Spanischer Pokal

"Neymar Herrscher über das Chaos" - Barça im Halbfinale

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Der Brasilianer Neymar führte den FC Barcelona zum Sieg.

Madrid - Schon nach 40 Sekunden kassiert Marc-André ter Stegen den ersten Gegentreffer, dennoch zieht der deutsche Torwart mit dem FC Barcelona ins Halbfinale des spanischen Pokals ein.

Der brasilianische Superstar Neymar verhalf den Katalanen nach dem frühen Rückstand mit einem Doppelpack zu einem 3:2-Sieg beim spanischen Fußballmeister Atlético Madrid. Nach Barças 1:0-Hinspielerfolg war das Viertelfinalrückspiel mit zwei Platzverweisen, haarsträubenden Fehlentscheidungen des Unparteiischen, einer Schuhattacke auf einen Linienrichter und der Festnahme eines Atlético-Profis an Turbulenz kaum zu überbieten.

"Neymar war der Herrscher über das Chaos", titelte das Sportblatt "As". Der Brasilianer hatte nach Atléticos 1:0-Führung durch den Heimkehrer Fernando Torres (1.) nicht nur den Ausgleich (9.), sondern später auch das Siegtor (41.) erzielt. Der frühere Gladbacher ter Stegen, der bis dahin im Pokal sein Tor sauber gehalten hatte, wurde im Calderón-Stadion durch Rául García (30.) per Elfmeter ein zweites Mal bezwungen. Allerdings verdankte Atlético die zwischenzeitliche 2:1-Führung einem Fehler des Schiedsrichters Jesús Gil Manzano: Eine Aktion von Barça-Verteidiger Javier Mascherano, die der Referee als Foul wertete, hatte sich eindeutig außerhalb des Strafraums zugetragen.

Die Katalanen konnten durch ein Eigentor von Miranda (39.) zum 2:2 ausgleichen und hatten dann Glück, weil Gil Manzano ein Handspiel ihres Abwehrspielers Jordi Alba im Strafraum ungeahndet ließ. Im Gegenzug gelang Neymar das 3:2. Das Fachblatt "Sport" benannte die "Copa del Rey" (Königspokal) um in "Copa del Ney".

Die Partie war zur Halbzeit praktisch entschieden, denn Atlético kam mit einem Spieler weniger zurück aus der Kabine. Der Grund: Der bereits verwarnte Kapitän Gabi hatte während der Pause wegen Meckerns die gelb-rote Karte erhalten. Sein Teamkamerad Mario Suárez sah nach einer Serie von Attacken auf die Knöchel von Lionel Messi ebenfalls gelb-rot.

Für den traurigen Höhepunkt sorgte Atléticos Regisseur Arda Turan, der nach einer Hakelei mit einem Gegenspieler einen Schuh wutentbrannt in Richtung eines Linienrichters schleuderte. Der Wurf verfehlte den Assistenten, und der Schiedsrichter ließ es bei einer gelben Karte bewenden. "Der Türke hätte einen Platzverweis und eine lange Sperre verdient gehabt", meinte die Zeitung "El Periódico".

Der Atlético-Profi Cristian Ansaldi erlebte die Partie nicht im Stadion mit, sondern musste den Abend in einer Arrestzelle der Polizei verbringen. Der seit Wochen verletzte Argentinier war auf dem Weg zum Spiel bei einer Auseinandersetzung mit Polizisten festgenommen und erst nach Mitternacht auf freien Fuß gesetzt worden.

Der FC Barcelona geht nach dem Aus des Meisters als großer Favorit in die Runde der letzten Vier. Der Titelverteidiger Real Madrid war bereits im Achtelfinale an Atlético gescheitert. Ter Stegen erhielt trotz der zwei Gegentreffer gute Kritiken. "Aus ihm könnte ein großer Torwart werden", meinte das Sportblatt "Marca". "Er wird bei Barça sicher mal der Stammkeeper sein." Bislang kommt der 22-Jährige nur im Pokal und in der Champions League zum Einsatz. In der Liga erhält der Chilene Claudio Bravo den Vorzug.

dpa

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