Kurze Winterpause bleibt bestehen

Frankfurt - Die kurze Winterpause in der Fußball-Bundesliga soll auch in der kommenden Spielzeit getestet werden.

Dies bestätigte der Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL), Holger Hieronymus, dem Fachmagazin “kicker“ (Donnerstag) in einem Interview. “Wir haben uns mit den Vereinen abgestimmt, in dieser sowie der nächsten Spielzeit einen Test laufen zu lassen. Wir werden danach gemeinsam mit der Universität Saarland, die eine Studie erstellt, eine Bewertung vornehmen, auch und gerade in Hinblick auf die Belastung für die Spieler“, sagte Hieronymus.

Die kurze Pause in diesem Winter hängt auch zusammen mit der Weltmeisterschaft in Südafrika (11. Juni bis 11. Juli), weil der Weltverband FIFA eine Schutzsperre vor dem Turnier verhängt hat. Demnach dürfen Nationalspieler vier Wochen vor Turnierbeginn keine Pflichtpartie mehr bestreiten. Dennoch hätte man, so Hieronymus, mit zwei oder drei englischen Wochen die Winterpause auch in diesem Jahr verlängern können. Auf der anderen Seite sei aber nie angedacht gewesen, wie in England über die Weihnachts-Feiertage durchzuspielen. “In Deutschland gibt es diese Tradition nicht“, meinte Hieronymus.

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Die kurze Pause hat natürlich auch Konsequenzen für die Trainingsarbeit. Etliche Clubs haben bereits nach einer Woche wieder das Vorbereitungsprogramm aufgenommen. “Da kommt man relativ schnell wieder in den Rhythmus, über die Feiertage verliert die Mannschaft nicht so viel“, befand Trainer Michael Frontzeck von Borussia Mönchengladbach. Auch Hertha-Coach Friedhelm Funkel sagte: “Im Grundlagen-Ausdauerbereich müssen wir nicht so viel machen.“ Dennoch nutzten 14 von 18 Erstligisten die kurze Pause für Trainingslager im Süden, nur vier Vereine verzichteten darauf.

Trotz des getroffenen Kompromisses mit den Vereinen gibt es aus Reihen der Clubs auch Kritik an der verkürzten Winterpause. “Dass man jetzt im Winter die Leute ins Stadion holt und im Mai die Termine nicht sinnvoll nutzt, das ist eine ungesunde Entwicklung“, sagte Bayer Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler. Auch Jan Schindelmeiser von 1899 Hoffenheim kritisierte die “Winterspiele“. “Das ist nicht im Sinne der Zuschauer“, sagte der Manager der “Rhein-Neckar-Zeitung“.

Werder Bremens Trainer Thomas Schaaf sieht bei der verkürzten Pause die Regeneration gefährdet. “Wir sind bei der neuen Regelung nicht in der Lage, unseren Spielern die Pausen zu geben, die sie brauchen“, sagte der Coach. Generell werde das Produkt Fußball durch die kurze Winterpause nicht besser, ergänzte Schaaf.

dpa

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