Premier League

Trotz Meisterschaft mit Liverpool: Klopp will 2020 abhaken

Jürgen Klopp
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Liverpools Trainer Jürgen Klopp will das Jahr 2020 abhaken. Foto: Peter Powell/PA Wire/dpa

Das Erfolgsjahr 2020 endet für Englands Fußballmeister Liverpool mit einem enttäuschenden 0:0 bei Newcastle United. Die Konkurrenz kommt näher. Doch Jürgen Klopp hat zum Jahreswechsel andere Gedanken.

Liverpool (dpa) - Das Unternehmen Titelverteidigung des FC Liverpool geriet zuletzt etwas ins Stocken. Über die Tabelle macht sich Jürgen Klopp derzeit aber kaum Gedanken. Zum Jahreswechsel tritt das Sportliche für den Meistertrainer in den Hintergrund.

«Rund 30 Jahre lang hab ich mir zum neuen Jahr nur gewünscht, dass meine Familie gesund bleibt», sagte der 53-Jährige nach dem mageren 0:0-Ausklang bei Newcastle United, «und nie war das mit mehr Überzeugung als in diesem Jahr, denn das ist alles, worüber ich mir Sorgen mache.»

Dass Liverpool erstmals in dieser Premier-League-Saison kein Tor erzielte, nahm Klopp entsprechend gelassen. «Ich bin nicht übermäßig frustriert oder so», betonte er nach der Partie am Mittwochabend. «Man kann ein Remis mit einer schlechten oder guten Leistung haben, und heute hatten wir ein Remis mit einer guten Leistung.»

Tatsächlich waren die Reds in Newcastle die klar überlegene Mannschaft. Vor allem das gefürchtete Angriffstrio Mohamed Salah, Roberto Firmino und Sadio Mané vergab mehrere Hochkaräter. «Wir hätten mindestens 1:0 gewinnen müssen, haben wir aber nicht», resümierte Klopp - und übte sich in Phrasen. «Das ist Fußball, wenn man seine Chancen nicht nutzt, ist es schwer, ein Spiel zu gewinnen.»

Es war schon das zweite Unentschieden in Serie für Liverpool - nach Fulham (1:1) und West Brom (1:1) zudem das dritte im Dezember gegen ein Team aus der unteren Tabellenhälfte. Der Vorsprung des Spitzenreiters und 18-maligen Fußballmeisters auf den Erzrivalen Manchester United, der mit 19 Titeln Rekordmeister ist, beträgt nur drei Punkte - und Man United hat ein Spiel weniger absolviert. Für Klopp ist das noch kein Grund zur Sorge. «Das Letzte, worüber ich momentan nachdenke, ist unsere Tabellenposition», stellte er klar.

2020 war eines der wichtigsten Jahre in der Karriere des früheren Mainzer und Dortmunder Coachs. Trotzdem ist der FIFA-Welttrainer, der die Reds nach 30 Jahren des Wartens zum Meister machte, froh, dass das Corona-Jahr vorbei ist. «2020 hatte ein Highlight (...), das war die Meisterschaft, der Rest waren große, große Herausforderungen», sagte er. «Abgesehen davon, dass wir Champions geworden sind, ist es kein Jahr, an das ich in Zukunft viel denken werde.»

Für alle Menschen sei 2020 eine neue Erfahrung gewesen, so Klopp. «Ich hätte das nicht gebraucht», sagte der Liverpool-Coach, «aber nun müssen wir alle damit umgehen, auch in Zukunft.» Wegen steigender Corona-Zahlen gilt in der Stadt am Mersey River seit Donnerstag eine höhere Warnstufe. Das bedeutet, dass Klopps Mannschaft ihre kommenden Heimspiele wieder ohne Publikum austragen muss, nachdem im Dezember noch rund 2000 Zuschauer in Anfield zugelassen waren.

In London war am Mittwoch das Derby von Tottenham Hotspur gegen den FC Fulham wegen mehrerer Corona-Infektionen im Gästeteam abgesagt worden. Eine Unterbrechung der Saison steht laut Premier League aber trotz der angespannten Lage nicht zur Debatte. «Die Liga vertraut weiter auf ihre Covid-19-Protokolle, um die Spiele wie geplant zu absolvieren», teilten die Verantwortlichen am Mittwoch mit.

© dpa-infocom, dpa:201230-99-857677/5

Matchbericht

Aussagen von Jürgen Klopp

Mohamed Salah vom FC Liverpool scheitert mit einem Schuss an Newcastles Torhüter Karl Darlow. Foto: Stu Forster/Pool Getty Images/AP/dpa

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