Sportlich und finanziell

Stuttgart: Totalschaden in der Europa League

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Die Enttäuschung nach dem Europa-League-Aus ist den Spielern des VfB Stuttgart ins Gesicht geschrieben.

Stuttgart - Das Aus in der Europa League trifft den VfB Stuttgart bis ins Mark. Der neue Trainer Thomas Schneider geht mit einer Hypothek in sein erstes Duell als Bundesliga-Coach: „Wir brauchen Ergebnisse.“

Nach dem Totalschaden in der Europa League leitete Thomas Schneider die ersten Soforthilfemaßnahmen noch auf dem Rasen ein. Hier ein Klaps des neuen Trainers des VfB Stuttgart für seine enttäuschten Spieler, dort ein aufmunterndes Wort. Das peinliche Aus nach dem 2:2 (1:1) im Playoff-Rückspiel gegen Leichtgewicht HNK Rijeka trifft die Schwaben bis ins Mark. Sportlich und finanziell. Jetzt muss Schneider in der Fußball-Bundesliga Krisenmanagement auf Knopfdruck leisten. Nach dem ersten Tiefschlag seiner noch jungen Karriere als Chefcoach muss er am Sonntag gegen 1899 Hoffenheim die Wende schaffen. „Wir brauchen Ergebnisse“, forderte der 40-Jährige.

Seine Premiere hatte sich Schneider natürlich anders vorgestellt. Mit einem Erfolg im Millionenspiel wollte der frühere Jugendcoach mit seinen Liga-Fehlstartern für eine Initialzündung sorgen. Verheißungsvolle Ansätze, die gab es. Aber eben auch altbekannte Mängel. Zu kurz war die Zeit, um nach der Trennung von Bruno Labbadia entscheidend auf die Spieler des VfB einwirken zu können.

Die zuletzt merklich auf Distanz gegangenen Fans hat Schneider aber im Sturm erobert. „Ich hatte Gänsehaut“, beschrieb das Eigengewächs des VfB das Daueranfeuern der schwäbischen Anhänger am Donnerstagabend. Mit der überraschenden Hereinnahme von William Kvist hatte er seiner Elf Stabilität verleihen wollen. Besonders bitter, dass zwei hausgemachte Pannen das mögliche Weiterkommen vereitelten. Vom kapitalen Missverständnis zwischen Keeper Sven Ulreich und Verteidiger Benedikt Röcker profitierte Leon Benko (30.); einen Ballverlust des sonst beherzt aufspielenden Ibrahima Traoré nutzte Goran Mujanovic (90.+4) zum K.o.

„Ich bin davon ausgegangen, dass wir in die Verlängerung gehen und vielleicht den 'Lucky Punch' landen“, meinte Schneider. Denn gerade in der Schlussphase hatte der VfB auf ein Tor gespielt. Kniend hatte Kapitän Christian Gentner (34.) zuvor mit einem Kunstschuss vor 30 200 Zuschauern die Wende eingeleitet, Traoré mit seiner scharfen Hereingabe Luka Maric (75.) zu einem Eigentor genötigt.

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„Da fliegt uns dann der Konter um die Ohren, das darf nicht passieren. Wir haben sicher zu viel riskiert, momentan ist das brutal“, haderte Gentner mit dem 2:2 und konnte die Ausmaße des irreparablen Betriebsunfalls noch gar nicht richtig benennen. „Die Saison war ganz anders geplant gewesen. Die kommenden Wochen werden zeigen, was das bedeutet.“ Dem VfB bleibt nach nur einem Sieg aus acht Pflichtspielen vor allem eines. „Jetzt müssen wir uns auf die Liga konzentrieren“, sagte Gentner.

Sportvorstand Fredi Bobic attestierte dem VfB Mumm, etwas was er unter Labbadia jüngst vermisst hatte. „Das war eine leidenschaftlich geführte Partie“, bilanzierte er. „Das waren zwei geschenkte Tore. Am Ende waren die Jungs vielleicht zu gierig.“ Kopflos trifft es schon eher. „Wir müssen konsequenter und konzentrierter sein“, forderte Stürmer Cacau vor dem wegweisenden Duell gegen Hoffenheim.

Die kroatischen Gäste bejubelten ihren Coup hingegen frenetisch. „Ich bin überglücklich. Dieser Sieg ist von besonderer Qualität“, sagte Coach Matjaz Kek. „Der Wahnsinn in Stuttgart“, geriet der Kommentator des TV-Senders Nova schier aus dem Häuschen. Jubeln wollen der VfB und Schneider am Sonntag endlich auch.

dpa

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