Mieses Wetter, euphorische Laune

Public Viewing: Götze versetzt Fans in Ekstase

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Fans vor dem WM-Finale auf der Fanmeile in Berlin.

Berlin - Die deutschen Fußballfans haben den vierten WM-Titel der Nationalmannschaft beim Public Viewing frenetisch gefeiert und sich auch vom miesen Wetter die Partystimmung nicht verderben lassen.

Als der Schlusspfiff im 10.000 Kilometer entfernten Rio de Janeiro ertönte, ging die größte Fußball-Party des Jahres erst richtig los. Hunderttausende Fans bei den deutschlandweit unzähligen Public Viewings feierten den dramatischen 1:0 (0:0)-Sieg des Nationalteams nach Verlängerung im WM-Finale gegen Argentinien mit einem rauschenden Fest in Schwarz-Rot-Gold. Acht Jahre nach der Heim-WM gab es endlich ein Sommermärchen mit Happy End.

Der Siegtreffer von Mario Götze (113.) löste Jubelorkane auf den Fanfesten aus, es schallte „Deutschland, Deutschland“-Rufe und das obligatorische „Oh, wie ist das schön“. Die Berliner Fanmeile, auf der sich die deutschen WM-Helden am Dienstag mit einer Siegesfeier bei den heimischen Fans bedanken werden, glich mit rund 250.000 euphorisierten Menschen einem Tollhaus. Übertönt wurden die Anhänger nur vom großen Feuerwerk über der Hauptstadt kurz nach Mitternacht. Auf dem Kurfürstendamm versammelten sich direkt nach dem Schlusspfiff die Leute zum Autokorso - genau wie in vielen anderen Städten Deutschlands.

Die Anhänger hatten sich zuvor auch vom miesen Wetter nicht die Partylaune verderben lassen. Der Deutsche Wetterdienst hatte für den Finaltag in weiten Teilen des Landes Regen, Gewitter oder sogar Hagel vorhergesagt. Schuld daran war das Tiefdruckgebiet, das ausgerechnet den Namen der Siegesgöttin aus der griechischen Mythologie trägt: „Nike“.

In Berlin setzte der erste Platzregen um 15.00 Uhr ein, doch die Fans auf der Fanmeile, so etwas wie das Epizentrum des Public Viewings, feierten einfach weiter. „Die Fans waren schon in Weltmeister-Form“, sagte Fanmeilen-Sprecherin Anja Marx dem SID. Bereits um 19.00 Uhr war die größte Party-Zone Deutschlands fast zu 100 Prozent ausgelastet gewesen.

Auch andernorts lagen sich die Fans beim „Rudelgucken“ freudetrunken in den Armen. Zum Heiligengeistfeld in Hamburg strömten fast 50.000 Zuschauer, auch das Münchner Olympiastadion platzte mit 33.000 Besuchern aus allen Nähten. Die Tickets für die Arenen in Frankfurt (50.000) und Mainz (34.000) waren innerhalb weniger Stunden vergriffen. Am Kölner Pumpwerk fieberten die Fans ebenso mit wie in den zahlreichen anderen Public-Viewing-Orten des Landes.

Etwas beschaulicher ging es im „WM-Wohnzimmer“ im Stadion des Zweitligisten Union Berlin zu. Beim gemeinsamen Sofa-Gucken vor einer Großbildleinwand und einer riesigen Retro-Tapete im Stil der 70er Jahre stellten aber die Besucher spätestens mit dem Anpfiff das Kuscheln ein.

Auch die argentinische Gemeinde in Deutschland ließ sich vom Public-Viewing-Fieber anstecken. In Berlin lud der argentinische Botschafter Daniel Adan Dziewezo Polski und Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier Fans aus beiden Ländern ein, um das Spiel gemeinsam im Haus der Kulturen der Welt zu verfolgen.

sid

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