Wollitz wütet wegen den eigenen Fans

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Pele Wollitz hat Ärger mit den eigenen Fans

Wolfsburg/Cottbus - Trotz des Pokal-Triumphes war Pele Wollitz außer sich. Nach den Ausschreitungen im Fan-Block drohte der Trainer mit der Höchststrafe: seinem Weggang aus Cottbus.

Die Spieler tanzten auf dem Rasen, Pokal-Held Nils Petersen gab ein Treuebekenntnis ab, und Viertelfinalgegner Hoffenheim erhielt eine Kampfansage: Nach dem 3: 1-Coup im Achtelfinale des DFB-Pokals beim VfL Wolfsburg hätte die Stimmung beim Zweitligisten Energie Cottbus nicht besser sein können. Nur Trainer Claus-Dieter Wollitz schimpfte wie ein Rohrspatz und drohte wegen der neuerlichen Ausschreitungen im eigenen Fan-Block mit seinem Abschied.

„Es ist unglaublich, dass ein paar Idioten unseren Triumph gefährden“, sagte Wollitz. Einige Chaoten hatten Feuerwerkskörper abgebrannt. Wollitz rannte zur Kurve und trug selbst zur Beruhigung der Lage bei. „Das sind bewusste Attacken gegen den Verein und gegen mich. Damit kann ich mich nicht identifizieren. Ich gebe am 3. Januar bekannt, ob ich meinen Vertrag verlängere“, sagte Wollitz und schreckte mit seinem barschen Ton das Gros der Cottbuser Fans auf.

Präsident Ulrich Lepsch blieb zuversichtlich. „Er hat sehr emotional reagiert. Ich werde ihn noch beruhigen“, sagte er. Für die Rowdies in der Kurve hatte auch der Klubboss kein Verständnis. „Es wird Zeit, dass wir da mal ein paar aussortieren.“ 40.000 Euro musste der Klub im vergangenen Jahr an Strafen zahlen. 2010 waren es auch schon wieder 10.000 Euro. Und jetzt kommt noch eine satte fünfstellige Summe dazu.

Wollitz ließ sich auch Stunden nach dem Spiel nicht beruhigen. „Es sind immer dieselben Klubs, die auffallen. Rostock, Dresden und leider auch Cottbus“, sagte der Coach. Für den Trainer ist es nicht nachvollziehbar, dass die wenigen Krawallmacher nicht ermittelt werden. „Das ist doch so, als ginge jemand in die Bank und holt da täglich Geld raus, ohne dass er behelligt wird.“

Angreifer Petersen war ebenfalls sauer über die „Brandherde“, wollte aber deshalb seine Zukunft in Cottbus nicht infrage stellen. „Ich möchte in Cottbus bleiben. Ich fühle mich sehr wohl“, sagt der Stürmer. Mit zwei Toren und einer Vorlage hatte der 22-Jährige die „Wölfe“ nahezu im Alleingang abgeschossen. Der von vielen Klubs umworbene Torschütze knüpfte seine Zukunft an das Schicksal von Cottbus. „Ich warte den Verlauf der Saison ab. Wenn wir aufsteigen, bleibe ich.“

Der erste Einzug ins Viertelfinale seit 13 Jahren machte sich für die Lausitzer bezahlt. 1,2 Millionen Euro flossen in die Kassen. Jeder Spieler soll 20.000 Euro erhalten. „Jetzt fallen die Weihnachtsgeschenke größer aus“, meinte Marc Andre Kruska. Der Ex-Dortmunder war zuversichtlich, dass weiteres Pokal-Geld dazu kommt. „Auch gegen Hoffenheim glauben wir an unsere Chance“, sagte der Kapitän vor dem Viertelfinals am 25./26. Januar.

Der Sieg gegen Wolfsburg war auch deshalb für die Brandenburger so wichtig, weil sie gesehen haben, dass sie mit Bundesliga-Teams mithalten können. Die Ausgangslage fürs neue Jahr ist nun optimal. In der Liga auf Platz drei, im Pokal in der Runde der letzten Acht, da müsste selbst „Pele“ Wollitz Lust auf mehr bekommen. „Das war ein tolles Jahr für Energie“, sagte der Ex-Profi. Das Verhältnis zwischen Mannschaft und Trainer sei optimal, die Mannschaft zeige Gier und Leidenschaft, alles sei perfekt - wenn da nur nicht die Chaoten mit der Pyrotechnik wären.

sid

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