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Keine Trainerdiskussion bei Werder Bremen

Bremens Trainer Viktor Skripnik war nach der Niederlage gegen den HSV bedient. Foto: Carmen Jaspersen
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Bremens Trainer Viktor Skripnik war nach der Niederlage gegen den HSV bedient. Foto: Carmen Jaspersen

Erst 0:6 in Wolfsburg, nun das 1:3 im Nordduell gegen den HSV - Werder Bremen muss sich nur noch mit dem Abstiegskampf beschäftigen. Eine Diskussion um Trainer Viktor Skripnik wird nicht geführt. Ohne Wintertransfers wird es ganz schwer.

Bremen (dpa) - Einen Buhmann Viktor Skripnik wird es so schnell nicht geben an der Weser. «Mich interessieren keine Statistiken. Ich fange keine Trainerdiskussion nach fünf Heimniederlagen an», sagte Geschäftsführer Thomas Eichin bestimmt nach dem bitteren 1:3 (0:2) gegen den Hamburger SV.

Er fange erst an, über den Coach nachzudenken, wenn etwas zwischen ihm und der Mannschaft nicht stimme: «Und das ist nicht so.» Im vergangenen Jahr, als Robin Dutt dem Nachwuchstrainer Skripnik weichen musste, war die Situation in der Fußball-Bundesliga noch prekärer. «Die einzige Aufforderung an Viktor und sein Team wird sein zu punkten. Wir haben fünf, sechs Zähler zu wenig», ergänzte Eichin. «Wir brauchen nichts schönzureden, wir stehen mit dem Rücken zur Wand.» Man werde in den kommenden Tagen einige Gespräche führen und versuchen, das Umfeld ruhig zu halten, damit das Trainerteam und die Mannschaft in Ruhe weiterarbeiten können.

Eines ist allerdings klar: Wenn die Norddeutschen in der Winterpause personell nicht nachlegen, wird es ganz schwierig, die Mission Nichtabstieg zu erfüllen. Vergangene Serie holte Werder nur 17 Punkte in der Vorrunde - jetzt stehen für die schlechteste Heimmannschaft (ein Sieg) gerade einmal 13 zu Buche. Zwei Auswärtsspiele gegen direkte Konkurrenten wie Stuttgart und Frankfurt sowie Köln zu Hause stehen in 2015 noch an.

«Wenn wir die drei gewinnen, dann reichen unsere Nachwuchsleute», sagte Skripnik, der um Bremens Finanznöte weiß. Er werde sachlich und akribisch weiterarbeiten, klang aber zutiefst gefrustet nach 13 Monaten als Cheftrainer. Vergangenes Jahr habe man die treffsicheren Davie Selke (zu Leipzig) und Franco di Santo (Schalke) noch in den eigenen Reihen gehabt, verwies Skripnik auf die Angriffsprobleme. Zwar steuerte Anthony Ujah (62. Minute) gegen den HSV sein sechstes Saisontor bei, dem 37-jährigen Claudio Pizarro fehlt aber immer noch die Luft für 90 Minuten.

Auch die Abwehr präsentierte sich bei den Gegentoren von Ivo Ilicevic (3.), Michael Gregoritsch (27.) und Nicolai Müller (68.) nicht gerade sattelfest. Wie beim 0:6 in Wolfsburg in der Vorwoche zog sich die Verunsicherung durch die gesamte Mannschaft. «Die Enttäuschung ist brutal. Der HSV war einfach giftiger als wir. Wir müssen einfach wieder kratzen, beißen und laufen», bemerkte Schlussmann Felix Wiedwald. Sogar das geduldige Bremer Publikum im mit 42 100 Besuchern ausverkauften Weserstadion hatte schon zur Halbzeit die Nase voll.

In den zweiten 45 Minuten stimmte immerhin der Einsatz. Mit dem dritten Gegentor war das zarte Aufbäumen aber je beendet. Auch die einst so gefährlichen Standards von Zlatko Junuzovic verfehlten ihre Wirkung. «Wir haben heute viele Menschen enttäuscht, das wissen wir. Da müssen wir uns an die eigene Nase fassen, nur wir können das ändern», meinte der Österreicher.

NDR-Beitrag zur Derby-Historie

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