Zehn Hamburger gewinnen Nordderby

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Bremens Torwart Tim Wiese ist bedient. Die Spieler des HSV bejubeln den Treffer zum 1:0.

Hamburg - Mit einem Derbysieg gegen den Nord-Rivalen Werder Bremen hat sich der Hamburger SV zum ersten Verfolger des Bundesliga-Spitzentrios aufgeschwungen.

Obwohl nach der Roten Karte für Jerome Boateng eine Stunde lang in Unterzahl siegten die Hamburger am Sonntagabend mit 2:1 (2:0) und revanchierten sich für die Pleiten der vorigen Saison, als ihnen die Bremer binnen 19 Tagen die Chancen in Pokal, Europa League und Meisterschaft verdorben haben. Joris Mathijsen (9. Minute) mit seinem ersten Saisontor und der starke Marcell Jansen (36.) sorgten für die Tore zum 29. Sieg im 91. Nordderby, mit dem die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia hinter "Herbstmeister" Bayer Leverkusen, Schalke 04 und Bayern München Platz vier der Fußball-Bundesliga festigte.

Der 17. Bundesliga-Spieltag in Bildern

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Für Werder Bremen, das trotz des späten Anschlusstreffers von Naldo (90.+2) nach 23 ungeschlagenen Spielen in der Schlussphase der ersten Halbserie die zweite Niederlage nacheinander kassierte, rutschte mit sieben Punkten Rückstand auf den Spitzenreiter ab auf Platz sechs. Vor 57 000 Zuschauern in der ausverkauften Hamburger Arena fand Werder nie zu seinem gefürchteten Kombinationsspiel und konnte die zahlenmäßige Überlegenheit nie nutzen. Eine enttäuschende Vorstellung bot dabei Mezut Özil, der in der 65. Minute ausgewechselt wurde. In der nickligen Partie sah Boateng in der 32. Minute wegen einer zweifelhaften Notbremse die Rote Karte.

Bei leichtem Schneefall und desolaten Platzverhältnissen fand der HSV besser ins Spiel. Kombinationssicherer und zweikampfstärker bestimmten die Gastgeber das Geschehen. Angetrieben vom überragenden Eljero Elia und Jansen, der sich wieder in Nationalmannschaftsform präsentierte, wurden die Bremer unter Druck gesetzt. Doch zunächst schnappte die Abseitsfalle der enorm hoch stehenden Werder-Abwehr, in der Sebastian Prödl und Petri Pasanen die verletzten Clemens Fritz und Sebastian Boenisch ersetzten, ein ums andere Mal zu.

Beim Eckball von Dennis Aogo in der 9. Minute aber schlief die Defensive der Gäste kollektiv. Jansen verlängerte und Mathijsen konnte per Kopf vollenden. Erste nach 27 Minuten war es Naldo, der in dieser Saison schon neun Pflichtspieltore erzielt hatte, der per Rückzieher an die Latte für die erste Bremer Chance sorgte.

Direkt im Gegenzug hätte Elia schon die Vorentscheidung in dem munteren Spiel der beiden Nord-Rivalen besorgen können. Stattdessen kassierte Boateng die Rote Karte: Der Nationalspieler war letzter Mann und brachte Marko Marin zu Fall, was Schiedsrichter Florian Meyer (Burgdorf) als Notbremse wertete. Die wütenden Pfiffe der Fans verstummten allerdings schon vier Minuten später, als Elia die wieder weit aufgerückte Bremer Abwehr düpierte, Jansen mit glänzendem Blick freispielte und so das 2:0 vorbreitete.

Torhüter Wiese war weit aus seinem Tor geeilt und wurde von Jansens Lupfer kalt erwischt. Seinen Fehler wieder gut machte Wiese, als er einen Mathijsen-Kopfball mit einem Reflex von der Linie kratzte. Die linke Bremer Seite blieb der Schwachpunkt der immerhin mit einem Spieler mehr agierenden Gäste. Nach 57 Minuten hatte Trainer Thomas Schaaf genug und wechselte Stürmer Markus Rosenberg für Prödl ein. Gegen die einzige HSV-Spitze Petric, der in einer starken Viertelstunde nach der Pause zweimal (52./57.) am starken Wiese scheiterte, verteidigte Werder mit einer Dreierkette. In der umkämpften Partie vergaben Hunt (64./84.) und Marin (79./85.) den Anschlusstreffer, während Jansen (69.) das 3:0 verpasste.

Von Benjamin Haller, dpa

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