Werksklub-Duell

Eiskalte "Wölfe" verschärfen Bayers Krise

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Bas Dost (M.) erzielte die frühe Führung für die Wolfsburger.

Wolfsburg - Der VfL Wolfsburg hat im Rennen um die Europapokalplätze die Gunst der Stunde genutzt und die Krise beim direkten Konkurrenten Bayer Leverkusen verschärft.

Am Samstagabend gewannen die Niedersachsen das Werksklub-Duell mit 3:1 (1:1) nach Toren von Bas Dost (13. Minute), Luiz Gustavo (58.) und Ricardo Rodriguez (72.). Für die Rheinländer, die die vierte Pflichtspielpleite in Serie kassierten, war der zwischenzeitliche Ausgleich von Sidney Sam (45.) vor 27 721 Zuschauern zu wenig.


Während alle anderen Verfolgerteams von Spitzenreiter Bayern München auf den Europapokalplätzen Punkte liegen ließen, gewann Wolfsburg das dritte Bundesligaspiel hintereinander. Mit nun 39 Punkten hat der Meister von 2009 wieder Kontakt zu den Champions-League-Plätzen. Leverkusen bleibt mit 43 Zählern nach 22 Spielen zwar Zweiter, verpasste es aber, sich weiter abzusetzen.

In einem insgesamt schwachen vermeintlichen Spitzenspiel zeigte Leverkusen allerdings eine engagierte und kämpferisch überzeugende Leistung. Erst spät verdiente sich Wolfsburg den Sieg. Ein Traumpass von VfL-Innenverteidiger Robin Knoche leitete die Führung ein. Der frei gespielte Ivan Perisic bediente Dost, der ohne Probleme zu seinem dritten Saisontor abstauben konnte. Nach den Rückschlägen zuletzt reagierte Leverkusen allerdings nicht lange geschockt. Nach knapp einer halben Stunde kam Bayer besser ins Spiel.


Trainer Sami Hyypiä hatte nach der 0:4-Schmach in der Champions League gegen Paris St. Germain ein Zeichen gesetzt und Andrés Guardado, Simon Rolfes und Heung-Min Son aus der Startelf genommen. Dafür durften Sebastian Boenisch, Jens Hegeler und Stefan Reinartz beginnen. „Sami weiß genau, was er zu tun hat“, hatte Bayer-Sportchef Rudi Völler nach den Pleiten im Pokal gegen den Zweitligisten Kaiserslautern, in der Liga gegen Schalke und gegen Paris gesagt.

Die zehn besten Fußball-Stadien der Welt

Die Online-Ausgabe der „Times“ hat vor mehreren Jahren die 10 schönsten und besten Fußball-Stadien der Welt gewählt. Sehen Sie hier, welche Arenen es in die Top Ten geschafft haben © picture alliance / dpa
Platz 10: Das Craven Cottage in London ist die Heimat des FC Fulham. Es ist eine der letzten wirklich alten und traditionsreichen Kampfbahnen in England. Es liegt am Ufer der Themse. © AFP
Verein: Fulham FC; Kapazität: 25 678 Plätze © AFP
Platz 9: Camp Nou, die Heimat des FC Barcelona, wird auch die Kathedrale Kataloniens genannt. Es ist Europas größtes Fußball-Stadion und besticht durch eine einmalige Atmosphäre - wenn es denn voll ist. Das ist bei Barca aber normalerweise der Fall. Es soll demnächst weiter ausgebaut werden. © AFP
Verein: FC Barcelona; Kapazität: 98 787 Plätze. © picture alliance / dpa
Platz 8: Das Stadionul Dinamo, die Heimat von Dinamo Bukarest, führt die „Times“ auf Rang 8. Es ist ein Meisterstück der stalinistischen Zeit des Kalten Krieges. Kapazität: 15.300 Plätze. © Tico189/wikimedia
Platz 7: La Bombonera - dieser Name klingt schon nach Atmosphäre und Stimmung. Die Heimat der Boca Juniors Buenos Aires heißt offiziell Estadio Alberto Jacinto Armando und gilt als eines der Stadien mit der hitzigsten und emotionalsten Atmosphäre. © AFP
Verein: Boca Juniors Buenos Aires; Kapazität: 57.395 Plätze © AFP
Platz 6: Das Santiago Bernabeu in Madrid ist die Heimat von Superstar Cristiano Ronaldo und dessen Verein Real Madrid. Das königliche Stadion besticht vor allem durch seine Enge. © AFP
Verein: Real Madrid CF; Kapazität: 80 354 Plätze © AFP
Platz 5: Die Allianz Arena in München. Die Heimat des FC Bayern und 1860 München schafft es in die Top 5. Laut „Times“ wird hier gezeigt, wie man ein neues Stadion zu bauen hat. Neueste Technologie, hoher Komfort und dennoch stimmungsgewaltig. © AFP
Vereine: FC Bayern München, TSV 1860 München; Kapazität: 71 000 Plätze © AFP
Platz 4: Das Inönü-Stadion von Besiktas Istanbul schlägt die Konkurrenz von Galatasaray oder Fenerbahce alleine durch seine Umgebung. Einen wundervollen Ausblick zur asiatischen Seite Istanbuls kann man von den Rängen genießen - doch in dieser Atmosphäre achtet darauf niemand. Kapazität: 32 145 Plätze © Darwinek/wikimedia
Platz 3: Legendäre Gänsehaut-Atmosphäre bei „Youl‘ll never walk alone“. This is Anfield. Die Anfield Road ist die Heimat des FC Liverpool. © AFP
Verein: Liverpool FC; Kapazität: 45 362 Plätze © AFP
Platz 2: Das Giuseppe-Meazza-Stadion von Mailand bekommt die Silber-Medaille. Die Heimat von des AC Milan und Lokalrivale Inter Mailand ist das größte Stadion Italiens - und das wohl schönste. © AFP
Vereine: AC Mailand, Inter Mailand; Kapazität: 81 389 Plätze © AFP
Platz 1: Der Sieger kommt aus Deutschland und ist das größte und stimmungsgeladenste Stadion der Bundesliga. Der Signal Iduna Park von Dortmund wurde für den Fußball konstruiert, alleine die Südtribüne bietet Stehplätze für 25 000 Fans - die gelbe Wand. © AFP
Verein Borussia Dortmund; Kapazität: 80.552 Plätze © picture alliance / dpa

Ein Gewaltschuss von Lars Bender (34.) brachte Wolfsburgs Keeper Diego Benaglio erstmals in Bedrängnis. Boenisch verfehlte nach der folgenden Ecke das Tor nur ganz knapp. Wolfsburg strahlte trotz zuvor drei Siegen in Serie und der Führung wenig Selbstvertrauen aus und hatte kaum noch Offensivaktionen. Der verdiente Ausgleich kurz vor der Pause fiel fast zwangsläufig. Bei Sams achten Saisontor standen allerdings gleich drei Wolfsburger Defensivspieler viel zu weit von ihren Gegenspieler weg.

Die durch extrem viele Unterbrechungen sehr zerfahrene Partie gewann auch nach der Pause kaum an Niveau. Beide Teams wurden ihren Europapokalambitionen spielerisch kaum gerecht. So war es kaum überraschend, dass die erneute Wolfsburger Führung nach einem verunglückten Freistoß fiel. Der eingewechselte Ivica Olic ersprintete einen abgeblockten Naldo-Schuss und brachte den Ball scharf in die unsortierte Leverkusener Abwehrzone, wo Luiz Gustavo abstaubte.

Nun erst wurde Wolfsburg stärker. Kevin De Bruyne scheiterte in der 72. Minute noch per Freistoß. Zwei Minuten später foulte Bayers Roberto Hilbert den eingewechselten Daniel Caligiuri. Den folgenden Strafstoß von Ricardo Rodriguez konnte Bayer-Keeper Bernd Leno noch halten, der Schweizer drückte den Abpraller dann aber über die Linie.

dpa

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