Bei Werder-Nullnummer

Wechsel nach Leipzig: Selke von Fans ausgepfiffen

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Davie Selke (oben).

Bremen - Davie Selke geht, der Klassenerhalt ist fast schon da: Bei Werder Bremen nimmt man das 0:0 gegen Mainz nahezu emotionslos zur Kenntnis.

Die Fans pfiffen den zu RB Leipzig wechselnden Jungstar Davie Selke noch mit Inbrust aus, die Führungsetage ging nach dem müden 0:0 gegen den FSV Mainz 05 und den Turbulenzen um den abwandernden Torjäger zielgerichtet zur Tagesordnung über. „Die Reaktionen sind doch im Rahmen geblieben“, sagte Geschäftsführer Thomas Eichin und auch Zlatko Junuzovic, in der 62. Minute für den U19-Europameister eingewechselt wurde, sah es fatalistisch: „So ist das Fußballgeschäft, ein ständiges Kommen und Gehen.“

Nimmt man nur die 90 torlosen Minuten gegen Mainz zum Maßstab, dürften die Norddeutschen mit dem 8-Millionen-Deal sogar ein gutes Geschäft gemacht haben. Denn ohne Selke liefen die Aktionen der Hanseaten plötzlich flüssiger, die Spielanlage wurde druckvoller, auch wenn es letztlich nicht zum 500. Bundesliga-Heimsieg reichte. Werder-Trainer Viktor Skripnik: „In der ersten Halbzeit war es ein Sommerkick, danach wurde es bei Regen etwas besser.“

Aber auch nicht so gut, dass man sich an der Weser endgültig aus der Abstiegszone verabschieden konnte. „Wir sind eben noch nicht so weit, dass wir nach oben schauen können“, sagte Skripnik und auch Eichin gab keine Entwarnung: „Mit einem Sieg wären wir wohl durch gewesen, aber jetzt müssen wir weiter aufpassen und uns immer auch nach hinten orientieren.“

Dennoch: Bei nur zwei Punkten Rückstand auf 1899 Hoffenheim auf Rang sieben und zwei Partien gegen die Abstiegskandidaten VfB Stuttgart und Hamburger SV vor der Brust muss man in der Hansestadt die internationalen Optionen noch nicht vollständig aufgeben. Eichin sah die Grün-Weißen auch psychisch gefestigter als noch vor wenigen Monaten: „In der Hinserie hätten wir so ein Spiel noch verloren.“

Noch wichtiger war das Remis allerdings für die Gäste, die mit 31 Zählern dem Klassenerhalt zumindest ein kleines Stück näherkamen. „Dieser Punkt ist vielleicht nicht Gold wert, aber zumindest Silber“, sagte 05-Präsident Harald Strutz mit aufatmendem Unterton in der Stimme.

Trainer Martin Schmidt wollte seinem Boss da nicht widersprechen: „Der Punkt war wichtig, verdient und gerecht. Wir sind in Bremen ohne Gegentor geblieben, damit haben wir zumindest eine Hälfte unseres Planes erfüllt.“ Gegen Bayer Leverkusen am kommenden Wochenende sollen seine Profis dann auch selbst treffen - und sich mit einem Sieg aller Abstiegssorgen entledigen.

sid

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