Chaos beim TSV 1860 München

Rettig vs. Ismaik: 50+1-Ende wäre "Katastrophe"

München - Ausschreitungen, Abstieg, Rücktritte und Chaos! Es waren und sind ereignisreiche Tage für Fans und die Verantwortlichen beim TSV 1860 München. Das sind die aktuellen Entwicklungen:

Das Wichtigste in Kürze:

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UPDATE, 19.55 Uhr - Reaktionen auf Ismaik-Vorstoß

Geschäftsführer Andreas Rettig vom FC St. Pauli hat die Klage-Ankündigung des 1860-München-Investors Hasan Ismaik gegen die 50+1-Regel scharf kritisiert. Ein Erfolg des Vorstoßes wäre "eine Katastrophe", sagte der Geschäftsführer des ehemaligen Münchner Liga-Konkurrenten in einem Interview der Kölner Zeitung "Express" (Sonntag). Die Regel, die Machtmissbrauch eines Geldgebers zu Lasten des Vereins im Fußball verhindern soll, sei "das letzte Stopp-Schild auf dem Weg zur totalen Kommerzialisierung", bekräftigte Rettig.

Ismaik hatte am Samstag in der "Süddeutschen Zeitung" angekündigt, gegen die Regel klagen zu wollen, um mehr Einfluss bei den Löwen zu erstreiten. Zuvor hatte er eine Zahlung von rund zehn Millionen Euro abgelehnt und die Sechziger damit um die Drittliga-Lizenz gebracht.

Rettig legte dem Jordanier nach dem aus seiner Sicht verdienten Abstieg der Löwen aus der 2. Fußball-Bundesliga einen Rückzug nahe: "Herr Ismaik wäre gut beraten einzusehen, dass sein Invest, vor allem aber sein Verhalten und Geschäftsgebaren, keine Früchte tragen. Dann wäre die Konsequenz, einen Schlussstrich zu ziehen", sagte er.

dpa

UPDATE, 17.23 Uhr - TSV 1860 hat neuen Präsidenten

Der TSV 1860 München hat einen neuen Präsidenten: Robert Reisinger. Das hat der Club in einer Pressemitteilung am Samstagnachmittag verkündet. "Mein Ziel ist es, mit Hilfe unserer exzellenten Jugendarbeit auch den Erwachsenenbereich wiederaufzubauen. Ich hoffe, dass die überwiegende Mehrheit der Mitglieder in dieser schwierigen Zeit hinter uns steht", appelliert Reisinger.

Zu Investor Hasan Ismaik findet der Verein in dem Statement klare Worte: "Wir nehmen befremdet zur Kenntnis, dass unser Mitgesellschafter öffentlich den Verein zum Sündenbock erklärt." Die tatsächlichen Umstände würden laut 1860 aber eine andere Sprache sprechen.

Die ganze Pressemeldung finden Sie auf der Homepage des TSV.

UPDATE, 13.15 Uhr - Ismaik spricht von "Skandal"

Wie die Süddeutsche Zeitung nun berichtet, ist Investor Ismaik über die Satzungsänderung bzw. Klarstellung des Bayerischen Fußball Verbandes bezüglich der 50+1-Regel sehr verärgert. "Es ist ein großer Skandal im deutschen Fußball passiert. Ich bin mir sicher, dass die, die die Satzung geändert haben, gegen mich arbeiten", wird der Jordanier von der Zeitung zitiert. 

Offenbar hatte der Investor nach dem Absturz in den Amateurbereich gehofft, seine Macht ausweiten zu können. Dies wollte er laut der Zeitung auf der Mitgliederversammlung am 2. Juli vorantreiben. Der Verband hingegen wollte mit der Satzungsänderung "Interpretationsspielraum ausschließen".

UPDATE, 12.15 Uhr - Jetzt beginnt der Ausverkauf

Jetzt beginnt scheinbar der große (Spieler-)"Ausverkauf" beim TSV 1860. Kai Bülow wechselt zum Karlsruher SC. Das steht bereits seit Donnerstag fest. Jetzt scheint der FC Augsburg großes Interesse an Stefan Aigner und Newcomer Felix Uduokhaj zu haben. Das berichtet die tz. Auch der HSV scheint sich für Uduokhaj stark zu interessieren. Hier könnte es ein regelrechtes Wettbieten geben. Problem hierbei: Geld werden die Löwen kaum sehen, denn fast kein Spieler hat ein gültiges Arbeitspapier für die 3. oder 4. Liga. Das heißt, die Spieler können ablösefrei gehen!

Und weitere Abgänge dürften bald folgen: Von den Winterzugängen sind Abdoulaye Ba (FC Porto) und Lumor (Portimonense SC) nur ausgeliehen, gleiches gilt für den nach seinem Kreuzbandriss monatelang fehlenden Victor Andrade. Dieser besitzt einen gültigen Vertrag bei Benfica Lissabon.

UPDATE, 11.05 Uhr - 1860 will Ismaik "zermürben"

Hasan Ismaik wollte den Verein für eine Drittliga-Lizenz quasi "erpressen". Der Plan scheiterte bekanntlich, der Traditionsverein verabschiedete sich in den Amateurfußball. Dort wittern die Vereinsbosse ihre Chance, den Investor zu zermürben. Im Haus des Fußballs, dem Sitz des Bayerischen Fußball Verbandes (BFV), gab es am Freitagabend eine denkwürdige Pressekonferenz. Dort sagte 1860-Vizepräsident Sitzberger mit sichtlich guter Laune unter anderem: "Jetzt fühle ich mich nicht mehr abhängig!"

Die denkwürdige Pressekonferenz im Video:

UPDATE, 9.30 Uhr - Löwen basteln an Regionalliga-Etat

Seit Freitag steht es so gut wie fest: Die Löwen werden in der kommenden Saison wohl in der Regionalliga Bayern, also in der 4. Liga, an den Start gehen. Während in der Öffentlichkeit vor allem der Streit zwischen Ismaik und dem Verein im Vordergrund steht, wird im Hintergrund bereits an der Zukunft des TSV 1860 gebastelt. Das berichtet die Abendzeitung.

Die Kosten für die Regionalliga Bayern sind nicht unerheblich. Sie betragen ersten Schätzungen zufolge rund eine Million Euro für die kommende Saison 2017/18. "Ich denke schon, dass wir genügend treue Sponsoren hätten, um die Regionalliga zu stemmen", erklärte Vizepräsident Hans Sitzberger der Abendzeitung. "Die Bayerische hat ihre Unterstützung ja schon zugesagt, und sie wären sicher nicht die Einzigen."

UPDATE, Samstag, 7.30 Uhr - BFV ändert Satzung, Ismaik will klagen

Auch in der Nacht auf Samstag ist beim TSV 1860 München keine Ruhe eingekehrt. Die Löwen-Fans diskutieren, es geht vor allem um zwei Fragen: Wieso hat der Bayerische Fußballverband (BFV) ausgerechnet genau einen Tag vor dem Absturz des TSV 1860 in den Amateurfußball seine Satzung im Hinblick auf die 50+1-Regel geändert? Und wer machte den Verband darauf aufmerksam, dass die Löwen nach dem Abstieg aus der 2. Liga nicht in der 3. Liga weitermachen können?

BFV-Pressesprecher Thomas Müther sagte der Süddeutschen Zeitung dazu: "Wir haben die aktuelle Diskussion zum Anlass genommen, dieses Thema noch deutlicher zu machen, um keinen Interpretationsspielraum zuzulassen." Und Präsident Dr. Rainer Koch fügte noch einmal wesentlich eindeutiger hinzu: "Ich möchte Herrn Ismaik in aller Deutlichkeit sagen: So lange 1860 in der Regionalliga Bayern spielt, wird das nicht passieren. Wer solche Forderungen stellt, hat keinen Platz."

Offenbar war Ismaik davon ausgegangen, dass in der 4. oder 5. Liga die 50+1-Regel nicht gilt. Dieses Vorgehen würde erklären, warum Ismaik die fehlenden Millionen für die dritte Liga nicht bereitgestellt hat. Denn der Investor aus Jordanien wollte nämlich nach dem Absturz noch mehr Macht. Zum Beispiel sollte die komplette Jugendabteilung aus dem e.V. herausgelöst und der Profi-Kommanditgesellschaft unterstellt werden. Und jetzt will der Jordanier offenbar das tun, was er eigentlich (angeblich) nie vorhatte. "Ich wollte das nie machen, aber jetzt werde ich gegen 50+1 klagen", erklärte Ismaik in der Nacht auf Sonntag der Süddeutschen.

UPDATE, 19.31 Uhr: Droht dem Verein trotzdem die Insolvenz? 

BFV-Verbandspräsident Rainer Koch zur Frage einer möglichen Insolvenz des Vereins auf der Pressekonferenz: "Ich sehe keine Insolvenz beim Verein. Bei der KGaA ist es eine Frage des Geschäftsführers." 

Eine Zahlungsunfähigkeit bei der KG liege "definitiv nicht vor", wohl aber eine Überschuldung. 

UPDATE, 19 Uhr: Kein Absturz in die 5. Liga - wenn....

1860 spielt in der Saison 2017/18 in der 4. Liga, der Regionalliga Bayern. 

Das wurde am Freitagabend mit einer Pressekonferenz im "Haus des Fußballs" mit BFV-Verbandspräsident Rainer Koch und den Münchner Vize-Präsidenten Heinz Schmidt und Hans Sitzberger verkündet.

"Das kann dem bayerischen Fußball nicht egal sein. Der TSV 1860 München ist einer der bedeutendsten Vereine in Bayern und Deutschland", so Verbandspräsident Koch. Man wolle die Voraussetzungen dafür schaffen, dass die Rückkehr in den Profifußball gelingt. 

Voraussetzung für den Spielbetrieb in der Regionalliga Bayern sei aber, dass so schnell wie möglich ein neuer Geschäftsführer der KG ernannt wird, so Koch. Dieser neue Geschäftsführer müsse dann den Antrag beim BFV zur Aufnahme in die Regionalliga stellen.

Das Problem: Der Geschäftsführer muss sowohl von Vertretern des Vereins, als auch von Vertretern Ismaiks gemeinsam berufen werden. Der Jordanier will Ex-Geschäftsführer Anthony Power auf diesen Posten. Das lehnte die Vereinsseite aber ab. Wenn es zu keiner Lösung kommt, könnte ein Notvorstand gebildet werden. Konkrete Fristen seitens des BFV gibt es nicht, es solle aber "schnellstmöglich" ein Geschäftsführer installiert werden. 

An die Adresse von Investor Ismaik gerichtet verkündete der Verbandspräsident: "Wir werden in keiner Form dulden, wenn der TSV 1860 von außen unter Druck gesetzt wird." Auch beim BfV gebe es die 50+1-Regel. Der BFV verlangt außerdem, dass die Jugendmannschaften weiterhin Teil des Vereins bleiben. Das sei eine Voraussetzung für den Spielbetrieb. 

1860-Vizepräsident Schmidt berichtete auf der PK von Forderungen, die der Mitgesellschafter noch am Freitag gestellt habe. Diese liefen nur über Mittelsmänner. Auch Ian Ayre habe daran "fieberhaft mitgearbeitet". Er habe den Verein nicht hängen lassen. Sechs Forderungen des Gesellschafters seien teils rechtlich und teils zeitlich nicht zu erfüllen. "Wir haben uns vor dem Kopf getreten gefühlt", so Schmidt. 

Die Frage der Rückkehr ins Grünwalder Stadion als neue Spielstätte solle gemeinsam mit der Stadt München geklärt werden, hieß es auf der Pressekonferenz.

UPDATE, 17.30 Uhr - Ismaik spricht auch auf Facebook

Jetzt hat sich Investor Ismaik nochmal via Facebook an die Öffentlichkeit gewandt. Im Prinzip steht in seinem Post aber nichts, was nicht schon in der zuvor versandten Erklärung seiner Firmengruppe gestanden hätte. "Die Leute müssen aufwachen und verstehen, dass der Club sich ändern muss, um zu überleben", schrieb er. Den Löwen will der Jordanier aber weiterhin treu sein: "Ich nehme meine Verantwortung für den Verein sehr ernst und ich hoffe, dass die Verantwortlichen in der e.V. dies auch tun."

UPDATE, 16.55 Uhr - Pressemitteilung TSV 1860 München:

Nun hat sich auch der Verein erstmals offiziell geäußert. Der TSV 1860 stellte eine Pressemitteilung auf seine Homepage. Diese fiel inhaltlich allerdings ziemlich dürftig aus.

Die Pressemitteilung im Wortlaut:

Der für die Lizenz notwendige Betrag für die 3. Liga ist bis zum Fristende am Freitag, 2. Juni 2017, 15.30 Uhr, nicht eingegangen. Die beiden Gesellschafter der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA konnten bis zu diesem Zeitpunkt keine Einigung erzielen. Der TSV 1860 München konzentriert sich ab sofort darauf, Lösungen zu finden, um den Spielbetrieb in der kommenden Saison fortsetzen zu können. Sobald es hierzu Fakten gibt, wird 1860 darüber informieren.

UPDATE, 16.50 Uhr - Vizepräsident Schmidt spricht

Auch von Seiten des TSV 1860 liegt nun eine erste Stellungnahme vor. Vizepräsident Schmidt erklärte: "(...) Wir können aus rechtlicher Sicht nicht sagen, wie es weitergeht. Wir können aber sagen, dass wir bis zur letzten Sekunde versucht haben, Lösungen mitzutragen, sofern es rechtlich möglich ist. Es war in der Kürze der Zeit nicht mehr möglich, das alles bis 15.30 Uhr zu bewerkstelligen. Für uns alleine war es nicht möglich, die elf Millionen Euro zu stemmen!"

Immer wieder gröhlten während der Erklärung Fans dazwischen und skandierten: "Sch... auf den Scheich, sch... auf sein Geld.

UPDATE, 16.30 Uhr - Kein Profi-Fußball mehr bei 1860

Mit der Entscheidung von Ismaik, das Geld für die Drittliga-Lizenz NICHT bereitzustellen, ist klar: Bis auf weiteres wird es keinen Profi-Fußball an der Grünwalder Straße mehr geben. Ob es in der Regionalliga Bayern oder gar in der Bayernliga oder darunter weitergeht, steht derzeit aber noch in den Sternen.

Als wahrscheinlichstes Szenario gilt derzeit, dass die Löwen nun in der viertklassigen Regionalliga Bayern antreten. Dabei soll die neue Mannschaft wohl hauptsächlich aus der U21 zusammengestellt werden, die in der gerade abgelaufenen Saison die Vize-Meisterschaft errang. Auch die Trainerfrage muss nun rasch geklärt werden. Eine Möglichkeit ist, dass Daniel Bierofka übernimmt, der in der vergangenen Spielzeit bereits für die U21 verantwortlich war.

UPDATE, 16.05 Uhr - Polizei und Ordnungsdienst im Einsatz

Laut Informationen von vor Ort zufolge sollen derzeit dutzende Fans die Geschäftsstelle des TSV 1860 an der Grünwalder Straße belagern. Einige Fans sollen nach Informationen der AZ nach Bekanntgabe der Entscheidung sogar gejubelt haben.

Sicherheitshalber wurden Polizei und Ordnungsdienst gerufen, um bei Bedarf gegen etwaige Ausschreitungen vorgehen zu können, berichtet die Zeitung weiter. "Vorbeugend präventiv, weil die Gemüter erhitzt sind", erklärte ein Polizeisprecher gegenüber der tz.

UPDATE, 16 Uhr - Ismaik: "Das macht mich traurig!"

Die Investmentfirma von Hasan Ismaik hat soeben eine Erklärung veröffentlicht. Darin heißt es unter anderem, dass das für die 3. Liga benötigte Geld derzeit nicht bereitgestellt werden könne. Ismaik werde den Klub aber auch in der 4. oder 5. Liga weiter unterstützen, hieß es weiter.

Die Pressemitteilung der HAM International im Wortlaut:

Das Engagement von Hasan Ismaiks für den TSV 1860 war über die letzten Jahre hinweg unerschütterlich. Leider ist es Herr Ismaik derzeit jedoch nicht möglich, den erheblichen Betrag, der für die 3. Liga benötigt wird, bereitzustellen, da die e.V. sich weigert, notwendige Änderungen vorzunehmen, um die vielen Themen, mit denen der Verein konfrontiert ist, zu lösen.

Diese Entscheidung berührt in keinem Fall das Engagement von Hasan Ismaik für 1860. Herr Ismaik wird dem Club auch in der 4. oder 5. Liga unterstützen und notwendige Veränderungen vorantreiben. Seine emotionalen Bindungen zu 1860 und seine Loyalität gegenüber den Fans bleibt stark. Auch das finanzielle Engagement für die gemeinnützigen Arbeiten der TSV 1860 e.V. ist von der oben genannten Geschäftsentscheidung nicht betroffen. Hasan Ismaik: "Dass ich dazu gezwungen werde, eine solche Entscheidung zu treffen, macht mich traurig. Ich habe bis zur letzten Minute um eine Lösung gekämpft. Aber meine begründeten Forderungen, die voll im Interesse einer guten Corporate-Governance unter Berücksichtigung von Recht und Gesetz lagen, sind seit Monaten auf taube Ohren gestoßen. Die Verantwortlichen der e.V. haben es versäumt, die Probleme zu lösen. Probleme, die bekannt waren. Probleme, die ich seit langem wiederholt angesprochen habe. Probleme, die zum größten Teil in der Verantwortung der e.V. liegen. Ich denke, es ist nur fair für jemanden, der Millionen von Euro in 1860 investiert, eine Lösung für weitreichende Steuerfragen zu fordern, da diese eine reale Bedrohung für den gesamten Verein und damit für die Investition des Investors sind. Die Leute müssen aufwachen und verstehen, dass der Club sich ändern muss, um zu überleben. Ich nehme meine Verantwortung für den Verein sehr ernst und ich hoffe, dass die Verantwortlichen in der e.V. dies auch tun."

Seit Februar haben Experten von HAM International Limited, das Unternehmen vertritt die Geschäftsinteressen von Hasan Ismaik bei 1860, versucht, die großen Corporate-Governance-Themen des Vereins zu lösen, darunter Misswirtschaft, Korruption, mangelnde Compliance und Interessenskonflikte. Einige dieser Probleme wurden auch von der DFL anerkannt, die ihrerseits Unterstützung anbot. Viele dieser Themen, wie Steuerfragen und ein gefährdeter gemeinnütziger Status der e.V., stellen eine wesentliche Bedrohung für den Verein an sich, die e.V., die KGaA und das Investment der HAM dar. Die Führung der e.V. hat es versäumt, auch nur eines dieser Probleme zu lösen. Zudem wurde der Investor im Vorfeld der Kooperation im Jahre 2011 nicht über Schwierigkeiten informiert.

In einer abschließenden Bemühung hat HAM der e.V. am 24. Mai 2017 einen Vorschlag unterbreitet der, diese Probleme im Sinne der gültigen Kooperationsvereinbarung löst. Dass diese Forderungen nicht realisierbar sind, ist falsch. Die DFL hat diese Forderungen beurteilt und unsere Hauptforderung akzeptiert. Da HAM bis heute keine ausreichende Antwort von der e.V. auf seine Forderungen bekommen hat, ist eine weitere Investition in die KGaA zu diesem Augenblick unmöglich – mit dramatischen Konsequenzen für 1860, da dieser dadurch die Lizenz für die 3. Liga verliert.

UPDATE, 15.45 Uhr - Verhandlungen gescheitert

Soeben wurde mitgeteilt: Die Verhandlungen sind gescheitert. "Leider ist es Herr Ismaik derzeit jedoch nicht möglich, den erheblichen Betrag, der für die 3. Liga benötigt wird, bereitzustellen", hieß es in einer hastig veröffentlichten Erklärung des Jordaniers.

UPDATE, 15.40 Uhr - 1860 schweigt - Spricht bald der Verband?

Auch zehn Minuten nach Ablauf der Frist gibt es noch keine Stellungnahme des Vereins. Dass sich die Löwen in Kürze melden werden, ist nach Informationen der Abendzeitung auch nicht absehbar. ABER: Um 16 Uhr will offenbar der Deutsche Fußballbund (DFB) eine Verlautbarung abgeben - und zwar mit dem Inhalt, welche Vereine in der kommenden Saison in der 3. Liga spielen werden!

Momentan sind also weiterhin alle Szenarien denkbar: 1860 bekommt die Lizenz, 1860 bekommt die Lizenz mit Auflagen, 1860 bekommt die Lizenz nicht und muss Insolvenz anmelden... 

UPDATE, 15.30 Uhr - Es wird ernst

Genau jetzt ist die Frist für die Hinterlegung der Bankbürgschaft in Höhe von rund zehn Millionen Euro offiziell abgelaufen. Nur wenn das Geld rechtzeitig nachgewiesen wird, können die Löwen kommende Saison in der 3. Liga spielen. Ansonsten drohen Insolvenz und Absturz mindestens bis in die Regionalliga. Wir warten minütlich auf ein Update von der Grünwalder Straße, ob das Geld fristgerecht eingegangen ist oder nicht.

UPDATE, 15.25 Uhr - Verwaltungsrat bedroht?

Kurz vor Ablauf der Frist tauchen neue Chaos-Details auf. So berichten mehrere Münchner Medien unisono, dass Verwaltungsrat Dr. Markus Drees, also ein Vertreter des e.V., von der Gegenseite, also von Ismaik-Vertrauten, bedroht worden sein soll. Drees soll sogar überlegt haben, die Polizei einzuschalten.

Offiziell bestätigt ist dies jedoch nicht - genauso wenig wie der Eingang des nötigen Geldes zum Erhalt der Lizenz der 3. Liga. Die Frist endet in fünf Minuten.

UPDATE, 13.45 Uhr - BFV wehrt sich gegen "Kulanz-Vorwurf"

Am Vormittag hatte ein Artikel bei Bild für Aufregung gesorgt, dass man die Sechziger für den Fall, dass die Lizenz für die 3. Liga nicht erteilt wird und Insolvenz angemeldet werden muss, in die Regionalliga Bayern anstatt in die Bayernliga oder tiefer eingliedern will, weil der dann zuständige Bayerische Fußball-Verband (BFV) angeblich Angst vor Randalen hätte.

Auf Nachfrage unserer Kollegen von beinschuss.de hielt man sich bei der Pressestelle des BFV allgemein eher bedeckt. Zum Vorwurf, den Sechzigern würde möglicherweise etwas "geschenkt", hatte der stellvertretende Pressesprecher Patrick Domanski jedoch eine klare Antwort: "Sie dürfen davon ausgehen, dass selbstverständlich alles eine den Statuten des Verbandes entsprechende Grundlage haben wird - und kein Verein irgendetwas aus reiner Kulanz gewährt bekommt!"

Hintergrund: Nur in der Regionalliga Bayern gibt es entsprechende Sicherheitsstandards in den jeweiligen Stadien, wo man sog. "Problemfans" entsprechend Einhalt gebieten könnte (Gästeblöcke, gesonderter Einlass etc.). In den Ligen ab der Bayernliga abwärts sind solche Einrichtungen in den Stadien nicht vorgesehen.

Spekulieren, in welcher Liga es für den TSV 1860 in der kommenden Saison weitergeht und wie der Verband plane, wollte die Pressestelle des BFV jedoch nicht: "Wir bitten dringend darum erst einmal abzuwarten, was mit dem Verein überhaupt ist und dass in dieser Hinsicht Fakten herrschen. Vorher macht es keinen Sinn sich damit - und mit dutzenden denkbaren Szenarien - zu befassen."

UPDATE, 12.55 Uhr - Ismaik will offenbar pünktlich zahlen

Aktuell wird an der Grünwalder Straße noch heiß verhandelt, doch nach Informationen von Sport1 darf der TSV 1860 München offenbar auf die Rettung hoffen. Nach dem Bericht des TV-Senders will Investor Hasan Ismaik bei den Löwen weiter machen und auch die nötige Millionen-Bürgschaft bis Freitag, 15.30 Uhr, pünktlich nachweisen. Sollte dies der Fall sein, könnten die Sechziger kommende Saison in der 3. Liga an den Start gehen!

UPDATE, 11.45 Uhr - Fleschenberg würde Präsidenten-Amt übernehmen

Seit dem Rücktritt von Präsident Peter Cassalette und Geschäftsführer Ian Ayre taumelt der TSV 1860 mehr oder minder führungslos vor sich hin. Deswegen stellt sich mehr denn je die Frage, wer das Präsidentenamt an der Grünwalder Straße übernehmen könnte. Die tz hat nun einen Kandidaten gefunden: Der Immobilien-Unternehmer Frank Fleschenberg! "Jeder, der mich kennt, weiß: Ich liebe diesen Verein. Wenn man mich fragen würde, ob ich helfen kann, dann stünde ich bereit", wird der 67-Jährige von der Zeitung zitiert.

Der bekannte Münchner Unternehmer arbeitete schon eimal Ende der 1980er Jahre als Manager für die Löwen. In dieser Zeit lotste er unter anderem Roland "Magic" Kneißl zu den Löwen. Ein Indiz dafür, dass Fleschenberg weiß, wo von er spricht. Im Gespräch mit der tz hat er eine klare Meinung: "Warum hat der Verein beispielsweise Spieler wie Dominik Stahl abgegeben? Das war falsch!" Und er fügt an: "Einen Volland kannst du nicht halten - aber warum wurden die besten Nachwuchstalente beispielsweise an Unterhaching weitergereicht?" Für die Zukunft hätte er bereits eine Vision: "Du brauchst Spieler, die sich mit dem Verein identifizieren. Am besten viele aus der eigenen Jugend."

UPDATE, 11 Uhr - Abrechnung von Olic

Bereits am Mittwoch hatte sich Ivica Olic via Sportbild zu Wort gemeldet: "Im Training hatten wir in den letzten fünf, sechs Wochen der Saison gar keine Spannung mehr. Nach unserem 1:0-Sieg am 26. Spieltag in Düsseldorf (am 2. April) hatten wir sieben Punkte Vorsprung auf den Vorletzten Bielefeld und sechs Punkte auf den Drittletzten St. Pauli." 

Nun hat der Stürmer diese Aussagen in einem Gespräch mit der Bild noch einmal konkretisiert: "Als wir ganz gut in der Tabelle standen, aber mathematisch noch nicht gerettet waren, wurden einigen Spielern gesagt, dass man für die neue Saison nicht mehr mit ihnen plant." Olic kritisiert damit die Verantwortlichen scharf und sieht dies als Grund dafür, warum die Relegation gegen Regensburg so schlecht lief. "Genau diese Leute sollten nun gegen Regensburg die Kohlen aus dem Feuer holen. So etwas klappt nicht", so der Kroate.

UPDATE, 10.15 Uhr - Wird Ismaik "weggeekelt"?

Bis 15.30 Uhr am Freitagnachmittag muss der TSV 1860 rund 10 Millionen Euro als Bankbürgschaft nachweisen, um die Lizenz für die 3. Liga zu erhalten. Andernfalls droht dem Klub die Insolvenz.

Die Bild-Zeitung berichtet am Freitagvormittag, dass vereinsintern offenbar niemand mehr damit rechnet, dass das Geld von Investor Hasan Ismaik rechtzeitig bereit gestellt wird. Zudem werden laut dem Bericht intern offenbar immer mehr Stimmen laut, dass man einen Neustart in der Regionalliga Bayern wagen und den Verein damit konsolidieren solle. Und das Wichtigste dabei: Ismaik soll dabei keine Rolle mehr spielen! Er soll laut Bild "weggeekelt" werden!

Vielleicht war dies auch ein Grund dafür, warum die 1860-Vizepräsidenten Schmidt und Sitzberger am Donnerstag mit einer Erklärung an die Öffentlichkeit gegangen waren, womit sie quasi den Bericht der Süddeutschen Zeitung mit dem Erpressungsvorwurf durch Ismaik bestätigten.

UPDATE 9.30 Uhr: Ismaik will offenbar Power zurück ins Amt holen

Noch sechs Stunden, dann ist klar ob der TSV 1860 München die Drittliga-Lizenz erhält oder einen Neustart in der 4. Liga beginnen muss. Abhängig ist es einzig und allein von Investor Hasan Ismaik. Wie unser Partnerportal tz.de berichtet, hat dieser seine Zusage offenbar davon abhängig gemacht, dass Anthony Power wieder als Geschäftsführer eingesetzt wird. 

Power (Spitzname Ismaiks Axt) war in den Tagen nach dem entscheidenen Relegationsspiel gegen den SSV Jahn bereits in die Schlagzeilen geraten: Denn nicht nur in der Nordkurve gab es am Dienstagabend massive Randale, sondern auch auf der VIP-Tribüne der Allianz Arena soll es (mehr als) dicke Luft gegeben haben. Es soll zwischen Thomas Probst, Kassenwart der 1860-Amateurfussball-Abteilung, und Anthony Power, ehemaliger Geschäftsführer der KGaA, zu einem handfesten Streit gekommen.

Als Probst kurz vor Spielende "Ismaik raus" in Powers Richtung gerufen hatte, wollte Power, der den Spitznamen "Ismaiks Axt" trägt, angeblich wie "ein Wilder" auf Probst losgehen. Angeblich musste er von drei Männern zurückgehalten werden. Auch Ismaiks Bruder Yahya musste schlichtend eingreifen. Augenzeugen beschreiben den Vorfall als "Kindergarten" und "Peinlichkeit hoch drei".

Erstmeldung 7.44 Uhr: DFL erteilt 1860-Investor Ismaik erste klare Absage

Am Freitag entscheidet sich, ob die Löwen die Lizenz für die 3. Liga erhalten – oder gar noch tiefer bis in die Bayernliga stürzen. Zahlt Investor Ismaik die nötigen Millionen an die DFL? "Der e.V. muss zuerst die Hausaufgaben erledigen", so der Investor am Donnerstag. Bis 15.30 Uhr läuft die Frist.

Zwischenzeitlich hat die Deutsche Fußball-Liga (DFL) offenbar in einer kurzfristigen Anfrage sowohl den TSV 1860 München sowie auch indirekt dessen Mehrheitseigner und Investor Hasan Isamaik kritisiert. Der Grund: Die Lizensierung. Das schreibt die Süddeutsche Zeitung und beruft sich in ihrem Artikel auf ein entsprechendes Schreiben der DFL.

In der Anfrage der Löwen sollen zentrale Forderungen von Ismaik enthalten sein, die der Löwen-Investor voraussetze, um das nötige Geld für die Drittligalizenz bereitzustellen. Wie die Süddeutsche weiter schreibt, habe die Deutsche Fußball-Liga einer Forderung von Ismaik bereits eine klare Absage erteilt: So befürchtete Hasan Ismaik, dass der e.V. sein Weisungsrecht an den Geschäftsführer nutzten könne, um daraus einen Vorteil zu erlangen, und wollte es daher teilweise abschaffen. Dies sei mit der 50+1-Regel nicht vereinbar, soll als Begründung aufgeführt sein.

In dem Schreiben soll es heißen, dass sie "in keinem Fall als unabhängige Instanz fungieren (werde), um Vorschläge für die Auflösung etwaiger Interessenkollisionen im Innenverhältnis zwischen den Anteilseignern des Clubs vorzubereiten". Außerdem habe die Dringlichkeit der Anfrage die Ligavertreter verwundert: sie merkten offenbar an, "dass die DFL auf künftige Anfragen vergleichbarer Art nur noch mit ausreichendem zeitlichen Vorlauf reagieren wird". Die Kurzfristigkeit sei "befremdlich und es stellt sich die Frage, wie dies mit (...) den Grundsätzen ordnungsgemäßer und vorausschauender Geschäftsführung in Einklang zu bringen ist".

Quelle: rosenheim24.de

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