Bundesliga-Relegation: Duell der Gegensätze

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Cottbus will die 1. Bundesliga erhalten, der Club will dorthin zurückkehren.

Cottbus/Nürnberg - Energie Cottbus setzt auf bedingungslosen Kampfgeist, der 1. FC Nürnberg auf seine spielerischen Qualitäten. Und die beiden Trainer treten vor dem Duell der Gegensätze um den letzten freien Platz in der Fußball-Bundesligavor vor allem als Mahner auf.

"Wenn wir jetzt mit dem plakativen Kämpfen anfangen, wäre das das Widersinnigste überhaupt. Am Ende wird sich, glaub ich, Qualität durchsetzen. Das muss unser Ziel sein", sagte Nürnbergs Trainer Michael Oenning vor dem Relegations-Hinspiel an diesem Donnerstag (18.00 Uhr) in Cottbus und warnte vor der heißen Atmosphäre im ausverkauften Stadion der Freundschaft: "Dort wird es von der ersten bis zur letzten Minute brennen, dafür müssen wir gewappnet sein. Wir werden versuchen, kühlen Kopf zu bewahren und unsere Linie durchzuziehen."

Auch sein Cottbuser Trainer-Kollege Bojan Prasnikar schwört seine Truppe auf den ultimativen Stresstest ein. "Ich werde nur Spieler einsetzen, die alles für den Verein geben", betonte der Slowene, "es wird besonders wichtig sein, dass wir im Hinspiel kein Gegentor kassieren und selbst die sich bietenden Chancen nutzen". So wie beim rauschenden 3:0 im letzten Saisonspiel gegen Bayer Leverkusen, als sich Energie mit viel Energie die Chance aufs Drinbleiben erarbeitete. Ob Prasnikar auf den wiedergenesenen Ivica Iliev baut, ist offen. Dem serbischen Mittelfeldspieler, der nach kurierten Adduktoren-Problemen am Montag erstmals wieder mit Mannschaft trainierte, wurde zuletzt von Vereins-Verantwortlichen mangelnder Kampfgeist nachgesagt.

Verzichten muss Prasnikar auf jeden Fall auf Torjäger Dimitar Rangelow, den eine schwere Bänderdehnung plagt. "Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass er im zweiten Spiel am Sonntag auflaufen kann", sagte Prasnikar. Hinter den Einsätzen der angeschlagenen Mariusz Kukielka (Wade), Stanislaw Angelow (Adduktoren) und Daniel Ziebig (Knie) stehen kleine Fragezeichen.

Der Club hat dagegen personell keine großen Probleme. Nur Abwehrspieler Andreas Wolf (Reha nach Knie), der wieder ins Mannschaftstraining einstieg, und Dominic Maroh (Schulter) fehlen gegen die Lausitzer. 2200 Fans werden die Nürnberger nach Cottbus begleiten, das Rückspiel am Sonntag ist ausverkauft. "Es ist für uns ein wichtiges Spiel. Es hat eine hohe Wertigkeit", sagte Manager Martin Bader.

Nur auf das Rückspiel im heimischen Stadion wollen die Franken ohnehin nicht setzen, schon auswärts soll eine gute Ausgangslage her. "Es geht darum, für das Rückspiel eine gute Ausgangsposition zu schaffen. Ich glaube nicht, dass es einen offenen Schlagabtausch gibt", erklärte Oenning. "Bisher haben wir in der Regel das Spiel gemacht. Vielleicht werden wir davon aber etwas abweichen."

Von Frank Castell, dpa

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