Jogis Wunschzettel

Joachim Löw hat klare Vorstellungen

Berlin - Joachim Löw steht klar zur Handschlag-Verlängerung seines Bundestrainer-Vertrages, hat aber seine Wünsche nun in einem Interview klar artikuliert.

Zunächst hatte es einige Irritationen über das Zustandekommen des neuen Kontraktes gegeben, der offiziell erst zu Beginn des WM-Jahres 2010 abgeschlossen werden soll. “Es gibt keine Zweifel, sondern von beiden Seiten die ganz klare Bereitschaft, das Arbeitsverhältnis fortzusetzen“, sagte der Fußball-Bundestrainer dem Fachmagazin “kicker“ (Montag). Der 49 Jahre alte Freiburger soll und will als Chef die deutsche Nationalmannschaft nach der Weltmeisterschaft in Südafrika weiter bis zur EM 2012 in Polen und der Ukraine führen.

Jogi gestern, Jogi heute

Jogi gestern, Jogi heute

Nach einem Gespräch mit Löw in der DFB-Zentrale hatte Verbands- Präsident Theo Zwanziger schnell mit einer Vollzugsmeldung über die Verlängerung des Löw-Kontraktes überrascht. Löw legte aber großen Wert auf die Einschränkung, dass “noch einige Punkte geklärt werden“ müssten. Inzwischen hat Löw-Anwalt Christoph Schickhardt mit dem DFB bereits Einzelheiten besprochen. Löw wird mit dem neuen Vertrag wohl noch mehr Kompetenzen bekommen, vor allem die Zuständigkeiten bei der wichtigsten Talente-Mannschaft, der U 21, sollen noch klarer geregelt werden. Es gehe um “eine saubere Abgrenzung“ zwischen Bundestrainer Löw und Sportdirektor Matthias Sammer, betonte DFB-Chef Zwanziger.

“Wir müssen zusammenrücken und alles unserem Ziel unterordnen, Titel zu gewinnen. Die Nationalmannschaft ist unser Aushängeschild, von dem auch die Junioren-Teams des DFB sportlich und wirtschaftlich profitieren“, verkündete Sammer am Montag auf der offiziellen Internetseite des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). “Daher werden wir alles dafür tun, die sportliche Leitung um Bundestrainer Joachim Löw und Oliver Bierhoff als Manager zu unterstützen“, versprach der einstige Nationalspieler, der für den kompletten Nachwuchsbereich des DFB zuständig ist. Die “U 21“, quasi der Zulieferer der A-Mannschaft, soll jedoch klar unter Aufsicht von Löw stehen.

Während für Löw die Verantwortung für die “U 21“ sowie die weitere Zusammenarbeit mit seinem kompletten Trainerstab klare Bedingungen für eine Verlängerung seines derzeit bis nach der WM 2010 laufenden Kontraktes gewesen sein dürften, soll das Projekt zentrales Leistungszentrum bei den Detail-Verhandlungen keine Rolle spielen. “Dieses Zentrum ist eine Idee und ein Wunsch, weil es eine klare Optimierung der Arbeitsbedingungen bedeuten würde“, sagte Löw, “aber es kann kein Vertragsinhalt sein.“ Das klare Bekenntnis zur weiteren Zusammenarbeit wertete der Bundestrainer jedoch auch klar als “konzeptionelle Entscheidung“.

Gerade durch die Entwicklungen und Erfolge der deutschen Talente wie Mesut Özil (Bremen), Jerome Boateng (Hamburg), Holger Badstuber, Thomas Müller (beide FC Bayern), Sami Khedira (Stuttgart) und Toni Kroos (Leverkusen) sieht Löw für sein Nationalteam noch ein großes Steigerungspotenzial. Für “Kaiser“ Franz Beckenbauer ist Bayern- Leihspieler Kroos in der Bundesliga bereits der “Mann der Hinrunde“. Schon lange habe er das Gefühl: “Kroos wird der neue Michael Ballack“, schrieb Beckenbauer in seiner “Bild“-Kolumne und ergänzte: “Ich kann mir vorstellen, dass Jogi Löw ihn für die Zeit nach der WM 2010 auf der Rechnung hat.“ Wenn der noch 19-jährige Kroos mit Bayer Leverkusen eine ähnlich gute Rückrunde spielen sollte, könnte das mit der Nationalmannschaft sogar noch schneller gehen.

dpa

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