Hoeneß äußert sich

"Das schwierigste Jahr in unserem Leben"

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Uli Hoeneß hofft, um eine Gefängnisstrafe herumzukommen.

Marrakesch - Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß ist zuversichtlich, beim Prozess wegen seiner Steueraffäre im kommenden Frühjahr um eine Gefängnissstrafe herumzukommen.

Bayern-Präsident Uli Hoeneß hat ein zweigeteiltes Jahresfazit gezogen. Die Bilanz des Münchner Fußball-Rekordmeisters mit dem Triple und einer herausragenden Vereinsentwicklung sei „nicht zu toppen“. Dagegen erlebte der wegen Steuerhinterziehung angeklagte Hoeneß persönlich eine harte Zeit. „Privat ist es für mich und meine Familie das schwierigste Jahr in unserem Leben“, betonte der 61-Jährige in einem Interview des Radiosenders B5 aktuell am Rande der Club-Weltmeisterschaft in Marokko.

In den im März beginnenden Prozess wegen Steuerhinterziehung werde er „gut vorbereitet“ gehen, betonte der Bayern-Präsident. „Ich bin der einzige unter 70 000 Selbstanzeigen, der in epischer Breite in der Öffentlichkeit dargestellt wurde. Von einem Steuergeheimnis kann schon lange keine Rede mehr sein, ein Prominenten-Bonus ist weit und breit nicht zu sehen. Es ist von einem riesigen Prominenten-Malus zu sprechen“, erklärte Hoeneß, der von einer korrekten Selbstanzeige und einem entsprechenden Urteil ausgeht.

Er glaubt an ein gutes Ende für ihn. "Ich bin nach wie vor der Meinung, dass die Arbeit meiner Berater mit der Selbstanzeige okay war. Und dementsprechnd müsste auch das Urteil ausfallen“, sagte Hoeneß. Er habe „einen großen Fehler gemacht“, betonte der 61-Jährige erneut und werde sich „dieser Sache stellen und gut vorbereitet in diesen Prozess gehen“.

An eine baldige Wiederholung des Triples aus Meisterschaft, DFB-Pokal und Champions League glaubt er nicht. „Wir müssen uns alle daran gewöhnen, dass wir ein außergewöhnliches Jahr erlebt haben. Das Jahr 2013 wird für den FC Bayern in die Geschichte eingehen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das wiederholbar ist“, sagte der Aufsichtsratschef. „Wenn ich irgendwann vor 20, 30 Jahren den FC Bayern gemalt hätte, hätte er wahrscheinlich so ausgeschaut wie jetzt.“

Hoeneß warnte vor zu großen Ansprüchen an den FC Bayern. Man müsse aufpassen, dass der Club nicht in eine Drucksituation gerate, aus der er nicht mehr herauskomme, sagte der 61-Jährige. „Wenn du einen wichtigen Titel pro Jahr holst, ob das die deutsche Meisterschaft ist oder die Champions Leauge oder auch mal das Pokalendspiel, dann ist das okay.“

Persönlich freue er sich jetzt auf das Weihnachtsfest im Kreise der Familie und mahnte zu Zufriedenheit, anstatt das neue Jahr mit Erwartungen zu überfrachten. „Wir müssen uns zurücklehnen, reflektieren und genießen und dann mit neuer Kraft an die Aufgaben herangehen, die auf uns zukommen“, bekannte Hoeneß.

dpa/sid

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