Die Mannschaft muss mit den Ideen des Trainers spielen. Es gibt keine andere Lösung.“

Seine wichtigste Aufgabe sei es deshalb, so Guardiola am Freitag, die Spieler „davon zu überzeugen, welche Spielweise für alle die beste ist“. Er verstehe, dass Stars wie Thomas Müller, Mario Götze oder Javi Martinez spielen wollen: „Aber ich muss entscheiden, was das Beste für die ganze Mannschaft ist. Jeder Spieler will mit seinen eigenen Ideen spielen, aber das geht nicht.“

"Wenn wir verlieren, bin ich im Risiko"

Guardiola erhält für seinen Kurs (noch) uneingeschränkte Rückendeckung von Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und Sport-Vorstand Matthias Sammer. „Aber wenn wir nicht gewinnen, hilft es mir nicht, wenn Kalle und Matthias von mir überzeugt sind. Wenn wir verlieren, bin ich im Risiko“, räumte der frühere Barcelona-Coach ein. Letztlich müsse der Verein entscheiden, „ob dieser Trainer mit diesen Ideen das beste für den Verein ist“.

Wie es in der kommenden Saison personell weitergehen soll, ließ er indes offen. „Wir haben noch zwei Wochen, ein Finale. Danach werde ich mit den Bossen sprechen. Aber auch wenn wir im Champions-League-Finale stünden, würden wir den Kader analysieren. Das ändert sich nicht durch eine Niederlage“, sagte Guardiola. Nach der Pleite gegen Real hatte es einige Spekulationen gegeben, dass sich der Bayern-Coach fünf neue Spieler wünscht.

Zukunftsmusik. Die Gegenwart heißt Hamburg. „Wir haben eine große Niederlage erlitten, aber wir müssen nach vorne gehen. Wir wollen die beste Performance zeigen. Vielleicht ist es nicht einfach. Aber wir müssen unsere Spielweise und unser Vertrauen für unser großes Finale finden“, betonte Guardiola, der die Spiele gegen den HSV und zum Liga-Abschluss gegen Stuttgart als „gute Vorbereitung“ auf das Pokal-Endspiel am 17. Mai gegen Dortmund sieht.

Wiedergutmachung in Hamburg

Auch Müller wollte das krachende Aus gegen die Königlichen schnell abhaken. „Wir werden uns jetzt nicht drei Wochen in den Keller sperren. Wir müssen schauen, dass wir den Arsch wieder hochkriegen“, sagte der Nationalspieler in aller Deutlichkeit.

In Hamburg, wo der FC Bayern „auf Wiedergutmachung aus ist“ (Dante), fehlen neben dem gesperrten Rafinha weiterhin die Rekonvaleszenten Holger Badstuber, Xherdan Shaqiri und Thiago.

Auch einen Einsatz von Beginn an im Pokalfinale von Guardiolas zuletzt schmerzlich vermisstem Wunschspieler („Thiago oder nix“) wird es wohl nicht geben. „Ich denke nicht, dass er gegen Dortmund von Anfang an spielen kann. Vielleicht ist er im Kader“, sagte der Bayern-Trainer über seinen Landsmann - der Guardiolas Idee vom Fußball beim FC Bayern am besten umsetzen kann.

SID

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