Löw: WM -Befürchtungen unbegründet - Schwierige Quartierfrage

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Bundestrainer Joachim Löw

Johannesburg - Joachim Löw hat bei seiner Stippvisite in Südafrika wichtige sportliche und organisatorische Erfahrungen für die Fußball-Weltmeisterschaft gewonnen.

"Die Befürchtungen, dass die Stadien nicht fertig sind oder die Infrastruktur Probleme bereitet, ist relativ unbegründet", sagte Löw der Deutschen Presse-Agentur dpa am Freitag in Johannesburg kurz vor dem Rückflug nach Deutschland.

Die Atmosphäre bei den von ihm besuchten Halbfinalspielen des Confederations Cups sei durchaus beeindruckend gewesen. "Die Geräuschkulisse ist ungewohnt. Bei uns in den Stadien sind es eher die Anfeuerungsrufe und Schlachtgesänge, hier sind es andere Töne", sagte Löw in Bezug auf den ohrenbetäubenden Lärm der Vuvuzelas. "Mit Dauer ist es auch etwas nervend", gestand der Bundestrainer.

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Nach Ansicht von Teammanager Oliver Bierhoff gehört dies aber auch zur Besonderheit eines Turniers auf einem anderen Kontinent. "Es ist schön, verschiedene Arten der Anfeuerung mitzubekommen. Es wäre schade, wenn die Vuvuzelas verboten würden." Der Manager beschrieb seine Eindrücke als gut. "In den Stadien war die Stimmung sehr herzlich und es war alles gut organisiert. Man merkte aber noch nicht die Fußball-Begeisterung wie beim Confed Cup 2005 in Deutschland ."

Auch wenn Rekord-Weltmeister Brasilien und Außenseiter USA am Sonntag das Endspiel des WM -Testturniers bestreiten, war für Löw "Spanien die beste Mannschaft im Turnier". Der Europameister hatte gegen die Amerikaner überraschend im Halbfinale mit 0:2 verloren und spielt nun am Sonntag nur um Platz drei gegen Gastgeber Südafrika. "Spanien hatte die bessere Spielanlage als Brasilien. Die Brasilianer leben von vielen Individualisten, aber Spanien ist die spielerisch stärkste Mannschaft", analysierte Löw.

Zudem habe sich beim Confed Cup die Tendenz bestätigt, dass die Zeit der "großen Unterschiede" zwischen den Nationen vorbei sei. "Selbst die USA konnten mit einer motivierten Leistung und einer vielbeinigen Defensive einmal gegen eine Mannschaft wie Spanien gewinnen. Oder Südafrika bietet den Brasilianern Kaká oder Robinho Paroli. Ich glaube, dass im nächsten Jahr bei der WM alles sehr eng zusammenliegen wird", kommentierte der Bundestrainer.

Löw nahm während des dreitägigen Aufenthalts zusammen mit seinem Assistenten Hans-Dieter Flick sowie Bierhoff und DFB -Reisechef Wolfgang Wirthmann auch erstmals die möglichen WM -Quartiere der deutschen Nationalmannschaft in der Region Gauteng bei Johannesburg persönlich in Augenschein. Vier Hotels seien noch in der Endauswahl. Löw bereiten insbesondere die Trainingsbedingungen Sorge, im südafrikanischen Winter seien auch Flutlicht-Anlagen wichtig. "Da kann man nur hoffen, dass die FIFA sich dieses Themas annimmt", sagte Bierhoff vor der Rückreise am Freitagabend nach Deutschland.

Von Klaus Bergmann, dpa

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