Letzter Arbeitstag des Geschäftsführers

Holzhäuser: "Mut für Özil und Gündogan hat gefehlt"

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Nach 15 Jahren hört Wolfgang Holzhäuser bei Bayer Leverkusen auf.

Leverkusen - Wolfgang Holzhäuser hatte am Freitag seinen letzten Arbeitstag als Geschäftsführer des Bundesligisten Bayer Leverkusen. Rückblickend auf seine 15-jährige Amtszeit bereut er zwei Entscheidungen.

Bayer Leverkusen hat in den vergangenen Jahren trotz bereits erzielter Einigungen auf die Verpflichtungen der späteren Fußball-Nationalspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan verzichtet. Dies verriet der scheidende Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser an seinem letzten Arbeitstag im SID-Interview.

„Das sind natürlich zwei Fälle, bei denen ich mich ärgere, dass ich nicht den Mut gehabt habe“, gestand der 63-Jährige. Mit Özil, im Sommer für 50 Millionen Euro Ablöse von Real Madrid zum FC Arsenal gewechselt, sei man sich 2008 bereits einig gewesen. „Über ihn gab es aber seinerzeit Negativ-Schlagzeilen, weil Özils damaliger Schalker Trainer Mirko Slomka seinen Ärger über Vertragsverhandlungen öffentlich gemacht hatte“, berichtete Holzhäuser: „Ich habe damals gesagt: Leute, fünfeinhalb Millionen für einen 18-jährigen Jungen, der jetzt schon Ärger mit seinem Trainer hat und angeblich Millionen fordert? Warten wir doch erst einmal ab, was aus ihm wird.“

Auch im Fall von Gündogan sei Bayer 2011 mit dem Spieler sowie dessen Verein 1. FC Nürnberg einig gewesen. „Wir haben ihn aber letztlich nicht genommen, weil Andre Schürrle teurer wurde als zunächst gedacht“, äußerte Holzhäuser: „Da hatte ich dann nicht mehr den Mut, noch einmal fünfeinhalb Millionen für Gündogan in die Hand zu nehmen.“

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Seine beste Entscheidung sei allerdings die gewesen, den heutigen Bundesliga-Torschützenkönig Stefan Kießling 2006 aus Nürnberg zu holen. „Fünf Millionen Euro für ihn war damals eine Menge Geld“, sagte Holzhäuser, der seit 15 Jahren an vorderster Front für Bayer tätig war: „Ich habe ihn gegen viel Widerstand und öffentliche Häme durch unsere Gremien durchgedrückt. Diese Entscheidung war goldrichtig. Dass ihn die Medien, die Stefan damals als teuerste Nürnberger Rostbratwurst bezeichnet haben, heute am liebsten in der Nationalmannschaft sehen würden, erfüllt mich schon mit Genugtuung.“

Der 63-jährige leitete seit 1. Juli 2004 als alleiniger Geschäftsführer die Bayer 04 Fußball GmbH. Der ehemalige Ligasekretär des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), zwischenzeitlich auch Interims-Ligapräsident, stand seit 1998 in Diensten von Bayer. Künftig will er dem Klub als Mitglied des Gesellschafter-Ausschusses weiter zur Verfügung stehen.

Eine Rückkehr an die vorderste Front, ob bei Bayer oder einem anderen Verein, schließt Holzhäuser aus. „Ich habe die eine oder andere Anfrage. Ich selektiere derzeit, was ich im Fußball machen will“, sagte er dem SID: „Das eine oder andere werde ich tun. Aber ich ziehe mich nicht aus dem operativen Geschäft zurück, um woanders operativ einzusteigen.“

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In Holzhäusers Amtszeit verpasste Bayer mehrfach nur knapp einen Titel, so 2000 am letzten Spieltag die deutsche Meisterschaft oder 2002 als Dreifach-Vize in Meisterschaft, DFB-Pokal und Champions League.

Holzhäusers Nachfolge tritt Michael Schade an. Der 60-Jährige war bisher Leiter der weltweiten Konzern-Kommunikation der Bayer AG und seit März 2007 Mitglied des Gesellschafter-Ausschusses. In ihm sieht Holzhäuser einen geeigneten Nachfolger.

„Absolut“, äußerte er: „Michael Schade kennt die Fußball-Abteilung als ehemaliges Mitglied des Gesellschafter-Ausschusses gut. Zweitens kennt er die Bayer AG sehr gut. Drittens kommt er aus der Kommunikation. Was deswegen wichtig ist, weil sich dieser Bereich in den letzten Jahren erheblich weiterentwickelt hat.“

SID

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