Rost: Kritische Profis unerwünscht

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Kritischen Profis wie Frank Rost weht oft ein eiskalter Wind ins Gesicht

Hamburg - Torhüter Frank Rost vom Hamburger SV beklagt fehlende Meinungsfreiheit für Fußball-Profis in der Bundesliga.

“Es wird zwar von den Clubs propagiert, seine Meinung intern zu sagen, aber das stimmt nicht“, sagte Rost in einem Interview der “Welt am Sonntag“. “Sagt man sie extern, bekommt man ein paar auf den Deckel. Und sagt man sie intern, bekommt man auch nicht immer ein Dankeschön. Selbst wenn die Kritik konstruktiv ist.“ Man müsse aufpassen, was man wem sagt. “Wer Kritisches anspricht, gilt schnell als Querulant oder Nestbeschmutzer.“

Rost kritisierte zugleich das Geschäftsgebaren im Profi-Sport: “Es ist doch nicht normal, was für ein Wanderzirkus der Profi-Fußball geworden ist.“ Spieler wie Marcus Berg und Eljero Elia, die bei ihrer Vorstellung in Hamburg verkündet hatten, den HSV lediglich als Sprungbrett nutzen zu wollen, hatte er deswegen öffentlich attackiert. “Dieser Club hat den Anspruch, international zu spielen und vielleicht mal einen Titel zu gewinnen. Da kann man sich nicht das Image einer Durchgangsstation leisten. Wir sind doch kein Tingeltangelverein“, sagte der 36 Jahre alte Schlussmann. Intern würde so eine Kritik verpuffen. “Wenn ich es aber öffentlich sage, denken auch andere darüber nach und es beginnt eine Diskussion.“

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In diesem Zusammenhang bezeichnete Rost das Küssen des Vereinswappens auf dem Trikot als “eine Geste, die niemand braucht. Ob dir etwas an deinem Verein liegt, dokumentierst du als Spieler über Einsatzbereitschaft, Willen und Kampf.“

Der HSV-Torhüter, dessen Vertrag im Sommer ausläuft, will eine weitere Saison für den Verein spielen. Derzeit verhandelt er über eine Vertragsverlängerung. “Jetzt liegt es an mir, es wird in den nächsten Tagen eine Entscheidung geben“, sagte Rost. Danach könne er sich eine Tätigkeit im Management des Vereins vorstellen. Eine entsprechende Anschlussklausel weist sein Vertrag bereits aus.

dpa

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