Fast-Abbruch in Sofia und erneuter Türkei-Ärger

Skandal-Nacht in EM-Quali: Hitler- und (erneute) Militär-Grüße

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Die türkischen Spieler zeigten beim Spiel in Frankreich erneut den Militärgruß, bei der Partie zwischen Bulgarien und England fielen bulgarische "Fans" mehrfach aus der Reihe.
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Paris/Sofia - Zwei Spiele der EM-Qualifikation am Montagabend sind von abscheulichen Vorfällen überschattet worden. Die Begegnung zwischen Bulgarien und England stand sogar mehrfach kurz vor dem Abbruch.

Was war passiert? Beim 6:0 (4:0)-Erfolg der Briten (Tore: Marcus Rashford, 2x Ross Barkley, 2x Raheem Sterling, Harry Kane) hatten bulgarische Anhänger wiederholt rassistische Beleidigungen in Richtung dunkelhäutiger Spieler der englischen Mannschaft gebrüllt. Schiedsrichter Ivan Bebek aus Kroatien musste die Begegnung bereits in der ersten Halbzeit deswegen zweimal unterbrechen.

Zudem zeigten bulgarische "Fans" auch mehrfach den Hitler-Gruß - bis die Polizei einschritt und rund 25 bis 30 Vermummte aus dem Stadion entfernte. Die Engländer wollten nach der Halbzeitpause eigentlich nicht mehr aufs Feld zurückkehren, nachdem sie bereits vor dem Match angekündigt hatten, bei Rassismus-Vorfällen sofort den Rasen zu verlassen. In der zweiten Hälfte gibt es dann glücklicherweise keine rassistischen Ausschreitungen mehr.

Die Türken haben es wieder getan

Mit Spannung wurde auch die Partie zwischen Frankreich und der Türkei erwartet. Und die Türken haben es - trotz bereits eingeleiteter Ermittlungen durch die UEFA nach dem 1:0 gegen Albanien - wieder getan. Nach dem 1:1-Ausgleichstreffer in der 83. Minute durch den Düsseldorfer Kaan Ayhan salutierten wieder einige Akteure vor dem türkischen Fanblock. Ayhan selbst machte nicht mit - das beweisen entsprechende Fotos, die bereits im Internet kursieren.

Nach dem Schlusspfiff versammelte sich dann fast die gesamte Mannschaft erneut vor der Kurve und zeigte wieder den Militärgruß. Hintergrund: Die Türken wollen damit ihre Sympathiebekundung für die Militäroffensive von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan gegen die Kurden in Syrien zum Ausdruck bringen. Auch der deutsche Nationalspieler Ilkay Gündogan hatte das Bild kurzzeitig gelikt und deswegen für einen Eklat gesorgt.

Politische Botschaften beim Fußball sind bekanntlich verboten. In der Vergangenheit waren bei entsprechenden Vorfällen teils harte Strafen ausgesprochen worden. Es blieb übrigens beim 1:1 in Paris - Frankreichs Führung hatte Olivier Giroud (76.) erzielt - und damit war die französische Party vertagt. Mit einem Sieg wäre die Équipe Tricolore bereits für die EM qualifiziert gewesen.

mw

Quelle: rosenheim24.de

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