Acht Tore gefallen

Spektakulärer Sieg: Leverkusen gelingt in Bremen Schritt aus der Krise

+
Leverkusens Kevin Volland (rechts) jubelt mit Julian Brandt über sein Tor zum 0:1 gegen Werder Bremen.

Es war ein spektakulärer Abschluss des neunten Spieltags in der Fußball-Bundesliga. Immerhin sind acht Tore in der Partie von Bayer Leverkusen gegen Werder Bremen gefallen.

Update 21.50 Uhr: Bremens Trainer Florian Kohfeldt rechnet im Spiel beim FSV Mainz 05 am kommenden Sonntag wieder mit Philipp Bargfrede und Niklas Moisander. Die beiden Defensivspieler, die beim 2:6 gegen Bayer Leverkusen am Sonntagabend schmerzlich vermisst wurden, sollen bis zum nächsten Bundesligaspiel wieder fit sein. „Davon gehe ich fest aus“, sagte Kohfeldt. Ob es bei beiden Profis bereits wieder für das DFB-Pokalspiel beim Regionalligisten Weiche Flensburg am Mittwoch reicht, konnte Kohfeldt aber noch nicht sagen. Bargfrede musste gegen Leverkusen wegen eines leichten Muskelfaserrisses passen, Moisander fiel wegen muskulärer Probleme aus.

Spektakulärer Sieg: Leverkusen gewinnt 6:2 in Bremen

Bremen (dpa) Kevin Volland ballte die Fäuste, stieß einen energischen Schrei der Freude aus und umarmte seinen Leverkusener Mitspieler Wendell. Mit Konterfußball der Extraklasse hat Bayer 04 ausgerechnet bei den so heimstarken Bremern die sportliche Talfahrt gestoppt und Trainer Heiko Herrlich etwas aus der Schusslinie genommen. Die Rheinländer gewannen am Sonntagabend in einem hochklassigen Spiel bei Werder mit 6:2 (3:0) und fügten den Norddeutschen damit die erste Heimniederlage seit der Amtsübernahme von Trainer Florian Kohfeldt Ende Oktober 2017 zu. Seitdem war Bremen in der Fußball-Bundesliga in 16 Spielen vor eigenem Publikum ungeschlagen geblieben.

Bayer Leverkusen: nach drei Partien ohne Sieg der erste Dreier

„Ob das meine Position gefestigt hat? Da bin ich der falsche Ansprechpartner“, sagte Herrlich im Sender Sky auf die Frage nach seiner Zukunft als Bayer-Coach. „Ich habe mich daran gewöhnt, dass ich in der Kritik stehe.“ Zur Situation seines Teams sagte er: „Ich hoffe, dass das Spiel heute Kräfte freisetzt und die Mannschaft den neuen Schwung für die nächsten Spiele mitnimmt.“ Sein Kollege Kohfeldt analysierte: „Wir haben heute einen wichtigen Aspekt des Fußballs komplett vergessen, das war die Konterabsicherung.“

Für Leverkusen war es nach zuletzt drei Partien ohne Sieg der erste Dreier. Vor 40 400 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion erzielten Kevin Volland (8. Minute), Julian Brandt (38.), Karim Bellarabi (45.), Kai Havertz mit einem Doppelpack (67./77.) und Aleksandar Dragovic (72.) die Treffer für die Gäste. Claudio Pizarro (60.) und Yuya Osako (62.) ließen die Gastgeber zwischenzeitlich wieder hoffen.

Herrlich hatte seine Mannschaft im Vergleich zum 2:3 in der Europa League in Zürich gleich auf vier Positionen verändert. So kehrte unter anderem Volland in die Sturmspitze zurück - ein Wechsel, der sich bereits in der achten Minute auszahlte. Nach feiner Vorarbeit von Bellarabi brauchte der Nationalspieler im Strafraum aus kurzer Distanz nur noch einzuschieben.

Die Bremer benötigten eine Weile, um sich vom Rückstand zu erholen. Hinzu kam, dass Kohfeldt sein Team kurzfristig hatte umbauen müssen, weil Abwehrchef Niklas Moisander wegen muskulärer Probleme passen musste. Werder agierte daher in der Abwehr mit Dreierkette mit Sebastian Langkamp in zentraler Position und Marco Friedl auf der rechten Seite. Umstellungen, die dem sonst so stabilen Bremer Spiel überhaupt nicht bekamen. Da in dem verletzten Philipp Bargfede ein weiterer Stabilisator vor der Abwehr fehlte, wirkte die Defensive der Gastgeber ungewohnt wackelig.

Claudio Pizarro trifft für Werder Bremen

Allerdings versäumte es Bayer zunächst, daraus weiteres Kapital zu schlagen und die Partie frühzeitig zu entscheiden. Bellarabi (28.) und Havertz (29.) konnten bei Kontern erst nicht nachlegen. Doch Werder agierte defensiv im ersten Durchgang so indisponiert, dass die Gäste noch vor der Pause durch Brandt und Bellarabi scheinbar für die Vorentscheidung sorgten.

Nach dem Seitenwechsel brachte Kohfeldt in Publikumsliebling Pizarro einen weiteren Offensivspieler. Und die Einwechslung des 40 Jahre alten Routiniers zahlte sich aus. Nachdem die Bremer zunächst noch eine Schrecksekunde in Form eines Pfostenschusses von Bellarabi zu überstehen hatten (51.), sorgte Pizarro mit seinem ersten Treffer für Werder seit dem 10. März 2017 für das 1:3. Auch damals hatte der Peruaner gegen Leverkusen getroffen.

Nun war Werder wieder im Spiel und startete angetrieben von den Fans einen Sturmlauf. Als Osako den Anschlusstreffer erzielte, bebte das Weserstadion wie in besten Zeiten. Die Partie drohte nun zu kippen - doch dann schlug Super-Talent Havertz eiskalt zu und beendete mit dem 4:2 den Bremer Schwung. Die Partie war damit entschieden und die Gäste konnten das Ergebnis noch in die Höhe schrauben.

Lesen Sie auch: Helikopter von Leicester-Boss neben Stadion abgestürzt

Lesen Sie auch: Real geht im Clasico gegen Barca unter - Suarez brilliert mit Dreierpack

Zurück zur Übersicht: Fußball

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT