SC Verl: Kein Spieler hat Manipulationen gestanden

Verl - Nach Informationen des Regionalligisten SC Verl hat bislang kein Spieler des Vereins Manipulationen im Wettskandal eingeräumt.

 “Meines Wissens nach hat nicht ein Spieler ein Geständnis abgelegt - weder bei der Staatsanwaltschaft noch bei uns“, sagte der Vorsitzende Peter Mankartz am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur dpa. Der Club hatte allerdings einen Tag zuvor die Spieler Patrick Neumann und Tim Hagedorn vorläufig vom Spiel- und Trainingsbetrieb ausgeschlossen. “Wir können nur Spieler suspendieren, wenn wir Anhaltspunkte haben“, erklärte Mankartz.

Auch die Staatsanwaltschaft Bochum bestätigte auf Anfrage keine Medienberichte, wonach drei Spieler der Ostwestfalen zugegeben hätten, bei zwei Partien der vergangenen Saison bestochen worden zu sein. “Zu einzelnen Namen äußern wir uns aus ermittlungstaktischen Gründen nicht, und weil die Unschuldsvermutung gilt. Die Wurzel des Übels liegt nicht im Fußball, sondern in einer kriminellen Gruppe, die Wettbetrügereien begeht“, sagte Behördensprecher Bernd Bienioßek der dpa.

Der damalige Verler Trainer Mario Ermisch nimmt an, dass die geplante Manipulation gegen Gladbach “schief gegangen“ sei. “Der Sachverhalt ist klar“, sagte der Rechtsanwalt und heutige Coach des Westfalenligisten TuS Dornberg der dpa. “Ich gehe davon aus, dass es ein einziger, vielleicht zwei Spieler waren, die versucht haben, andere mit ins Boot zu holen.“ Diese hätten dann Gewissensbisse bekommen und mit der Staatsanwaltschaft gesprochen. “Ich gehe davon aus, dass es diese Aussagen gibt“, sagte Ermisch.

Der Ex-Coach des SC Verl vermutet, dass die betroffenen Spieler nach dem Sieg gegen Gladbach unter Druck gesetzt worden seien, die missglückte Manipulation eine Woche später gegen Köln wieder gutzumachen. Er selbst ist nach Bekanntwerden der Wettaffäre in Verl absolut geschockt: “Wenn man zu dieser relativen Gewissheit kommt, ist man wie vor den Kopf gestoßen.“

In Zusammenhang mit den unter Manipulationsverdacht stehenden Spielen von Verl sitzt bereits seit Donnerstag ein 34 Jahre alter Mann aus Lippstadt in Untersuchungshaft. Seinem Mandanten werde gewerbsmäßiger, bandenmäßiger Betrug in zwei Fällen vorgeworfen, sagte Rechtsanwalt Hans A. Geisler. Der Kaufmann aus dem Kreis Soest soll laut Haftbefehl vor beiden verdächtigen Partien versucht haben, auf Verler Spieler einzuwirken, um den Spielausgang zu beeinflussen. “Mein Mandant sagt, er hätte zu Verler Spielern überhaupt keinen Kontakt gehabt“, betonte Geisler.

An Spieler sollen laut Haftbefehl 20 000 Euro geflossen sein. Der Wetterlös habe bei einem Einsatz von etwa 41 000 Euro und einer Quote von 2,4 auf einen Kölner Sieg bei mehr als 100.000 Euro gelegen.

dpa

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