Noch kein neuer Chef in Sicht

Trainersuche in Nürnberg: Koller Favorit?

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Marcel Koller

Nürnberg - Beim 1. FC Nürnberg ist immer noch kein neuer Cheftrainer in Sicht. Jetzt sind die Aktien von Österreichs Teamchef Marcel Koller gestiegen.

Über Stockholm und Torshavn nach Nürnberg? - für Marcel Koller eine mögliche Flugroute auf dem Weg zum Trainerjob beim Fußball-Bundesligisten 1. FC Nürnberg. Der 52 Jahre alte Schweizer Fußballlehrer, der schon beim 1. FC Köln und dem VfL Bochum Deutschland-Erfahrung sammelte und derzeit Teamchef der österreichischen Nationalmannschaft ist, gilt mittlerweile als Topfavorit auf den Posten als Nachfolger von Michael Wiesinger. Am Freitag hatte Kollers Landsmann Christian Gross dem Club abgesagt. Felix Magath ist offenbar kein Thema in Nürnberg.

Österreichs Nationalteam hatte am Freitag durch ein 1:2 in Stockholm gegen Schweden seine WM-Chancen verspielt, am Dienstag steht das letzte WM-Qualifikationsspiel auf den Färöern in Torshavn auf dem Programm. Der Zeitung Österreich sagte Koller auf Nachfrage, ob er schon mit den Franken einig sei: „Dazu kann ich nichts sagen. Ich sitze hier in Stockholm. Es ist noch nichts fixiert.“

In Österreich hatte die Diskussion um Koller zusätzlichen Zündstoff erhalten. Verbands-Chef Leo Windtner hatte schon vor der Niederlage gegen Schweden geäußert, dass der Vertrag mit Koller nur noch bis 31. Oktober laufe.

Koller widersprach sofort: „Da muss ich den Präsidenten korrigieren. Ich habe einen Kontrakt bis Ende Dezember.“ Windtner stimmte kleinlaut zu, es habe ein Missverständnis gegeben. Die Vertragsverhandlungen des österreichischen Fußball-Bundes mit Koller haben jedenfalls bislang zu keinem Ergebnis geführt. Somit steigen die Chancen der Nürnberger, Koller zu bekommen - wenn auch erst Mitte kommender Woche. Die Mitgliederversammlung am Montag (ab 18.30 Uhr) verspricht beim Club viel Brisanz.

Der ÖFB zeigte sich unterdessen überrascht über die Spekulationen in deutschen Medien. „Die österreichische Nationalelf müsste für ihn attraktiver sein als ein deutscher Nachzügler...“, sagte Windtner dem Blatt Österreich.

Der einstmals ruhmreiche Club lässt sich derweil bei der Suche nach einem neuen Chefcoach jedenfalls nicht unter Druck setzen. „Wir lassen uns die Zeit, führen viele Gespräche, suchen aber nicht die schnellste Lösung. Der Trainer muss zu unserem Verein passen“, sagte Club-Sportdirektor Martin Bader im Onlineportal Sport1.

„Christian Gross war einer von mehreren Kandidaten, mit denen wir sprechen. Sämtliche Gespräche werden grundsätzlich ergebnisoffen geführt. Viele Komponenten müssen stimmen. Wir sind nicht zusammengekommen“, äußerte Bader: „Alle anderen Namen, die kolportiert werden, kommentieren wir nicht.“ Auch am Sonntagabend in der Sendung Blickpunkt Sport des Bayerischen Rundfunks wollte Bader keine weiteren Details preisgeben: „Bitte lassen Sie mich in Ruhe meine Arbeit machen.“

Auch für die Nürnberger Nachrichten ist Koller eine denkbare Lösung in der Nachfolge von Wiesinger. Bereits im Dezember 2009 sei er nach der Trennung von Michael Oenning kontaktiert worden. Damals entschied sich der Club allerdings für Dieter Hecking (jetzt VfL Wolfsburg).

Vielleicht ist jetzt der richtige Zeitpunkt für Koller und ein Engagement beim ehemaligen deutschen Rekordmeister gekommen - auch wenn es des Umwegs über Stockholm und Torshavn bedarf...

sid

Wurfgeschosse in Stadien: Bierbecher, Sellerie, eine Katze und Dildos

Wurfgeschosse in Stadien: Bierbecher, Sellerie, eine Katze und Dildos

Zurück zur Übersicht: Fußball

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser