Nürnberg feuert Oenning - Kommt Hecking?

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Michael Oenning muss wohl seinen Hut nehmen

Nürnberg - Keine Punkte, keine Tore - und jetzt auch keinen Trainer mehr: Der 1. FC Nürnberg hat aus der sportlichen Misere die Konsequenzen gezogen und Fußballlehrer Michael Oenning entlassen.

“Es war eine schwere Entscheidung, die Oenning akzeptiert hat“, sagte “Club“-Präsident Franz Schäfer am Montag nach einer mehrstündigen Präsidiumssitzung. Nach langen Diskussionen und Analysen hatten sich Schäfer sowie die Vize-Präsidenten Ralf Woy und Martin Bader einstimmig gegen den 44-jährigen Coach entschieden. Als Favorit für den Trainerposten beim abstiegsgefährdeten Altmeister wird Dieter Hecking, der bis zum August Trainer von Hannover 96 war, gehandelt. Auch der Schweizer Marcel Koller (zuletzt beim VfL Bochum) soll als Feuerwehrmann im Gespräch sein.

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Gleich nach der Beurlaubung von Oenning, der im August 2008 als Trainer die Nachfolge von Thomas von Heesen angetreten und die Nürnberger zurück in die Bundesliga geführt hatte, begab sich der FCN intensiv auf Trainersuche. “Wir müssen so schnell wie möglich einen Nachfolger verpflichten, am besten noch vor Weihnachten“, sagte Schäfer. Einen Kreis von Kandidaten gebe es, so der für die Finanzen zuständige Vize Woy. Laut Sportdirektor Bader muss der neue Trainer bereit und geeignet sein, den unter Oenning eingeleiteten Kurs mit jungen Spielern fortzusetzen.

Den Ausschlag für den nicht unerwarteten Trainer-Rauswurf hatten laut Schäfer “die Ergebnisse der letzten Wochen“ gegeben. Nach vier Niederlagen ohne Treffer muss der Altmeister als Bundesliga-17. auf einem Abstiegsplatz überwintern, vier Punkte hinter dem Relegationsplatz. Die 0:3-Pleite am Sonntag beim 1. FC Köln hatte für FCN-Boss Schäfer das Fass zum Überlaufen gebracht. Die Lage sei “katastrophal“, hatte der 72-Jährige gesagt und Oenning eine Jobgarantie verweigert: “Es war meine Absicht, keinen zu entlassen. Aber Zeit und Ergebnisse überholen manchmal Aussagen. Zwölf Punkte sind auch für einen Neuling zu wenig.“ Der höchste Kölner Bundesliga- Erfolg seit April 2006 (3:0 gegen Wolfsburg) war für Nürnberg der sportliche Offenbarungseid - und nach 479 Tagen der Anfang vom Ende für Oenning.

Die Trennung vom jungen Trainer nimmt die Mannschaft erst recht in die Pflicht. “Die Spieler sind jetzt gefordert, jeder muss sich am Riemen reißen“, appellierte Schäfer an die Profis. Es gehe nur um das Wohl des Vereins, mahnte Sportdirektor Bader, der sich kritischen Fragen hinsichtlich des Kaders stellen will. “Ich stehle mich nicht aus der Verantwortung“, sagte der Manager. Die seit langem schwelenden Gerüchte über seinen Wechsel zum Hamburger SV nannte Bader “inhaltslos“.

Oennings Beurlaubung soll erst der Anfang von weiteren personellen Zäsuren sein. “Wir brauchen auf zwei, drei Positionen absolute Verstärkungen und keine Bankdrücker“, hatte Schäfer schon vor der Trainerentscheidung eine Aufbesserung des aktuellen Kaders angekündigt. Gleichzeitig sollen in der Winterpause auch Spieler abgegeben werden. So soll Peer Kluge für angeblich eine Million Euro zum FC Schalke 04 wechseln. “Es ist überhaupt nicht der Fall, dass wir mit Schalke in Kontakt stehen“, wies Bader die Spekulationen um den Mittelfeldspieler zurück und stellte klar, dass über Personalien erst dann entschieden wird, “wenn der neue Trainer da ist.“

dpa

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