Auch ohne Tor gegen HSV ein Hauptakteur

Müller ist endlich wieder Müller: „Es lief wie von selbst“

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Super-Joker und Mann des Tages vereint: Kingsley Coman (l.) feiert gemeinsam mit Thomas Müller.

München - Wochenlang schien Thomas Müller nur ein Schatten seiner selbst. Doch bei der Tor-Gala gegen den Hamburger SV platzte der Knoten beim Bayern-Star - und wie!

Das war der Thomas Müller, wie ihn sich der FC Bayern wünscht. Unberechenbar, umtriebig und wirkungsvoll - auch ohne eigenes Tor. "Thomas Müller war der beste Spieler auf dem Platz, er war der Schlüssel", sagte Carlo Ancelotti, dessen 1000. Pflichtspiel auf der Trainerbank zu einem Münchner Festtag wurde. Und als Zeremonienmeister der 8:0 (3:0)-Demütigung des Hamburger SV erlebte Müller endlich wieder ein Spiel wie aus einem Guss.

"Es hat richtig Spaß gemacht. Das war das, wonach wir in jedem Spiel suchen, Spielfreude pur. Es lief wie von selbst", sagte der Weltmeister, der mit seinem Auftritt sogar den Dreierpack von Robert Lewandowski (24./Foulelfmeter, 42., 54.) übertrumpfte. Selbst wenn Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge den Polen danach in die "Kategorie Gerd Müller" einordnete: "Man sieht im Wochenrhythmus, wie klasse er ist - und er ist nie verletzt."

Rummenigge: „Müllers beste Saisonleistung“

Nach der verloren gegangenen Klasse suchte dagegen seit Monaten Thomas Müller. Gegen den hilflosen Sparringspartner HSV fand er sie. "Das war seine beste Saisonleistung", sagte Rummenigge, während Arjen Robben sich als "großer Fan" outete: "Er ist immer wichtig, auch wenn er den Ball mal gar nicht trifft. Alle, die Ahnung von Fußball haben, müssen das sehen."

Müller legte mit einem Querpass das 1:0 von Arturo Vidal (17.) auf. Er holte den Foulelfmeter heraus, den Lewandowski zum 2:0 verwandelte. Müller leitete den Angriff ein, den Lewandowski zum dritten Tor vollendete - und er schenkte uneigennützig David Alaba (56.) das Tor zum 5:0. Zudem trafen Kingsley Coman (65., 69.) und Robben (87.).

Der Anfang des Tor-Festivals: Thomas Müller, Arturo Vidal, David Alaba und Douglas Costa (v. l.) freuen sich über das 1:0.

Müller sind „Vorlagen genauso wichtig wie Tore“

"Ich habe heute vielleicht nicht aufs Tor geschossen, aber das kann ich verschmerzen. Vorlagen sind mir genauso wichtig wie Tore", sagte Müller, der deswegen nun aber nicht jede Woche den Lieblingsgegner aus der Hansestadt serviert bekommen möchte. "Dieses Pauschalgerede können wir nicht gebrauchen", wiegelte er ab.

Dabei ist es auf gut Bairisch geradezu eine "g'mahde Wies'n", wenn der Bundesliga-Dino nach München reist. 8:0, 5:0, 8:0, 3:1, 9:2, 5:0, 6:0 - die letzten sieben Nord-Süd-Klassiker beim FC Bayern reihten für den Rekordmeister nahezu ein Schützenfest an das andere. Ekstase löste der vierthöchste Bundesligasieg beim Tabellenführer nicht aus, der Blick geht schon zum Pokalspiel am Mittwoch gegen Schalke 04. Auch die Feier zu Ancelottis Jubiläum muss deswegen ausfallen. "Jetzt haben wir keine Zeit dafür", sagte der Coach.

Gisdol will schnell Strich unter Partie machen

Keine Zeit, in Trauer oder Depression zu verfallen, haben die Hamburger. Trainer Markus Gisdol empfahl schnell "einen dicken Strich" unter dieses Desaster zu machen. Allerdings räumte er ein: "Wir waren zu keinem Zeitpunkt ein angemessener Gegner für die Bayern."

Gerade hatte sich der HSV scheinbar berappelt und im Tabellenkeller vor allem mit dem 3:0 bei RB Leipzig etwas Luft verschafft, da machte diese Klatsche alles zunichte. Torwart René Adler drückte es drastisch aus: "Wir haben mit dem Arsch eingerissen, was wir uns in den letzten Wochen aufgebaut haben."

sid

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