Lothar Matthäus sauer auf den deutschen Fußball

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Lothar Matthäus beklagt sich: Keiner will ihn als Trainer haben - in Deutschland zumindest.

München - Lothar Matthäus stand laut eigener Aussage knapp vor einem Engagement als Trainer beim TSV 1860 München. Doch dann habe Sportdirektor Miki Stevic einen Rückzieher gemacht. Jetzt beklagt sich „Loddar“ bitterlich.

Der Rekordnationalspieler hat in seiner Sport-Bild-Kolumne zum Rundumschlag gegen die Verantwortlichen der deutschen Profi-Klubs ausgeholt. Motto: Keiner mag mich, keiner will mich.

Auch Löwen-Sportdirektor Miki Stevic bekommt sein Fett weg. Angeblich soll der Serbe Matthäus vor etwa vier Monaten den Trainerjob in Aussicht gestelt haben. „Wenn er sich als Sportdirektor ein bisschen eingelebt hat, dann wolle er mich verpflichten“, zitiert Matthäus den Sportdirektor. „Und dann hatte er doch Angst, mich als Ex-Bayern zum Lokalrivalen zu holen.“

Diese Angst scheint im gesamten deutschen Fußball latent vorhanden zu sein, schließlich hat Matthäus in seiner bald zehnjährigen Trainertätigkeit noch nie einen deutschen Verein trainiert. „Loddar“ kann und will das nicht verstehen und akzeptieren. „Ich will mich nicht anbiedern. Ich will nicht weinen. Ich lasse nur nicht irgendwelche Leute mit Füßen nach mir treten“, schreibt der 48-Jährige.

Sein Zorn richtet sich in erster Linie an die Verantwortlichen von Arminia Bielefeld, wo Matthäus kürzlich ein Thema als neuer Trainer war. Aber auch andere werden von Lothars Kritik nicht verschont. „Es gibt einen Sportdirektor in Deutschland , den ich gerne mag und er mich. Er kann nicht verstehen, warum ich nicht in der Bundesliga arbeite, hat er gesagt. Aber er hatte in den vergangenen fünf Jahren drei Mal die Gelegenheit, mich zu holen. Es ist Rudi Völler von Bayer Leverkusen.“ Drei Mal entschied sich „Tante Käthe“ aber für jemanden anderen: Erst Michael Skibbe, dann Bruno Labbadia und jetzt Jupp Heynckes.

Wie es aussieht, scheint der Trainer Lothar Matthäus in Deutschland einfach kein Bein auf den Boden zu bekommen. Und dabei wären andere Länder froh, so Matthäus, wenn sie so einen Sportler gehabt hätten und würden mit ihm umgehen wie die Argentinier mit Diego Maradona.

Aber vielleicht bleibt ja noch ein Fünkchen Hoffnung. Immerhin soll Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge geäußert haben, „dass er meine Fähigkeiten als Trainer hoch einschätzt“.

tz

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