Fußball: Bundesligisten rüsten auf und ab

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Mike Hanke wechselt von Hannover 96 zu Borussia Mönchengladbach.

Die Zeit der Zocker beginnt: Mit Transfers in der Winterpause wollen die Bundesligisten ihre Kader fit für die Rückserie machen. Vor allem bei den Abstiegskandidaten herrscht Geschäftigkeit. Die Anforderungen an die Spieler: Gut und günstig sollen sie sein.

Die heiße Poker-Phase hat längst begonnen: Wenn am 1. Januar die Transferperiode offiziell wieder eröffnet wird, wollen etliche Fußball-Bundesligisten personell noch einmal nachbessern. Noch herrscht nach außen hin weitgehend Ruhe, doch schon vor dem ersten Rückrundenspieltag (14. bis 16. Januar) möchten die Eliteclubs ihren Kader-“Facelift“ am liebsten abgeschlossen haben.

Im letzten “Winterschlussverkauf“ hatten sich die Bundesligisten extrem zurückgehalten. Sie gaben zum Ende der Transferperiode II für 42 neue Profis rund 13,5 Millionen Euro aus. Dem standen 57 Abgänge gegenüber, mit denen die Clubs rund 5,5 Millionen Euro erlösten.

Bei Rekordmeister FC Bayern München dominiert die Personalie Mark van Bommel die Diskussionen. Der Abgang des 33 Jahre alten Kapitäns zum VfL Wolfsburg steht weiter im Raum; beerben könnte den “Leitwolf“ der zehn Jahre jüngere brasilianische Defensivallrounder Luiz Gustavo (1899 Hoffenheim).

BVB hat nichts geplant

Kaum Personalbewegung ist bei den Überfliegern der Hinrunde zu erwarten: Tabellenführer Borussia Dortmund setzt voll auf den Kader, der in der ersten Halbserie so begeistert hat. “Wir haben nichts geplant“, sagte Sportdirektor Michael Zorc. Stattdessen baut der Herbstmeister auf die Rückkehr von drei Langzeitverletzten: Mohamed Zidan, Patrick Owomoyela und Sebastian Kehl sollen Trainer Jürgen Klopp noch mehr Möglichkeiten geben.

Lokalrivale FC Schalke 04 vertraut ebenso auf seinen aktuellen Kader. Nach dem großen Umbruch im Sommer soll sich die zuletzt überzeugende Mannschaft weiter finden. Im vergangenen Winter war Schalke mit acht neuen Profis noch der Transfermeister gewesen.

Der VfL Wolfsburg will hingegen nach dem bisher enttäuschenden Saisonverlauf reagieren. “Wir müssen den bereits begonnenen Umbruch fortführen. Mit dieser Mannschaft ist in ihrer Zusammensetzung kein dauerhafter Erfolg mehr möglich“, sagte Manager Dieter Hoeneß.

Spekulationen gibt es immer wieder um Kapitän Edin Dzeko. Interesse an dem Stürmer haben etliche Spitzenclubs in Europa bekundet. Der 24-jährige Bosnier ist mit zehn Saisontoren erneut bester VfL-Torschütze, doch 30 Millionen Euro von Manchester City könnten für Verstärkungen in alle Mannschaftsteile investiert werden. 

Werder Bremen will trotz Rang 14 im Transfergeschacher Ruhe bewahren. Stürmer Hugo Almeida, bester Werder-Torschütze in dieser Saison, geht zu Besiktas Istanbul, der Erlös beträgt rund zwei Millionen Euro. Neue Spieler sind kurzfristig noch nicht in Sicht. Ein möglicher Kandidat für die Almeida-Nachfolge ist Srdjan Lakic (1. FC Kaiserslautern), der im Sommer ablösefrei wäre.

VfB will Okazaki

Im Tabellenkeller herrscht erwartungsgemäß emsiges Treiben. Der Tabellen-16. 1. FC Köln ersetzte den in die USA abgewanderten Keeper Faryd Mondragon durch den früheren Bayern-Schlussmann Michael Rensing. Der VfB Stuttgart hat Interesse am japanischen Stürmer Shinji Okazaki (Shimizu S-Pulse). Auch für die löchrige Abwehr wird noch gesucht.

Schlusslicht Borussia Mönchengladbach hofft im Abstiegskampf auf die Tore von Mike Hanke, der ablösefrei von Hannover 96 kommt. In den kommenden Tagen soll zudem der Transfer von Defensivspieler Håvard Nordveit (FC Arsenal) abgewickelt werden. Dadurch soll die mit 47 Gegentoren schlechteste Abwehr der Liga endlich Halt bekommen.

dpa

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