Machtwort: Regierung Togos ruft Nationalteam  zurück

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Togos Stürmer Emmanuel Adebayor (Archivfoto vom 23.06.2006)

Cabinda - Nach langem Hin und Her nimmt die Fußball-Nationalmannschaft von Togo nun doch nicht am Afrika-Cup in Angola teil. Die Regierung des Landes hat ein Machtwort gesprochen.

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Fünf Monate vor Beginn der Fußball-WM in Südafrika hat ein tödlicher Rebellenangriff auf den Mannschaftsbus der Nationalelf von Togo die internationale Sportwelt schockiert. Das Team wurde auf dem Weg zum Afrika-Cup in der angolanischen Exklave Cabinda von Schwerbewaffneten überfallen, drei Insassen des Busses wurden getötet.

Auf Anweisung der togoischen Regierung zog sich das Nationalteam am Sonntag nur wenige Stunden vor Beginn des Afrika-Cups von dem Turnier zurück. Ministerpräsident Gilbert Houngbo setzte sich über den Willen der Spieler hinweg, die am Afrika-Cup teilnehmen wollten, und schickte am Sonntag ein Flugzeug nach Angola, um die Mannschaft zurück nach Lomé zu holen. “Angola und der Afrikanische Fußballverband (CAF) haben nicht die notwendigen Maßnahmen für die Sicherheit der Mannschaft ergriffen“, sagte Houngbo. Die Spieler stünden noch unter Schock.

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Erst in der Nacht zum Sonntag hatte das Team nach Angaben von Spielern einstimmig beschlossen, zu Ehren der drei Todesopfer am Montag gegen Ghana anzutreten. “Der Mannschaft ist klargeworden, dass sie spielen muss, um die Toten zu ehren“, sagte CAF-Sprecher Kodzo Samlan der Nachrichtenagentur AP. Letztlich beugte sich die Mannschaft aber der Forderung der Regierung und sagte die Teilnahme an dem Turnier ab. “Wir sind Kinder Togos und wir werden die Entscheidung unserer Regierung akzeptieren“, sagte Mannschaftskapitän Emmanuel Adebayor.

Afrika-Cup als wichtiges Prestigeobjekt

Bei dem Überfall auf den Mannschaftsbus waren am Freitag der angolanische Fahrer, ein Mitglied des Trainerstabs sowie ein Sprecher des Fußballteams getötet worden. Ein Torwart wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen nach Südafrika geflogen und dort notoperiert. Am Sonntag war sein Zustand stabil, er musste aber noch künstlich beatmet werden, wie die Ärzte in Johannesburg mitteilten. Zu dem Überfall bekannte sich in einer Botschaft an die portugiesische Nachrichtenagentur Lusa die sogenannte Befreiungsfront für Cabinda (FLEC).

Diese kämpft für die Unabhängigkeit der Exklave, die wegen ihrer Ölvorkommen für die angolanische Regierung von größter Bedeutung ist. Der Verteidigungsminister des selbst ernannten Bundesstaates von Cabinda, Tiburcio Tati Tchingobo, sagte dagegen am Sonntag der Nachrichtenagentur AP, seine Befreiungsfront habe mit dem Überfall nichts zu tun. Die Organisatoren des Afrika-Cups betonten, dass die Spiele nicht abgebrochen würden. Für die angolanische Regierung ist es ein wichtiges Prestigeobjekt. In Cabinda und drei weiteren Städten wurden eigens neue Stadien gebaut. Die Tragödie wirft auch ihren Schatten auf die Fußballweltmeisterschaft, die im Sommer in Südafrika ausgetragen wird.

dapd

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