Hannover 96 schafft kleines Erfolgserlebnis in Frankfurt

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Die Frankfurter verspielten eine 2:0-Führung gegen Hannover 96. Foto: Boris Roessler

Die Mannschaft von Hannover 96 hat ihrem Trainer erst einmal den Job gerettet. Tayfun Korkut bleibt im Amt, weil 96 in Frankfurt aus einem 0:2 noch ein verdientes 2:2 macht. Das war ein kleiner Schritt im Abstiegskampf, aber längst noch nicht der Durchbruch.

Frankfurt/Main (dpa) -  Nach dem Schlusspfiff ballte Tayfun Korkut beide Fäuste. Hannover 96 hatte gerade im Spiel bei Eintracht Frankfurt aus einem 0:2-Rückstand noch ein völlig verdientes 2:2 (0:1)-Unentschieden gemacht.

Zunächst wusste der bereits heftig ins Wanken geratene Trainer nur, dass dieser Punkt endlich wieder ein kleines Erfolgserlebnis im Abstiegskampf war. Wenig später bestätigte dann auch 96-Präsident Martin Kind: "Es gibt keine Trainerdiskussion." Korkut genießt weiter das Vertrauen des Vereins und wird auch am kommenden Freitag im Duell mit Konkurrent Hertha BSC auf der Bank sitzen.

"Mit dem Punkt und insbesondere mit dem Spiel bin ich zufrieden. Dass sie nach einem 0:2-Rückstand noch unentschieden spielt, spricht für die Qualität und den Willen dieser Mannschaft", meinte der 96-Chef. Die späten Tore von Marcelo in der 68. und Didier Ya Konan in der 82. Minute gaben diesem Spiel noch eine völlig leistungsgerechte Wende.

Alexander Madlung (27.) und Stefan Aigner (54.) hatten die Eintracht zunächst in Führung gebracht, aber der Tabellen-Achte war am Samstag vor allem spielerisch so schwach, dass Korkut später sagte: "Nach dem Ausgleichstreffer und kurz nach Abpfiff überwog natürlich zuerst die Freude. Mit etwas Abstand muss ich aber sagen: Heute wäre mehr dringewesen."

Drei Punkte hätten die 96er auch gut gebrauchen können, denn noch immer hat der Tabellen-14. in der Rückrunde der Fußball-Bundesliga kein Spiel gewonnen. "Dieses 2:2 ist ein großer Beweis dafür, dass die Mannschaft intakt ist und sich wehrt", meinte Korkut. "Aber wenn man auf die Tabelle guckt, sieht man, dass wir weiter mittendrin sind im Abstiegskampf. Wir müssen weitermachen, wir dürfen nicht nachlassen. Nächste Woche gegen Hertha ist ein extrem wichtiges Spiel, da sollten wir mehr holen als heute."

Den Frankfurtern tat der Blick auf die Tabelle ebenfalls weh. Wäre es beim 2:0 geblieben, würde die Mannschaft von Thomas Schaaf jetzt auf Platz sieben stehen, der am Ende der Saison eventuell zum Einzug in die Europa League reicht. So aber zeigte sich mal wieder, dass der Eintracht Beständigkeit und Sicherheit fehlen. "Wir haben den Ball heute zu einfach, zu leicht, zu schnell wieder abgegeben", kritisierte Schaaf. Kapitän Kevin Trapp meinte sogar: "Fußballerisch war das brutal zu wenig."

Der Trainer hatte für den Punktverlust aber noch eine andere Erklärung: "Wir hatten heute eine guten Gegner, Kompliment. Sie haben nie aufgegeben", sagte Schaaf. Hannover hatte vor 49 600 Zuschauern von Beginn an die besseren Chancen. Schon nach einer Viertelstunde hätte es 0:2 stehen können, weil Edgar Prib (14.) zunächst freistehend an Trapp scheiterte und Felipe (15.) nach einem Eckball am halbleeren Tor vorbeiköpfte.

96 fehlte an diesem Tag aber auch eine nahezu komplette Offensivreihe: Der Ex-Frankfurter Joselu blieb mit einer Grippe zu Hause, Artur Sobiech ist verletzt, Leonardo Bittencourt gesperrt. Zähneknirschend musste sich Korkut vorne für Ya Konan entscheiden, obwohl dem nach seiner Rückkehr noch die Kraft fehlt. "Wir wussten, dass er körperlich noch nicht bei 100 Prozent ist. Aber er hat einfach Qualität, das ist Fakt", sagte der Trainer. Mit einem schönen Schlenzer belohnte der Ivorer die Aufholjagd seines Teams. "Ich habe das wie im Training gemacht", sagte Ya Konan.

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 37,2 - 62,8

Torschüsse: 13 - 15

gew. Zweikämpfe in %: 51 - 49

Fouls: 17 - 24

Ecken: 4 - 9

Quelle: optasports.com

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