Alle feiern den Real-Star

"Ronaldo ist von einem anderen Planeten"

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Cristiano Ronaldo schoß Portugal in den Playoffs alleine zur WM nach Brasilien

Lissabon - Portugal feiert Volksidol Cristiano Ronaldo. Der Stürmer sicherte seinem Land mit einem Dreierpack die vierte WM-Teilnahme in Folge. Die Medien feiern ihn als „Superman“.

Nach seiner Drei-Tore-Gala im Wettschießen der Fußball-Diven verzichtete Portugals Superstar Cristiano Ronaldo sogar auf große Töne. Eine übermäßige Selbstinszenierung war nach der erfolgreichen WM-Qualifikation nicht mehr nötig. Völlig berauscht lagen Fans und Medien dem Angreifer von Real Madrid zu Füßen. „Cristiano, wir lieben dich“, skandierten Anhänger auf dem Lissaboner Platz Marques de Pombal weit nach Mitternacht, noch immer völlig verzückt vom 3:2-Sieg in Schweden und der vierten WM-Teilnahme in Folge. „Ronaldo Superheld“, titelte am Mittwoch die Zeitung „Público“. Das Sportblatt „Record“ erhob ihn zum „Superman“, laut Zeitung „I“ seien immer mehr Portugiesen dafür, das Land in „Portunaldo“ umzutaufen. Da passt es, dass sich der Kicker gerade auf Madeira ein eigenes Museum baut.

„Ich habe nur meine Arbeit getan“, kommentierte Cristiano Ronaldo bescheiden. Von wegen eitler Schönwetter-Fußballer mit Frisurenspleen. Der 28-jährige kann auch entscheidende Spiele - und gewann nebenbei noch das faszinierende Duell gegen Schwedens Enfant Terrible Zlatan Ibrahimovic. Nach einer torlosen ersten Halbzeit drehte Ronaldo im Stockholmer Vorort Solna wie entfesselt auf. In der 50. Minute schloss er einen Konter mit links eiskalt ab, den beiden Treffern von Ibrahimovic (68./72.) ließ Ronaldo seinerseits wieder zwei Tore folgen (77./79.). „Ronaldo ist von einem anderen Planeten“, staunte sein Sturmpartner, der frühere Werder-Profi Hugo Almeida. Bereits im Hinspiel hatte der Global Player von Real Madrid per Flugkopfball den einzigen Treffer erzielt.

Mit nun 47 Länderspieltoren egalisierte Cristiano Ronaldo den nationalen Rekord von Pauleta. Er habe niemanden etwas beweisen wollen, versicherte er nach dem Abpfiff in Anspielung an den Streit mit FIFA-Weltverbandsboss Joseph Blatter, der seine Vorliebe für Ronaldos Erzrivalen Lionel Messi unumwunden zugegeben hatte. Dass er davon überzeugt ist, der beste Spieler der Welt zu sein und nach 2008 endlich wieder den Titel des Weltfußballers zu verdienen, bestreitet der Frauenschwarm nicht: „Ich schieße jede Saison 40, 50 Tore, das macht nicht jeder.“

In punkto Selbstbewusstsein steht ihm Ibrahimovic in nichts nach - auch wenn er bei der WM zum Nichtstun verdammt ist. „Eine Sache ist klar: Eine WM ohne mich, die ist es nicht wert, dass man sie sich anguckt“, giftete Ibrahimovic nach dem Quali-Aus in seiner eigenen App „Zlatan Unplugged“. Er wolle aber weiter im Nationalteam spielen, verriet der Stürmer von Paris Saint-Germain, denn er sei ein „stolzer Kapitän“.

Zum zweiten Mal in Serie fehlen die Skandinavier jetzt bei einer WM. „Eine große Enttäuschung“, gab Coach Erik Hamren zu. Portugal sei besser gewesen - dank Ronaldo. Dennoch habe Schweden die Qualifikation ebenso verdient gehabt wie der Gegner, meinte Ibrahimovic im Fernsehen. Immerhin sei man in der Gruppe Zweiter hinter Deutschland, „dem besten Team Europas“, geworden.

Der Teuerste, der Schönste und der Beste? Bilder von Cristiano Ronaldo

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dpa

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