Freiburg frech nach München

"Versuchen will man es natürlich schon"

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Oliver Sorg (l.) in der Vorsaison gegen Mario Mandzukic.

Freiburg - Mit Respekt, aber ohne Angst reist der SC Freiburg zum Auswärtsspiel bei Bayern München. Der Sport-Club ist der einzige Verein neben Bayer Leverkusen, der in dieser Saison gegen den Rekordmeister punkten konnte.

Es ist noch nicht allzu lange her, da ärgerte sich Christian Streich über eine kleine Wissenslücke. Vor drei Wochen verpasste es der Trainer des SC Freiburg, Leverkusens Stefan Kießling nach dem 3:2 der Breisgauer gegen die Werkself zum 30. Geburtstag zu gratulieren. Dabei hatten Streich und der Bayer-Torjäger nach dem Schlusspfiff noch lange auf dem Rasen zusammengestanden und geplaudert.

In diesen Tagen muss sich der 48 Jahre alte Coach nicht den Vorwurf gefallen lassen, irgendetwas versäumt zu haben. Zumindest nicht, wenn es um die mentale Vorbereitung seiner Mannschaft auf das Duell beim Krösus Bayern München am Samstag (15.30 Uhr/Sky) geht.

Streich jedenfalls denkt nicht im Traum daran, die drei Punkte gegen den alten und höchstwahrscheinlich neuen deutschen Meister herzuschenken. Auch wenn der FC Bayern seit 45 Bundesliga-Partien unbesiegt ist - und der Tabellenführer keines seiner 23 Punktspiele gegen die Breisgauer verloren hat. „Die Bayern sollen Spaß haben. Und den hat man ja nur, wenn man einen richtigen Gegner hat“, meinte Streich und betonte: „Wir fahren nicht nach München, um zu sagen: Das Spiel haben wir eh verloren.“

Von Angst vor einem Debakel an der Isar keine Spur. Im Gegenteil: „Wir freuen uns auf die Partie“, beteuerte der Freiburger Trainer. Bei Verteidiger Oliver Sorg überwiegt vor dem besonderen Spiel weder der Respekt, noch die Vorfreude: „Ich würde eher sagen, es ist der Ehrgeiz. Vielleicht mögen viele darüber lächeln, aber versuchen will man es natürlich schon, vielleicht die Mannschaft zu sein, die die Serie der Bayern stoppt“, erklärte der 23-Jährige.

Auftrieb gibt dem Tabellen-15. die Tatsache, dass der Sport-Club in der bisherigen Saison neben Bayer Leverkusen der einzige Verein ist, der gegen die großen Bayern punkten konnte. Im Hinspiel am 27. August 2013 hieß es überraschend 1:1. Münchens Nationalspieler Thomas Müller schimpfte damals: „Das fühlt sich beschissen an, wie eine Niederlage.“ Damals war der hohe körperliche Aufwand für die Gastgeber entscheidend: Die Freiburger liefen im Spiel insgesamt 128,7 Kilometer - und damit fast neun Kilometer mehr als der FC Bayern.

Überhaupt beobachtet man beim Triple-Sieger mit höchster Anerkennung das „System Freiburg“, in dem mit bescheidenen Mitteln gewirtschaftet wird und die Nachwuchsförderung ein wichtiger Aspekt der Klub-Philosophie ist. „Ich finde, dass die Freiburger seit Jahren einen exzellenten Job machen“, lobte Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, der besonders eine Eigenschaft an dem Verein von der Dreisam schätzt: „Man hört nie Klagen. Dort jammert niemand, dort lamentiert niemand, die machen einfach ihre Arbeit seriös weiter. Das imponiert mir.“

Schon Münchens Ex-Coach Jupp Heynckes hatte in der vergangenen Saison, als die Breisgauer einen überraschenden fünften Platz belegten, seine Hochachtung vor seinem Trainerkollegen Streich verdeutlicht. „Er ist Freiburgs bester Mann. Ich möchte seine überragende Leistung herausstellen. Er macht eine Arbeit, die gar nicht hoch genug zu bewerten ist“, hatte Heynckes damals geschwärmt.

sid

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